interaktiv

Die Lehrer von morgen

Unfreiwillige Versetzung

Autor:
Hannah

Rubrik:
orientieren

16.10.2018


Wenn ich im Leben eines gelernt habe, dann, dass alles anders kommt, als man denkt. Ich spiele wichtige Gespräche oft vorher im Kopf durch, aber letztlich läuft es nie so, wie ich es mir vorgestellt hatte. So auch vergangene Woche: Am Dienstag hatte ich ein wichtiges Gespräch mit meiner Chefin, in dem ich ihr sagen wollte, dass ich die Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft an der Hochschule annehmen und daher meinen Vertrag für den Job im Kindergarten nicht mehr verlängern möchte. Ich hatte erwartet, dass sie mir ein schlechtes Gewissen machen könnte, weil sie mich brauchen, bis die neue Erzieherin anfangen kann. Nur mit einem habe ich nicht gerechnet: Dass meine Nachfolgerin eher kommt und ich daher ohnehin ersetzt werde.
Ich feierte also bereits zwei Tage nach diesem Gespräch meinen Abschied im Kindergarten und werde für die verbleibenden zwei Wochen meiner Vertragslaufzeit einen neuen Job beginnen, diesmal in einer Kinderkrippe im Ort. Das ist möglich, weil ich einen Arbeitsvertrag mit der Gemeinde habe und nicht mit dem Kindergarten – und die Gemeinde hat nun eben beschlossen, dass ich woanders dringender gebraucht werde.
Erst habe ich mich wegen dieser schnellen Entscheidung vor den Kopf gestoßen gefühlt. Ich halte mich nicht für naiv, aber es war dennoch die erste Situation in meinem Leben, in der ich mich absolut ersetzbar gefühlt habe. Mittlerweile freue ich mich aber auf die Zeit in der Krippe, weil ich dort eine Altersgruppe betreuen darf, mit der ich bisher noch keine Erfahrung habe. Nur mit den Arbeitszeiten bin ich nicht ganz glücklich. Ich soll 22 Stunden in der Woche verteilt auf 5 Arbeitstage kommen – ein paar Stunden vormittags und ein paar nachmittags, wodurch der komplette Tag zerrupft ist. Das finde ich alles andere als arbeitnehmerfreundlich und hoffe sehr, dass ich diese Zeiten noch ausdiskutieren kann.

 

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