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Barrierefrei studieren?

Größte Entscheidung

Wer ist nicht aufgeregt und angespannt, wenn er die größte Entscheidung seines Lebens fällen soll? Das Treffen mit dem Politik-Studiengangsleiter und einem Buchwissenschafts-Dozenten verlief ganz anders als kürzlich das mit einem Doktor der Geschichte. Damals schien es mir falsch, mich mit der Behinderung einfach so einzuschreiben. Sicher war sicher, bevor ich am Ende als die Dumme da stand. Doch im Grunde glaubte ich an eine Zusage.

Und dann sofort die Frage: „Warum wollen Sie ausgerechnet Buchwissenschaft studieren?" Als ob er mich auf die Probe stellen wollte! Nicht nur vom ersten Eindruck, sondern auch von dieser Antwort hing wohl eine Menge ab. Zum Glück gab ich eine, die passte und machte nicht den üblichen Fehler, Buchwissenschaft mit Literaturgeschichte zu verwechseln.

Gut war auch, dass ich den beiden aufgrund meiner Schullaufbahn unter Sehenden Hinweise geben konnte, wie wir mein Studium am besten verwirklichten. Worauf war zu achten? Was würde mir die Sache erleichtern? Sie wollten mir zum Beispiel nach den Sitzungen die Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen. Wollten auf meine besonderen Bedürfnisse gerne Rücksicht nehmen. Die Fächerkombination sei zwar selten, aber warum eigentlich nicht? Sie vermuteten, dass ich engagierte Kommilitonen haben würde. Doch was war mit den schlechten Erfahrungen während der Gymnasiums-Zeit?

Sie blieben dennoch beide offen für Neues und alle drei glaubten wir daran, dass sich ein geeigneter Weg finden ließ; den wir noch immer zusammen gehen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 11, 2007
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 11, 2007

Barrierefrei studieren?

Individueller Stundenplan

Ein weiteres Problem, das immer zu den Semesterferien wiederkehrt: die Zusammenstellung des individuellen Stundenplans! Wie schön war es doch in der Schule, als man uns vorgab, wann wir wo zu sein hatten. Jetzt sagt man uns nur noch, was alles auf dem Weg zur Zwischenprüfung belegt werden muss. Aber nach dem Wie fragt man vergeblich.

Hat es bei zwei Fächern nur selten Überschneidungen gegeben, so ist es bei drei Fächern fast unmöglich, all die Seminare und Vorlesungen zum empfohlenen Zeitpunkt zu besuchen. Da fallen Buchwissenschaft und Geschichte um zwei Stunden zusammen, dort nur um 15 Minuten. Aber wer kann jede Woche so lange in einem Seminar fehlen? Und wer weiß, wie man auf einen anderen Termin ausweichen soll, wenn es für eine bestimmte Veranstaltung keinen alternativen Termin gibt?

Ganz zu schweigen vom Online-Anmeldesystem. Ganz neu und - wer hätte das gedacht - ganz toll! Natürlich separat in jedem Fach. Was nicht heißt, dass man eine Antwort vom Admin erhält, wenn man sich wegen eines Authentifizierungsproblems nicht anmelden kann. Außerdem erfährt man auch hier erst sehr kurzfristig, für welche Veranstaltung die Anmeldung geklappt hat. Und dann, wenn man es weiß, steht längst fest, dass die übrigen Veranstaltungen bereits hoffnungslos überfüllt sind ...

Und wie sehen die Vorteile überdies für Blinde aus? Wähle zwischen S (rot) und S (grün), ob ein Scheinerwerb gewünscht ist oder nicht. Hmm ...?

Wie gut, dass es nicht zu den Aufgaben einer kleinen Studentin zählt, das richtige Ende des Fadens zu finden, um daran zu ziehen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 29, 2007
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 29, 2007

Barrierefrei studieren?

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn

Hunderte von Seiten muss ich vor Semesterbeginn noch scannen. Was die erforderlichen Arbeitsmaterialien betrifft, ist das Studium in Erlangen nicht barrierefrei, sondern anstrengend und komplex. Habe ich zu Beginn noch gedacht: Ach, den Reader, den scanne ich mal schnell ein. So bin ich bald eines Besseren belehrt worden und überlege es mir dann anders. - Nein, ich will das Studium nicht abbrechen. Im Gegenteil: Ich werde es erweitern. Politik wird vom Haupt- zum ersten Nebenfach. Das zusätzliche Geschichtsstudium bedeutet jedoch schon im zweiten Nebenfach noch einmal so viel Arbeit wie die beiden anderen zusammen.

Hinzu kommt über das Einscannen der Texte hinaus, sie mit einem Sehenden Korrektur zu lesen. Schlechte Kopien führen zu vielen Fehlern. Seitenzahlen und Fußnotenziffern lässt der Scanner häufig weg. In einer anderen Sprache tut er sich sowieso schwer. Tabellen überträgt er oftmals falsch. Und grafische Darstellungen setzt er natürlich nicht adäquat um; manche sind derart kompliziert, dass es Stunden dauert, bis man sie mir begreiflich gemacht hat.

Da vergeht eine halbe Ewigkeit, ehe ich überhaupt erst einmal mit dem Lesen der Pflichtlektüre anfangen kann. Ganz zu schweigen von den Texten, die mich zur Vertiefung interessieren ...

Aber ich habe es ja nicht anders gewollt. Und ich bin auch noch glücklich damit! Die Frage ist nur: Wie oft werde ich in den kommenden Semestern Zeit zum Schlafen haben? Zeit, um meine Freunde zu treffen und Romane zu schreiben?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 19, 2007
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 19, 2007