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Vitae discimus

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

01.06.2010

Ich bin behindert ... Oder doch nicht? Ist Behinderung stattdessen etwas völlig Normales? Aber was ist das überhaupt, Normalität? Und wie entsteht Behinderung wirklich? Wird sie vielleicht in der Gesellschaft gemacht, die Andersartige ausgrenzt und verleugnet? Aber wer sind Andersartige überhaupt?

Man sagt immer „non scholae, sed vitae discimus“ (nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir). Auf ein Seminar, das sich mit diesen und ähnlichen Fragen auseinandersetzt, trifft diese Weisheit tatsächlich zu – wenigstens für mich, da ich von der Thematik direkt betroffen bin. Es geht um die UN-Behindertenkonvention und ihre Umsetzung in Deutschland. Und ich habe mich aus eben diesem Grund für den Kurs angemeldet: um für das Leben zu lernen. Für mein Leben als Behinderte.

Ich bin nicht die einzige Seminarteilnehmerin, die persönlich von einer Behinderung betroffen ist. Andere haben im privaten Umfeld mit Behinderten zu tun oder arbeiten in einer sozialen Einrichtung. Das Seminarklima ist gut und ich bin froh, dass ich mich für den Besuch des Kurses entschieden habe. Auch wenn mir manche Themenschwerpunkte wie die Euthanasieprogramme des Dritten Reiches oder der gesellschaftliche Umgang mit Behinderten heute (Stichwort: Behindertenfeindlichkeit) aus den verschiedensten Gründen doch sehr nahe gehen. Die Debatte um Integration und Inklusion (Einbeziehung) wühlt mich ebenfalls immer wieder auf. Denn Inklusion zu wollen, heißt nicht automatisch, sie zu haben und erleben zu dürfen. Letztlich werden Behinderte wohl immer behindert bleiben.

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