Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Die Erfolgsstrategie – oder doch nicht?

Kommilitone heißt so viel wie Mitstreiter, ein Kumpan, der einem unter die Arme greift und dem man im Gegenzug auch hilft. Lerngruppen hielt ich während des Abiturs für ineffizient und bremsend. Das Lerntempo war arg unterschiedlich, das Wissen ebenso und die Ansprüche erst recht. Deshalb habe ich lieber alleine gelernt. Das habe ich im Studium erst einmal so fortgesetzt und mir alleine zu Hause oder in der Bibliothek die Inhalte angeeignet. Mittlerweile bin ich von dieser Form des Lernens aber abgerückt, denn seit der Vorbereitung für die Klausur in Biochemie habe ich gemerkt, wie sinnvoll es ist, gemeinsam Stoff zu erarbeiten und durchzusprechen, bis man ihn wirklich verstanden hat.
Das Problem beim Alleine lernen ist, dass ich zu schnell sage, dass ich es kann und dann weiter mache, ohne tatsächlich Ahnung zu haben. Das kann zu zweit nicht so schnell passieren, weil man einander ständig abfragt und mehr Motivation hat, sich intensiver mit dem Stoff auseinanderzusetzen. So habe ich mir die komplette Molekularbiologie und die wichtigsten Hormone mit einem Freund zusammen erarbeitet, sodass die Hälfte bereits geschafft war. Wir trafen uns immer für drei oder vier Stunden und legten in bahnbrechendem Tempo los, sodass ich mindestens vier Stunden gespart habe. Genauso habe ich es dann mit einer Freundin in der Immunologie und der Extrazellulärem Matrix fortgesetzt. Derart vorbereitet ging ich guter Dinge in die Klausur, die 75 Minuten dauerte und 50 Multiple-Choice-Fragen beinhaltete.
Nachdem ich es bisher in keiner Klausur über 40 Punkte gebracht habe, waren es dieses Mal 46! Es hat sich also ausgezahlt, nicht alleine an dieses Studium heranzugehen, sondern Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Somit ist die zweite von drei Prüfungen am Ende des Semesters bestanden. Nun wartet nur noch die Histologie auf mich. Doch auch da bin ich nicht alleine.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Mar 27, 2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Mar 27, 2017

Medizin studieren

Vorbereitungen für den Iran

Mir bietet sich die Gelegenheit, im April auf eine Konferenz zum Thema „Neuroinflammation“ in den Iran zu reisen. Die Planung ist bereits in trockenen Tüchern: der Reisepass nicht nur beantragt, sondern auch ausgestellt, das Visum (hoffentlich) auf dem Weg und die Anmeldung zur Konferenz abgeschickt.
Nun stand dann die Buchung der Flüge an: Zwar mussten alle zwölf Teilnehmer unserer Arbeitsgruppe zunächst das Geld für diese vorstrecken, doch spätestens nach der Rückkehr aus dem Iran dürfen wir alle Reisekosten einreichen. Da die Veranstaltung sowohl fachlichen als auch kulturellen Austausch fördern soll, ist die Hoffnung bei uns groß, ein bisschen was von der Stadt der Veranstaltung, Mashhad, zu Gesicht zu bekommen.
Davor gilt es natürlich noch einiges zu erledigen: Zunächst steht für mich harte Laborarbeit an. In den nächsten zwei Monaten werde ich mein Bestes geben, mein Projekt so weit wie möglich nach voranzutreiben. Daneben werde ich sowohl zwei Wochen Blockpraktikum absolvieren, als auch meinen zweiten „Progress Report“ halten müssen. Zudem sieht es momentan so aus, als müsste ich auf der Iran-Konferenz mein Projekt in Form eines Posters präsentieren. Als ich das hörte, rutschte mir das Herz kurzzeitig in die Hose: Es ist eine Sache, einen Vortrag vor mir bekannten Kollegen aus dem Labor zu halten, aber eine völlig andere, sich vor lauter Unbekannten präsentieren zu müssen. Gleichzeitig macht es mich jedoch auch ziemlich stolz, diese Gelegenheit und Herausforderung annehmen zu dürfen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Mar 21, 2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Mar 21, 2017

Medizin studieren

Ohne Probleme

Auf dem Zettel stehen: Blut, Kreislauf, Leistung und Säure-Basen-Haushalt. Das Fach? Wieder einmal Physiologie, wieder ein Testat, wieder waren wir zu viert in der Prüfung. Die Anspannung war deutlicher zu spüren bei diesem zweiten Testat, denn hinterher standen noch zwei weitere Prüfungen an. Außerdem war das Klausurenthema – Lunge, Niere und Herz und ihre Unterthemen, etwa Funktion und Mechanismen auf molekularer Ebene– wenig greifbar, weil man es in ausuferndem Maße lernen konnte – oder aber in einem sehr entspannten.
Unser Prüfer war anspruchsvoll, keine Frage. Er hat aus jedem von uns viel rausgekitzelt, wollte, dass wir Transfer-Fragen lösen, um zu schauen, ob wir wirklich auf Verständnis gelernt haben. Eine halbe Stunde dauerte diese Prüfung wieder, jeder von uns hatte ungefähr gleiche Redeanteile. Interessanterweise fiebert man bei den anderen viel mehr mit, als bei sich selbst. Eine Kommilitonin hatte zwischendurch sichtlich Probleme. Es ging um Gefäße und wie sich diese unterteilen lassen. Normalerweise teilt man den Blutkreislauf in einen Körper- und einen Lungenkreislauf auf. Dazu kann man erwähnen, dass wir ein Hoch- und ein Niederdrucksystem haben. Die großen und kleinen Arterien und Arteriolen bilden das erste System, die großen und kleinen Venen, Venolen und Kapillaren das zweite. Der Prüfer wollte lediglich von ihr hören, welche Arten von Gefäßen es gibt. Sie erzählte und erzählte, aber fand die Antwort nicht. Da beginnt man ein wenig zu zittern und hofft einfach, dass die Person es schafft und auf die Antwort kommt.
Die Physiologie ist ohnehin ein spannendes Fach. Zum einen, weil man viel praktische Arbeit leistet, mit ersten diagnostischen Werkzeugen in Berührung kommt und lernt, Werte zu interpretieren und Diagnosen zu stellen. Zum anderen, weil man zu allem abstrakten Wissen aus der Biochemie und der Anatomie einen funktionellen Rahmen bekommt: Warum ist etwas aufgebaut, wie es aufgebaut ist? Wieso atmen wir so kontinuierlich, unwillkürlich und ohne große Anstrengung?
Während meiner Vorbereitung auf das Testat hatte ich mit Fragen gearbeitet, die im Physikum gestellt werden. Dort ging es mehr in die Tiefe als in der Physiologie, weshalb ich mir Sorgen machte, ob wir gut genug vorbereitet worden sind. Aufgrund einer recht schlechten Vorlesung, die viele Lücken ließ, werde ich da noch Wissen aufzuarbeiten haben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Mar 15, 2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Mar 15, 2017