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Master live

Studium in Zeiten von Corona

Was recht wenig beachtet im fernen Wuhan anfing, hat sich nun zu einer weltweiten Epidemie entwickelt. Das Coronavirus oder Covid-19 ist nun auch zu einem großen Thema in Deutschland geworden und wirkt sich direkt auf mein Leben aus. Aktuell haben die Universitäten den Semesterstart verschoben. Auch haben die Berliner Unis entschieden alle Konferenzen oder sonstige Großveranstaltungen bis Ende Juli abzusagen. Was zunächst recht undramatisch klingt, kann für jeden einzelnen zu größeren Schwierigkeiten führen. Da ich mein drittes Semester in den U.S.A. studieren möchte, wollte ich nächstes Semester möglichst viel vorarbeiten. Ein Bestandteil wäre es gewesen, im nächsten Semester ein Symposium zu organisieren. Jetzt weiß ich jedoch nicht, ob diese Veranstaltung im Sommer überhaupt stattfindet und ob ich die Leistungspunkte sammeln kann. Auch gibt es aktuell noch keine Informationen dazu, ob sich mein Semester verkürzt oder sich nur der Zeitraum verschiebt. Wie lange wird das Semester sein? Werden Blockseminare die wöchentlichen Kurse ersetzen? Wird das Semester tatsächlich digital ablaufen? Meine persönliche Herausforderung ist, dass es aktuell einfach keine klaren Antworten gibt. Keiner weiß mit absoluter Sicherheit, wie lange bestimmte Vorsichtsmaßnahmen aufrechterhalten werden müssen und wann wieder der normale Universitätsbetrieb aufgenommen werden kann. Momentan ändert sich jeden Tag etwas und niemand weiß, was in einer Woche sein wird. Ich kann jedoch sehr gut nachvollziehen, dass die Universitäten besonnen und tagesaktuell Entscheidungen treffen müssen. Das wiederum macht es für mich und für alle anderen Studenten aber schwer, Pläne für die weitere Zeit zu fassen. Ich bin gespannt, wie mein zweites Mastersemester in Zeiten von Corona aussehen wird.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2020

Master live

Uni im Ausnahmezustand - Teil 2

10. März:
Am Morgen herrscht eine eigenartige Stimmung im Seminar an der Slawistik, welches ich belege. „Will jemand?“, fragt eine Kommilitonin und hält ihr Desinfektionsmittel in die Runde. Es will niemand. Die fünf anderen sind entweder selbst ausgestattet, oder möchten sich nicht permanent die Hände desinfizieren. Als der Professor den Seminarraum betritt und den Semesterplan vorstellt, ist der Großteil der Termine grau verzeichnet. Gerade wisse man noch gar nicht, ob nächste Woche überhaupt Unterricht stattfindet.
Schließlich geht dann alles noch schneller als angenommen: Am Nachmittag verkündet die österreichische Regierung, den Präsenz-Unterricht an allen Universitäten des Landes auszusetzen; etliche weitere Länder Mitteleuropas ziehen mit.
In der Nacht folgt eine weitere Aussendung des Rektorats der Universität: „Umstellung des Studienbetriebs auf home-learning“ steht euphemistisch im Betreff. Alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen fielen aus, alle Gebäude und auch die Bibliotheken blieben geschlossen. Den Studierenden sollen keine Nachteile im Studienverlauf erwachsen.

11. März:
Während in Deutschland noch darüber diskutiert wird, ob man Universitäten schließen müsse, bleiben die Universitätsgebäude in Wien heute zu. Mich erreichen die ersten Mails von Lehrkräften. In der nächsten Woche würden die ersten Unterlagen im Moodle zur Verfügung stehen, schreibt eine Seminarleiterin. Ein Professor schreibt, seine Vorlesung sei nicht auf die Lektüre von Artikeln ausgelegt. Die Lehrveranstaltung soll als Livestream abgehalten werden, was ein „recht ungewisses Unterfangen“ sei, da hunderte andere Lehrende den gleichen Plan hätten und er zudem „technisch unbegabt“ sei.

Bis voraussichtlich 3. April…
… ist die Universität nun de facto heruntergefahren. Danach gibt es planmäßig zwei Wochen Osterferien, was heißt, dass die Universität nun fünf Wochen lang schlummert. Dabei hoffe ich, dass es nicht zum Stillstand kommen wird. Auch in Zeiten von Moodle und Co. ist digitales Lernen immer noch eine Herausforderung, vor allem wenn so wenig Zeit zur Vorbereitung bleibt. Ob es funktioniert, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2020

Master live

Fünf Jahre nach dem Abitur

Da ich in Rheinland-Pfalz zur Schule gegangen bin, habe ich bereits im März 2015 mein Abitur gemacht. Ist das wirklich schon fünf Jahre her? Einerseits fühlt es sich manchmal so an, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich als Schülerin im Klassenzimmer saß. Anderseits ist seit dem Abitur viel passiert, sodass ich das Gefühl habe, mit meinem 18-jährigen Ich kaum noch etwas gemeinsam zu haben.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich am Boden zerstört war, als meine Ergebnisse der Abiturprüfungen nicht so gut waren, wie erhofft. Nächtelang habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich studieren soll und in welche Stadt ich ziehen möchte. Ständig hatte ich das Gefühl, die richtige Entscheidung treffen zu müssen und habe mich von anderen verunsichern lassen. Außerdem hatte ich Angst, nach dem Abi den Kontakt zu meinen Schulfreunden zu verlieren.
Könnte ich meinem jüngeren Ich heute einen Ratschlag geben, dann wäre es sicher der, sich nicht so viele Sorgen zu machen. Ein paar Punkte mehr im Abitur hätten mein Leben nicht besser gemacht und letztendlich hat mein Abischnitt keine große Rolle gespielt. Außerdem bin ich mir sicher, dass es nicht die eine richtige Entscheidung gab. Ich habe mich zwar für ein sozialwissenschaftliches Studium entschieden, mit Pädagogik, Sozialer Arbeit oder BWL wäre ich aber vermutlich genauso glücklich gewesen. Auch eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau wäre keine schlechte Idee gewesen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass oft sehr viele Wege ans Ziel führen und es daher nicht wichtig ist, direkt nach der Schule zu wissen, wo es hingehen soll. Zudem weiß ich jetzt, dass es sich lohnen kann, auf sich selbst statt auf andere zu hören. In meinem Fall war es ein Freiwilligendienst, von dem mir zwar fast jeder abgeraten hat, der sich am Ende jedoch als die beste Entscheidung überhaupt erwiesen hat. Und auch meine Sorge, Freundschaften zu verlieren, hat sich als unbegründet herausgestellt. Meine besten Freunde von früher sind heute immer noch meine besten Freunde, wofür ich sehr dankbar bin. Vor fünf Jahren hätte ich bestimmt nicht ahnen können, was mich alles nach dem Abi erwarten wird. Daher bin ich genauso gespannt auf die nächsten fünf Jahre.

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Mar 20, 2020