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Die Lehrer von morgen

Schlechte Noten geben

Eigentlich bin ich wirklich gerne Tutorin. Es ist toll, wenn die Studierenden durch meine Erklärungen den Stoff besser verstehen. Außerdem lerne ich selbst die Dinge beim Erklären noch einmal genauer und man bekommt einen Blick hinter die Kulissen.

In den vergangenen Semestern habe ich Physiker und Informatiker tutoriert, und damit Menschen, die ich vorher nicht kannte. Das war dieses Jahr anders. In Linearer Algebra für Lehrämtler und Informatiker sitzen viele Mathe-Lehramtsstudierende. Und auch wenn keiner von ihnen in mein Tutorium eingeteilt wurde, saß ich in der dazugehörigen Vorlesung mit Menschen, die ich größtenteils zumindest vom Sehen her kannte oder mit denen ich sogar zwischen Tür und Angel gerne mal ein bisschen quatsche. Der Bezug zu den Lehramtsstudierenden war dementsprechend emotionaler als sonst. Das merkte ich spätestens bei der Korrektur der Klausur, die wir Tutoren im Team übernahmen. Einige der Lösungen brachten uns zum Schmunzeln. Eine Studentin hatte beispielsweise einen Tiger auf die Rückseite ihrer Klausur gemalt, weil sie früher fertig geworden war. Ein anderer Student entschuldigte sich für seine miserable Handschrift. Gerade die Studierenden, die ich etwas besser kannte, hatten unsere Aufgabe leider wenig erfolgreich bearbeitet. Ganz besonders traf es mich bei zweien, denen ich keinen einzigen Punkt geben konnte, und dann beim Zusammenrechnen aller Punkte feststellen musste, dass am Ende keine gute Note herauskommen würde.

In der Einsicht gab es dann zum Glück noch einige positive Ergebnisse, einige Studierende konnten noch Punkte herausdiskutieren und damit eine bessere Note erzielen. Ein bisschen war ich trotzdem. Ich hätte gerne allen Studierenden, die ich kenne, eine gute Note gegeben. Als Lehrerin muss aber natürlich fair bewerten. Vielleicht haben sie im Semester zu wenig getan, vielleicht liegt ihnen Mathematik auch einfach nicht genug. In der Schule habe ich später aber noch stärker als in meinem Tutorium die Möglichkeit, durch guten Unterricht den Stoff zu vermitteln und meine Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren – im Studium liegt das nämlich nicht in der Verantwortung des Dozenten oder der Tutoren.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 6, 2019
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
Aug 6, 2019

Die Lehrer von morgen

Praktische Erfahrungen

Neulich hielt ich in der siebten Klasse eine Religionsstunde. Die Klasse wünschte sich, etwas über das Judentum zu erfahren. Ich überlegte mir eine Thematik und suchte passende Lernziele aus dem Lehrplan heraus.
Die Unterrichtsstunde sollte über die Stufen des jüdischen Lebens gehen: Beschneidung, Bar Mizwa, Ehe und Tod. Zu jeder Stufe bereitete ich ein passendes Poster vor, zu denen die Schüler Aufgaben bekamen. Weiterhin gab es Gruppenarbeiten mit Informationstexten, die die visuellen Eindrücke ergänzen sollten. Zentrale Erkenntnisse hielten wir an der Tafel fest. Im Transfer beschrieben die Schüler die Stufen des christlichen Lebens und zeigten Unterschiede zu den jüdischen Stufen auf.
Da wir einen äthiopischen Jungen in der Klasse haben, der über wenige Deutschkenntnisse verfügt, bereitete ich differenziertes Material für ihn vor. Dazu ließ ich Arbeitsaufträge und Arbeitsblätter von einem äthiopischen Freund übersetzen. So konnte auch dieser Schüler am Unterricht teilnehmen.
Besonders war, dass mein Dozent die Unterrichtsstunde beobachtete und bewertete. Im Großen und Ganzen verlief meine Religionsstunde sehr gut. An ein paar Kleinigkeiten muss ich aber noch feilen. Ich war ziemlich zufrieden mit meiner Leistung und fühlte mich in der Rolle als Lehrkraft sehr wohl.
Das Praktikum neigt sich nun dem Ende zu. Ich durfte nochmals neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, bevor ich mich ins Referendariat stürze. Es war mein letztes Pflichtpraktikum, das ich an der Universität absolvieren musste und dennoch fühle ich mich praktisch noch sehr unvorbereitet.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 31, 2019

Die Lehrer von morgen

Hitzewelle

Jeder kennt die Probleme, die eine Hitzewelle mit sich bringt. Ich selbst wohne in einem mehrstöckigen Studentenwohnheim, das 1972 erbaut wurde. Falls es eine Isolierung geben sollte, merke ich davon nichts. Meine einzige Rettung ist mein Ventilator. Er läuft in Dauerschleife. Da mein Fenster eine ganz spezielle Breite hat, waren Rollos schwer auffindbar. Dennoch beschaffte ich mir welche und ließ sie zurechtschneiden. Sie halten die Hitze zumindest ein bisschen ab. Meine Eingangstüre steht auch offen, damit ein Durchzug entsteht.
Gehe ich aus meiner Wohnung wird es nicht besser. In Würzburg gibt es nämlich keine klimatisierten öffentlichen Verkehrsmittel. Schwitzen ist angesagt. Der Umwelt zu liebe geht das schon, dennoch ist es unangenehm. Vor allem, wenn der Bus mal wieder voll ist. Selbst zu Fuß gibt es kaum Schattenmöglichkeiten zur Universität. Angekommen sind die Bedingungen in den Seminarräumen nicht sonderlich besser, man klebt förmlich auf den Stühlen.
Deine Abkühlung im Freibad wäre schön. Allerdings befindet sich dieses am anderen Ende der Stadt. Dorthin zu kommen gleicht einer Tortur. Meine einzige Rettung ist die neu eröffnete Eisdiele, die nicht weit von mir entfernt ist.
Grundsätzlich mag ich die Hitze. Zuhause auf unserer Terrasse ist es herrlich unter dem dicht gewachsenen Hopfen. Falls es doch mal zu warm werden sollte kann ich ins kühle Haus gehen.
Hier in Würzburg finde ich es hingegen unerträglich. Es ist kaum möglich, einen klaren Kopf zum Lernen zu bekommen.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2019