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Medizin studieren

Murphy’s Law - 2

Autor:
Johannes

Rubrik:
studium

04.01.2018

Gerade hatte ich mich damit abgefunden, einen großen Teil meines Winterurlaub-Budgets für einen neuen Rechner ausgeben zu müssen, da kam der Anruf aus der Autowerkstatt, wo mein Bus auf seine Hauptuntersuchung wartete.
Ausgegangen war ich von reiner Routine: Dienstag in die Werkstatt, Donnerstag mit neuem TÜV wieder vor meiner Haustür. Aber wenn alles schiefgeht, geht eben wirklich alles schief.
„Tolles Auto haben Sie da, echt guter Zustand, ABER es muss leider was gemacht werden, damit der die Plakette bekommt.“ Kostenpunkt: Faktor zehn der einkalkulierten Kosten. Puh. Das war heftig, nach dem Anruf wusste ich erstmal nicht weiter.
Hatte ich irgendetwas verbrochen? Oder warum entlud sich der offensichtliche Zorn irgendeines nicht direkt zugänglichen Wesens innerhalb von 24 Stunden dermaßen unvorbereitet über mein Haupt?
Bis jetzt bin ich nicht schlauer, ich weiß nur: So sehr einem das Herz in der Situation auch in die Hose rutschen mag, es wird auch wieder besser – früher oder später. Nach zwei Wochen konnte ich dann auch schon wieder sagen: Es waren „nur“ Computer und Auto, nicht Haus oder Familie. Geld ist weg, aber es ist eben auch nur Geld. Und so abgedroschen das klingen mag: Es ist nicht annähernd so wichtig, wie viele andere Dinge im Leben, die man eben nicht für Geld bekommt. Vielleicht hat mich der momentan fast tägliche Patientenkontakt in der Psychiatrie ein wenig demütig werden lassen. Jedenfalls habe ich das Gefühl, im Gegensatz zu vielen von diesen vom Leben gebeutelten Patienten wirklich auf der schönen Seite des Lebens zu stehen.

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