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Master live

Von Inseln, Stränden und Lagunen

Für mich steht dieses Jahr unter dem Motto „Auf zu neuen Ufern“. Grund dafür ist die steigende Zahl an Ausflügen, Exkursionen und Reisen, die ich (für mich neu) auf Inseln und zu Küsten und Gewässern plane.
Angefangen hat es mit der großen botanischen Exkursion auf Teneriffa, für die ich einen Platz unter den Inselerkundern bekommen habe. Ich bin gespannt, was uns dort erwarten wird. Diese Reise ist für mich eine Belohnung, die mich hoffentlich das Semester hindurch motivieren kann. Und da es die letzte Exkursion eines klasse Dozenten ist, bei dem ich auch noch meine Bachelorarbeit schreiben werde, habe ich das Gefühl, es wird etwas ganz Besonderes.
Dennoch ist der Aufenthalt auf Teneriffa eine Uniexkursion und wird daher auch mit viel Schweiß und Arbeit verbunden sein. Also fehlt mir noch ein richtiger Urlaub. Da ich diesen Sommer hoffentlich mit der Datenerhebung für meine Masterarbeit eingespannt sein werde, fällt der Sommer für einen Strandurlaub flach. Übrig blieb nach dem Ausschlussverfahren nur noch der März und mein Mann und ich entschieden uns für Italien. Wir nutzten die Weihnachtsferien um unsere Reise nach Bella Italia zusammenzustellen. Wir freuen uns jetzt auf eine Woche Wanderurlaub an der Küste von Ligurien, gefolgt von drei Tagen in der Lagunenstadt Venedig, wo uns Wassertaxis zu weiteren neuen und schönen Ufern bringen werden.
Und weil ich wohl bald nicht mehr die Vorzüge des Studentendaseins nutzen kann, hab ich mich auch noch auf eine Exkursion zum Vogelparadies des Neusiedlersees beworben. Die ist im Mai, also in meiner Masterarbeitshochphase. Ich habe mich aber entschieden, mir diese Chance nicht entgehen zu lassen. Wer weiß, wann ich wieder eine Woche hauptsächlich dem Beobachten von Vögeln widmen kann und das auch noch für ein wenig Geld.
So eine Exkursion soll mich auch vorbereiten für Umweltgutachterarbeiten. Denn wenn alles so läuft, wie ich das gerade plane, werde ich den sicheren Hafen der Uni bald verlassen. Aber ehrlich gesagt, kann ich es oft kaum erwarten, endlich meine Segel zu hissen, um neue Ufer im Berufsleben anzusteuern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Feb 8, 2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
Feb 8, 2017

Master live

Supermond

Vor einigen Monaten gab es einen sogenannten Supermond. Ich saß bis Einbruch der Dunkelheit in einer Vorlesung – glücklicherweise, denn drei Freundinnen von mir, die neben mir saßen, wollten im Anschluss auf einen Berg außerhalb von Magdeburg fahren, um den Mond anzuschauen. Ich dachte mir, dass das eine schöne Abendbeschäftigung sein könnte. Also ging ich spontan mit. Ein Freund holte uns mit seinem Auto ab und wir fuhren in der einbrechenden Dunkelheit raus aus Magdeburg. In meiner Generation ist Autofahren ja irgendwie out – zumindest in meinem Umfeld – und ich habe mich wie in einem amerikanischen Teenie-Film aus den Neunzigern gefühlt, so in dieses alte Auto gequetscht mit den Smashing Pumpkins als musikalische Untermalung – natürlich auf Kassette.
Wir fuhren auf der Landstraße, als wir links auf einem Feld an die fünfzig Schemen in der Dunkelheit stehen sahen. Einige hatten Stative vor sich aufgebaut oder guckten einfach nur in den Himmel. Warteten sie etwa auf die Ankunft der Außerirdischen? Wir machten einige Scherze in diese Richtung, doch dann holte der Freund seine eigene Kamera auf einem Stativ heraus und machte Bilder mit Langzeitbelichtung. Und der Mond war tatsächlich unglaublich! Zum einen orangerot, zum anderen wirklich bombastisch groß. Dass der Mond so groß wirkt, ist die Folge einer Wahrnehmungstäuschung, die damit zusammenhängt, dass wir Dinge in der Höhe in ihrer Größe nicht einschätzen können. Dann wurde es sehr schnell sehr kalt und der Mond verschwand hinter den Wolken. Dennoch war die Atmosphäre ganz besonders!

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Feb 6, 2017
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Feb 6, 2017

Master live

Ein rasiertes Pferd

In der Zeit vor Weihnachten hatte ich einen Nebenjob über eine studentische Jobvermittlung gefunden. Eine Firma für Fotodruck suchte in der Nähe von Leipzig saisonale Unterstützung für die Vorweihnachts-Produktion. Also habe ich ein paar achtstündige Schichten in der sogenannten Fun-Abteilung der Firma übernommen. In dieser werden verschiedene Dinge mit Fotos bedruckt, die von Privatpersonen bestellt wurden, zum Beispiel Textilien wie T-Shirts, Kissenbezüge und Jutebeutel, aber auch Tassen, Magnete und Foto-Aufsteller. Die Schichten waren für mich ziemlich anstrengend, da ich an den Bügelmaschinen im Stehen arbeiten musste und anfangs auch keine so langen Arbeitstage gewohnt war. Die meisten Fotos zeigten Familien, ganz viele Babys und Kleinkinder, Hochzeiten und Tiere. So viele Gesichter habe ich noch nie zuvor in so kurzer Zeit gesehen!
Zwischendrin gab es aber auch kleine Highlights. Mein Favorit war ein Foto von einem rasierten Pferd, das ich auf einen Kissenbezug drucken sollte. Das Pferd war an der Unterseite rasiert und an seinem Hinterteil waren drei Sterne aus Fell stehen gelassen worden. Das fand ich ziemlich witzig!
Intellektuell gesehen war die Arbeit gar nicht anspruchsvoll und ich war immer sehr froh, wenn ich wieder eine Schicht hinter mich gebracht hatte. Jedoch war es eine gute und wichtige Erfahrung für mich, den Arbeitsalltag von vielen Menschen in Deutschland mal eine Zeitlang mitzumachen. Es gibt so viele Jobs, die für eine Studentin wie mich unsichtbar bleiben, die einfach erledigt werden, ohne, dass ich auch nur einen Gedanken daran verschwenden muss: Ich bestelle im Internet einen Fotoaufsteller und drei Tage später kommt er bei mir an. Die ganzen Zwischenschritte bräuchten mich nicht zu interessieren. Jedoch finde ich es wichtig, auch diese Arbeiten wertzuschätzen und mir bewusst zu machen, dass viele Menschen für einen geringen Lohn in den verschiedenen Wertschöpfungsketten arbeiten und fast grenzenlosen Konsum für unsere Gesellschaft ermöglichen.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Jan 31, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Jan 31, 2017