interaktiv

Barrierefrei studieren?

Auf eigenen Füßen

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

27.02.2009

Die Kommilitonin, von der ich in meinem letzten Beitrag berichtet habe, lief mit mir in den kommenden Wochen jedes Mal zur Vorlesung und anschließend von dort wieder zurück bis zu einem Punkt, an dem ich mich auskannte und sicher fühlte. Das half mir dabei, mich mit dem neuen Weg vertraut zu machen. Von Woche zu Woche prägte ich ihn mir besser ein, zumal er auch nicht schwierig ist. Denn wie sich herausstellte, kannte ich einen Großteil der Strecke bereits aus einem anderen Zusammenhang. So musste ich nur noch ein kleines Stück dazu lernen. Und darüber, dass mir diesmal nicht noch mehr abverlangt wurde, war ich dann doch irgendwie erleichtert. Denn auch wenn ich von der Kommilitonin Hilfe bekam: Ich halte es für wichtig, auf eigenen Füßen zu stehen.

Mein Ziel ist immer, die Räume, in denen gelehrt wird, selbständig finden zu können. Und das am besten so schnell wie möglich. Denn was sollte ich ansonsten tun, wenn zum Beispiel die Kommilitonin einmal krank ist? Natürlich würde sie mir dann Bescheid sagen und ich könnte jemand anderen fragen. Aber so oder so: Die zuverlässigste Variante ist und bleibt immer die, nicht auf die Unterstützung anderer angewiesen zu sein.

Nur treffe ich immer wieder auf Situationen, in denen es völlig unmöglich ist, ohne gesunde Augen voranzukommen. Und dann - natürlich nicht nur dann - bin ich dankbar für die zahlreichen Hände, die mir angeboten werden. Wie viele Leute meine Hilflosigkeit gleichzeitig bewusst ignorieren, kann ich zum Glück nicht sehen.

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