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Medizin studieren

Langeweile? Fehlanzeige!

Meine Großeltern waren, wie bereits erwähnt, für drei Nächte zu Besuch in Münster. Innerhalb eines Tages erfuhr ich so mehr über Münster als in den vergangenen vier Monaten. Auch nicht schlecht! Außerdem haben solche Besuche offensichtliche Vorteile wie mehrere Tage durchgefüttert werden ohne eigene Ausgaben und natürlich der Import regionaler Spezialitäten aus der Heimat, an die zu kommen in Münster recht aufwendig bis unmöglich ist.

Mit meinen Großeltern bin ich dann auch direkt zurück in die Heimat gefahren, um meiner Mutter beim Renovieren ihrer Physiotherapie-Praxis zu helfen. Fünf Tage Fußboden verlegen und Streichen hinterlassen dann doch Spuren. Aber es ist natürlich auch toll zu sehen, wie sich eine ganze Praxis innerhalb kurzer Zeit ändern kann.

Leider blieb überhaupt keine Zeit, in irgendeiner Art Kontakt zu ehemaligen Klassenkameraden und Freunden aufzunehmen, denn nach neun Stunden Arbeit und verschiedenen Familientreffen war ich wirklich geschafft.

Zurück ging es dann per Mitfahrgelegenheit, sodass ich pünktlich zu meinem Job als OP-Assistent zurück in Münster war. Der entpuppt sich zunehmend als wahrer Glücksgriff, denn neben angemessener Bezahlung bringt er mir schon einiges an Erfahrung und Connections ein. Und abgesehen davon macht er auch Spaß! Zwar darf ich momentan „nur“ Haken halten, Blut absaugen, spülen oder tupfen, Fäden durchschneiden und dergleichen, aber wer weiß? Wenn ich mich gut mache, darf ich vielleicht auch anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 29, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 29, 2013

Medizin studieren

Sommerloch

Nach einer enorm stressigen Woche stand nun also das absolute Gegenteil: Entspannung pur. Eine Woche lang die Nacht zum Tag und den Tag zur finsteren Nacht machen, so jedenfalls der Plan. Nicht mit einberechnet hatte ich allerdings das Bedürfnis fast aller meiner Kommilitonen, sich zu Hause blicken zu lassen. Also stand ich plötzlich ziemlich allein da, nur zwei Freunde waren verblieben. Sicherlich wäre es das einfachste, ebenfalls nach Hause zu fahren und dort die freien Wochen zu genießen, jedoch ließe sich das kaum bis gar nicht mit meinem Job an der Uni-Klinik vereinbaren, der mit acht Stunden pro Woche zwar nicht unbedingt der einträglichste, definitiv jedoch ein lehrreicher ist: Ich darf als OP-Assistent in der Urologie bei der Urologie-Professorin Haken halten!

Das ist für einen Vorkliniker wie mich (also einen Medizinstudenten vor dem fünften Semester respektive vor dem Physikum) absolut untypisch, normalerweise werden klinisch erfahrenere Mediziner für solche Jobs bevorzugt. Aber nachdem in den Semesterferien alle besser geeigneten Menschen Münster fluchtartig zu verlassen scheinen, bleibe nur ich übrig. Jetzt darf ich das erste Mal in meinem Leben in den OP!

Dass Münster jetzt leergefegt ist, fällt dabei schon ziemlich auf. Wäre noch vor einer Woche bei dem genialen Wetter die Wiese am Aasee zum Bersten voll gewesen, findet man mittlerweile ganz leicht ein schönes Fleckchen für sein Handtuch.

Eigentlich auch ein bisschen traurig, denn abgesehen von fünf Stunden Training und acht Stunden Arbeit pro Woche bleibt mir tatsächlich nichts zu tun. Gut, ich bekomme Besuch von meinen Großeltern und habe endlich Zeit, Münster etwas besser kennenzulernen, aber allein macht das halt doch nicht so viel Spaß.

Aber gut, allzu lange geht das auch nicht mehr. Schließlich heißt es schon in drei Wochen: Ab zur Surfschule nach Frankreich! Ich werde rot nämlich wieder als Surflehrer arbeiten.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 22, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 22, 2013

Medizin studieren

Und es ist geschafft

In der letzten Woche sank das soziale Leben in meinem Freundeskreis auf ein wahrlich trauriges Minimum: Unterhaltungen reduzierten sich auf kurze Fragen in Chat-Gruppen, Treffen auf das gemeinsame Mittagessen in Lernpausen. Ein Großteil der Leute hatte ein gewaltiges Defizit aus dem laufenden Semester angesammelt und sich somit zu zwölfstündigen Lern-Marathons während der letzten zwei Wochen verpflichtet. Chemie lag ja bekanntermaßen bereits hinter uns, aber Physik, Anatomie und Bio mussten wir irgendwie noch schaffen.

Physik sollte – allen Aussagen von älteren Semestern und unserer Fachschaft zufolge – allerdings eher eine Art „Führerschein-Prüfung“ sein: Antworten ankreuzen und bestehen. Denn seit 2000 hätten sich sämtliche Physik-Klausuren für uns Mediziner auf einen etwa 350 Fragen umfassenden Katalog beschränkt. Doch erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt! Das dachten wir uns kollektiv NACH dieser sogenannten „Führerscheinprüfung“. Offensichtlich waren wir nämlich das erste Semester seit 13 Jahren, das eine neu konzipierte Prüfung vorgelegt bekam. Das ungute Gefühl bestätigte sich mit dem Ergebnis: Insgesamt sind 40 Prozent durchgefallen.

Glücklicherweise gehöre ich zu den anderen 60 Prozent! Wäre allerdings auch eher peinlich geworden, meinen Kommilitonen erklären zu müssen, wie ein Ex-Physikstudent durch eine Mediziner-Physik-Klausur fallen kann.

Kaum lag Physik hinter uns vergrub sich das Kollektiv jedoch wieder in der Bib. Letzten Endes ging es jedoch für meine Freunde und mich gut aus: Auch Biologie und Anatomie haben wir alle erfolgreich hinter uns gebracht. Und so verabschiedeten wir uns euphorisch und würdig in unsere wohlverdiente zweieinhalbmonatige Sommerpause!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Aug 14, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Aug 14, 2013