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Master live

Plagen auf zwei Rädern - Teil 1

Die E-Roller, sie kamen und wurden von vornherein skeptisch beäugt: Segen oder Fluch für das urbane Leben? Mittlerweile haben sie die europäischen Hauptstädte erobert und meine Haltung ist klar: Die E-Roller braucht niemand.
Es begann in Prag, vor etwa einem Jahr. Ich erinnere mich noch gut daran: Die Innenstadt war voll mit den Scootern, doch es spielten sich auch Schreckensszenarien ab: Falsch geparkte Roller, die die Zugänge zu Wohnhäusern versperrten, in der Moldau versenkte Roller, zerbrochene Roller am Straßenrand. Nach Prag haben die Roller auch ihren Weg gen Westen gefunden. Bei meinen letzten Aufenthalten in Berlin und München zeichnete sich dabei das gleiche Bild ab, wie derzeit hier in Wien: Ein regelrechter Kampf der Roller-Unternehmen scheint begonnen zu haben. Verschiedene Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden, ein Roller sieht schicker und schnittiger aus als der andere. Auffällig in Wien ist zudem, dass scheinbar auch viele Privatpersonen den E-Roller für sich entdeckt haben und mit eigenen Maschinen die Straßen der Stadt – im wahrsten Sinne des Wortes – unsicher machen.
Mich lassen vor allem Sicherheitsbedenken an den Gefährten zweifeln. Die Roller sind für das Trottoir zu schnell, für die Straße zu langsam. Eine meiner beiden Test-Fahrten, die ich selbst unternahm, musste ich abbrechen, da ich mit einem Male den Lenker lose in der Hand hielt, nur noch mit ein paar Kabeln mit dem Gefährt verbunden. Ich frage mich: Für wen und für welche Strecken ist der E-Roller eigentlich gemacht? Für die „letzte Meile“ von der U-Bahn-Station zum Arbeitsort? Von der Haustür fix zum Supermarkt? Von der Vorstadt ins Zentrum pendeln? Für alle diese Zwecke gibt es bereits Verkehrsmittel: Es gibt Busse und Bahnen und U-Bahnen, es gibt den ÖPNV, der vor allem in Prag und Wien ein ganz hervorragender ist. Der E-Roller ist teurer als der ÖPNV, weniger komfortabel als ein Taxi. Er verhindert spontane Begegnungen an Ampeln oder entspanntes Schlendern. Er ist nicht barrierefrei und ersetzt kein Auto. Und vor allem: Er ist eine Umweltsünde sondergleichen: Wo kommen die Batterien in den Rollern her? Wer lädt sie über Nacht auf? Die Ökobilanz der zweirädrigen Plage mit der meines Fahrrades zu vergleichen erübrigt sich wohl. Und ich fühle mich dann doch deutlich sicherer, wenn ich mit 40 Sachen auf meinem Rennrad über den Asphalt fliege, als mit 25 Sachen auf einem zerbrechlichen Roller zum Spielball zwischen LKW und Straßenbahn zu werden.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 11, 2019

Master live

Mein neues Leben in Potsdam

Und so schnell sind zwei Wochen um! Das mag jetzt etwas zu dick aufgetragen klingen, aber ich fühl mich hier richtig angekommen. Habe ich je woanders studiert? Woanders gelesen, geschrieben, diskutiert und gelebt? Klar habe ich das, aber es fühlt sich bereits sehr natürlich an, hier zu studieren und zu leben. Mit der Wahl meines Masters bin ich rundum zufrieden. Er ist deutlich praktischer ausgerichtet als erwartet. Wahrscheinlich ist nach meinem sehr theorielastigen Bachelor für mich so ziemlich alles praktisch. Gruppenarbeiten, Fotokurse, echte Diskussionen mit offenem Ende - manchmal brauche ich noch etwas Zeit, um in dieser neuen Wirklichkeit anzukommen. Ich bin also ziemlich glücklich.
Nebenbei läuft die To-do Liste fröhlich weiter. Ganz oben steht die Bewerbung fürs Auslandssemester. Hier an der Universität kann man sich nämlich nur einmal im Jahr auf die Plätze bewerben. Meine beiden Wunschkandidaten sind die USA oder Israel. Für die USA muss ich mich bereits bis zum 20. November bewerben. Ehrlich gesagt wird das alles sehr knapp. Mein Anschreiben steht noch nicht, meinen Bachelorbetreuer aus Heidelberg muss ich noch um ein Empfehlungsschreiben bitten, der Englisch-Sprachtest muss noch absolviert werden und das alles neben dem alltäglichen Leben.
Die Uni Potsdam hat für Master-Studierende insgesamt drei Kooperationen mit der USA. Einmal die Duke University, die University of Mississippi und die Middlebury Institute of International Studies. Mein absoluter Favorit ist die Duke University, aber dort gibt es leider nur zwei Plätze. Mississippi sieht mit insgesamt fünfzehn Plätzen deutlich realistischer aus, aber dort würden dann etwa. 5.000 Dollar Studiengebühren auf mich zukommen. Jetzt heißt es mal wieder Daumen drücken, alles geben und schauen was passiert.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 11, 2019
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Nov 11, 2019

Master live

Hochschulsport?!

In meinem Bachelorstudium habe ich dem Hochschulsport nur wenig Beachtung geschenkt. Irgendwie hat mich das Sportangebot nicht richtig angesprochen und viele Kurse fand ich trotz Studierendenpreise immer noch sehr teuer oder die Veranstaltungszeit war ungünstig. Und wenn doch mal etwas Interessantes dabei war, waren die Plätze so knapp, dass ich in den entsprechenden Sportkurs gar nicht reingekommen bin.
Jetzt im Masterstudium an einer neuen Uni und in einer neuen Stadt habe ich beschlossen, dem Hochschulsport doch noch eine Chance zu geben und mal etwas Neues auszuprobieren. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich durch das gesamte Sportangebot gelesen habe, weil die Angebote wirklich zahlreich und vielfältig sind. Von Aikido bis Zumba ist so ziemlich alles dabei. Für mich kamen am Ende drei Sportkurse in die nähere Auswahl: Cheerleading, Step Aerobic und Volleyball.
Volleyball ist dabei die einzige Sportart, die ich zumindest schon einmal ausprobiert habe. Nichtsdestotrotz würde ich mich als Anfängerin einstufen. Der Anfängerkurs überschnitt sich jedoch mit meinem Stundenplan und kam daher nicht in Frage. Da ich sehr gerne tanze, klang Cheerleading für mich sehr interessant. Tanzen und dabei Pom Poms in die Luft werfen, stelle ich mir eigentlich ziemlich lustig vor. Allerdings lag der Fokus im Hochschulsport weniger auf Tanzen, sondern eher auf Hebefiguren und Akrobatik, womit ich eher weniger etwas anfangen kann.
Damit blieb dann nur noch Step Aerobic übrig. Auch das habe ich zuvor noch nie ausprobiert. Beim ersten Training stellte ich dann fest, dass es sich dabei um eine Mischung aus Tanzen und Kraftsport handelt, was ganz schön anstrengend sein kann, aber auch viel Spaß bringt! Ich konnte sogar noch eine Freundin von Step Aerobic überzeugen, sodass wir uns schließlich zusammen zu dem Kurs anmeldeten. Trotz des Muskelkaters, den ich regelmäßig nach dem Training habe, freue ich mich jede Woche drauf und bin froh, diese Sportart für mich entdeckt zu haben!