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Schülerleben live

Latein

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

05.11.2014

Seit der sechsten Klasse verfolgt mich dieses Fach und lässt sich einfach nicht abschütteln. Meine Beziehung zu der toten Sprache fing ursprünglich mit großer Begeisterung an. Ich verteidigte meine Entscheidung dafür gegen alle, die Französisch gewählt hatten und mich von den pragmatischen Vorteilen der französischen Sprache überzeugen wollten. Schließlich konnten sie sich im Urlaub verständigen. Wo wolle ich denn bitte Latein benutzen, bei einer Privataudienz beim Papst? Trotz der überzeugenden Argumente hielt ich an meiner Wahl fest. In den ersten Jahren war da noch die Bewunderung für diese mystische Sprache und das stolze Volk der Römer. Ich war überzeugt, das spannendste Fach belegt zu haben und konnte den Glanz vergangener Zeiten spüren. In den Jahren danach kamen immer mehr Zweifel auf. Was hatte mich nur dazu getrieben, eine Sprache lernen zu wollen, die noch mehr Fälle hatte als das Deutsche? Was genau hatte mich an diesen Unmengen von Vokabeln gereizt? Nicht selten verfluchte ich meine Wahl und hatte einen klassischen Lateindurchhänger. Später verbesserte sich die Situation immens, da wir keine neue Grammatik mehr lernen mussten. Stattdessen kam ein Wörterbuch angeflogen, das mich so manche Klausur über- und bestehen ließ. Meine Beziehung zur lateinischen Sprache hatte sich damit deutlich verbessert. Sogar so viel, dass ich mich dafür entschied, das Fach auch in der Oberstufe weiterzuführen.
Momentan lässt sich die Beziehung am besten als ein friedliches Nebeneinander beschreiben. Man akzeptiert sich, aber Liebe ist es nicht. Warum ich mein Verhältnis zu Latein so genau analysiere? Die Antwort ist einfach und dennoch grausam: In wenigen Tagen schreibe ich eine Lateinklausur und hoffe, dass sich die Beziehung danach nicht drastisch verschlechtern wird.

 

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