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Was tun nach dem Abi?

Was mache ich hier eigentlich?

Autor:
Max

Rubrik:
auszeit nach dem abi

31.12.2018

Ich war in Kathmandu gelandet, atmete seitdem mehr Staub als Luft ein und fand heraus, dass Nepalesen kein Klopapier benutzen. Aber was war der eigentliche Grund meiner Reise?
Während meiner knapp acht Monate in Nepal war ich die meiste Zeit als Freiwilliger bei der deutschen Hilfsorganisation Shanti Leprahilfe (e. V.) beschäftigt. Vor 25 Jahren hat Marianne Großpietsch dieses Projekt ins Leben gerufen und dank vieler engagierter Helfer zahlreichen Menschen in Nepal ein würdiges Leben verschafft. Leprakranke in Nepal haben einen unheimlich schweren Stand in der Gesellschaft – sie werden häufig aus ihren Familien verstoßen und haben schlechte Aussichten auf ein gutes Leben. Die Organisation nimmt nicht nur Leprakranke auf, sondern auch andere verstoßene, physisch und geistig behinderte Menschen sowie Waisenkinder. Über Jahre hinweg hat Shanti zahlreiche Menschen von der Straße aufgegabelt und ihnen im Herzen Kathmandus ein Dach über dem Kopf geboten.
Das Gelände der Organisation liegt in Tilganga, einem Stadtteil in Kathmandu fünf Minuten vom Flughafen entfernt. Auf dem Grundstück stehen drei verschiedene Gebäude. In der von Hape Kerkeling gestifteten Klinik werden die Leprakranken und andere Patienten, die kein Geld haben, kostenlos behandelt. Im zweiten Stock wohnen Kinder, die geistig sowie körperlich eingeschränkt sind. In einem weiteren Gebäude dahinter befinden sich die Schule, der Kindergarten, eine Küche und Schlafräume. Auf der rechten Seite steht das dritte Gebäude mit verschiedenen Werkstätten, unter anderem einer Malerei, einer Schneiderei und einer Schreinerei. Viele Menschen, die von Shanti aufgenommen wurden, führen hier eine handwerkliche Arbeit aus.
Die Organisation ist nicht unbedingt auf Volontäre angewiesen. Die Erwachsenen arbeiten, die Kinder gehen in die Schule oder in den Kindergarten und die Menschen mit Behinderung werden betreut – alles geht Hand in Hand. Auch für Essen ist gesorgt. Das Gemüse kommt dabei direkt von einer Farm unweit von Kathmandu, die ebenfalls zur Organisation gehört. Dadurch ist Shanti sehr eigenständig, kalkuliert allerdings dennoch mit Spendeneinnahmen, die jederzeit gebraucht werden, um die Einrichtungen und den Lebensstandard zu verbessern.

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