interaktiv

Medizin studieren

Und es ist geschafft

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

14.08.2013

In der letzten Woche sank das soziale Leben in meinem Freundeskreis auf ein wahrlich trauriges Minimum: Unterhaltungen reduzierten sich auf kurze Fragen in Chat-Gruppen, Treffen auf das gemeinsame Mittagessen in Lernpausen. Ein Großteil der Leute hatte ein gewaltiges Defizit aus dem laufenden Semester angesammelt und sich somit zu zwölfstündigen Lern-Marathons während der letzten zwei Wochen verpflichtet. Chemie lag ja bekanntermaßen bereits hinter uns, aber Physik, Anatomie und Bio mussten wir irgendwie noch schaffen.

Physik sollte – allen Aussagen von älteren Semestern und unserer Fachschaft zufolge – allerdings eher eine Art „Führerschein-Prüfung“ sein: Antworten ankreuzen und bestehen. Denn seit 2000 hätten sich sämtliche Physik-Klausuren für uns Mediziner auf einen etwa 350 Fragen umfassenden Katalog beschränkt. Doch erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt! Das dachten wir uns kollektiv NACH dieser sogenannten „Führerscheinprüfung“. Offensichtlich waren wir nämlich das erste Semester seit 13 Jahren, das eine neu konzipierte Prüfung vorgelegt bekam. Das ungute Gefühl bestätigte sich mit dem Ergebnis: Insgesamt sind 40 Prozent durchgefallen.

Glücklicherweise gehöre ich zu den anderen 60 Prozent! Wäre allerdings auch eher peinlich geworden, meinen Kommilitonen erklären zu müssen, wie ein Ex-Physikstudent durch eine Mediziner-Physik-Klausur fallen kann.

Kaum lag Physik hinter uns vergrub sich das Kollektiv jedoch wieder in der Bib. Letzten Endes ging es jedoch für meine Freunde und mich gut aus: Auch Biologie und Anatomie haben wir alle erfolgreich hinter uns gebracht. Und so verabschiedeten wir uns euphorisch und würdig in unsere wohlverdiente zweieinhalbmonatige Sommerpause!

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