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Barrierefrei studieren?

Leider keine Campus-Uni

Das Seminar in Mittelalterlicher Geschichte wurde sehr schön. Nicht nur inhaltlich, sondern auch, weil ich von allen Seiten Hilfe bekam. So erkundigte sich der Dozent, nachdem er mich vor der ersten Sitzung nach Hause geschickt hatte, bei den anderen Seminarteilnehmern, ob denn nicht jemand den gleichen Weg nehmen müsste wie ich. Und ich hatte Glück: Nicht nur auf dem Hinweg fand ich Begleitung, sondern auch auf dem Rückweg. Und das war weit mehr, als ich erwartet hatte.

Eine Kommilitonin saß nicht nur mit mir zusammen in diesem Seminar, sondern auch im Kurs davor. So konnten wir gemeinsam von A nach B fahren. Nach der Sitzung musste ich dann noch nach C, wo jeden Dienstag ein drittes Seminar auf dem Stundenplan stand. Und in diesem Fall durfte ich es mir sogar im Auto einer Kommilitonin bequem machen, die jede Woche extra einen Umweg fuhr, um mich dorthin zu bringen.

Trotzdem lernte ich zur Sicherheit auch diese Wege selbst. Da ich nicht sofort darüber informiert wurde, ob ich den Weg nun alleine finden musste oder nicht, stellte ich mich darauf ein, dass ich ihn innerhalb einer Woche zu beherrschen hatte. Also musste ich so schnell wie möglich jemanden finden, der ihn mir zeigte, was durchaus manchmal zu einem Problem werden kann. Und viel Zeit, mir den Weg mit allen seinen Ecken und Kanten einzuprägen, blieb mir ja auch nicht. Aber irgendwie gelang mir das dann doch. Und eigentlich bin ich an solche Schwierigkeiten inzwischen ja auch schon gewöhnt. Trotzdem wäre mir eine Campus-Uni natürlich lieber.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 6, 2009

Barrierefrei studieren?

Dabei und doch nicht dabei

Im vergangenen Semester belegte ich ein Proseminar in mittelalterlicher Geschichte. Und mit diesem Kurs sollte ich meine eigenen Geschichten schreiben.

Schon die erste Sitzung wurde höchst ungewöhnlich: Ich nahm nicht daran teil, galt aber dennoch als anwesend. Das ist so gekommen, weil ich blind bin. Aber diese Erklärung ist sicherlich zu kurz gegriffen.

In meinem Stundenplan standen zwei Seminare direkt nacheinander. Und beide fanden im gleichen Gebäude statt. Dachte ich! Aber eine halbe Stunde bevor das zweite Seminar beginnen sollte, hörte ich, dass das Zimmer von einem anderen Kurs belegt war. Ich fragte im Sekretariat nach und erfuhr, dass es eine kurzfristige Raumänderung gegeben hatte. Noch dazu nicht einfach nur irgendeine, sondern der Kurs war in ein Gebäude verlegt worden, das verhältnismäßig weit weg war.

Das größere Problem bestand jedoch darin, dass ich den Weg dorthin nicht kannte. Ich hatte noch nie zuvor einen Kurs in diesem Gebäude belegt. Also war es auch unmöglich, dass ich es innerhalb weniger Minuten finden konnte.

Wie in ähnlichen Situationen war ich verärgert und frustriert. Und ratlos. Was sollte ich denn nun tun? In der ersten Stunde fehlen und hoffen, dass ich den Weg bis zur nächsten Woche lernen konnte?

Glücklicherweise hielt sich der Dozent noch in seinem Büro auf. Ich erklärte ihm mein Problem. Aber auch er wusste nicht so richtig weiter. Zumindest nicht für dieses Mal. Daher schickte er mich nach Hause und notierte, ich wäre anwesend gewesen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 3, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 3, 2009

Barrierefrei studieren?

Auf eigenen Füßen

Die Kommilitonin, von der ich in meinem letzten Beitrag berichtet habe, lief mit mir in den kommenden Wochen jedes Mal zur Vorlesung und anschließend von dort wieder zurück bis zu einem Punkt, an dem ich mich auskannte und sicher fühlte. Das half mir dabei, mich mit dem neuen Weg vertraut zu machen. Von Woche zu Woche prägte ich ihn mir besser ein, zumal er auch nicht schwierig ist. Denn wie sich herausstellte, kannte ich einen Großteil der Strecke bereits aus einem anderen Zusammenhang. So musste ich nur noch ein kleines Stück dazu lernen. Und darüber, dass mir diesmal nicht noch mehr abverlangt wurde, war ich dann doch irgendwie erleichtert. Denn auch wenn ich von der Kommilitonin Hilfe bekam: Ich halte es für wichtig, auf eigenen Füßen zu stehen.

Mein Ziel ist immer, die Räume, in denen gelehrt wird, selbständig finden zu können. Und das am besten so schnell wie möglich. Denn was sollte ich ansonsten tun, wenn zum Beispiel die Kommilitonin einmal krank ist? Natürlich würde sie mir dann Bescheid sagen und ich könnte jemand anderen fragen. Aber so oder so: Die zuverlässigste Variante ist und bleibt immer die, nicht auf die Unterstützung anderer angewiesen zu sein.

Nur treffe ich immer wieder auf Situationen, in denen es völlig unmöglich ist, ohne gesunde Augen voranzukommen. Und dann - natürlich nicht nur dann - bin ich dankbar für die zahlreichen Hände, die mir angeboten werden. Wie viele Leute meine Hilflosigkeit gleichzeitig bewusst ignorieren, kann ich zum Glück nicht sehen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 27, 2009