interaktiv

Zwischen Studium & Beruf

Transgender und Intersexualität

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

09.04.2018

Als freie Journalistin habe ich schon über ganz verschiedene Themen berichtet – vom Strickwettbewerb über unsere Stadtentwicklung bis hin zu Zero Waste. Doch gerade erlebe ich zum ersten Mal, dass mir ein Thema richtig ans Herz geht. Für das Regionalmagazin, bei dem ich seit der ersten Ausgabe beschäftigt bin, schreibe ich momentan einen Artikel über Intersexualität und Transgender. Als meine Kollegin mich mit diesem Thema beauftragte, war ich sofort begeistert. Ich finde es spannend, wie sehr wir Menschen uns teilweise voneinander unterscheiden und wie wenig in den meisten Fällen darüber berichtet wird. In meinem Artikel sollte es um Menschen gehen, die sich im falschen Körper fühlen oder solche, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen.
Nachdem ich mich gründlich eingelesen und verschiedene Dokus geschaut habe, ist mir klar geworden, wie häufig das vorkommt. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge über 82.500 intersexuelle Menschen. Ich kann mir kaum vorstellen, mit welchen Schwierigkeiten sie in unserer Gesellschaft täglich zu kämpfen haben. Männer- oder Frauentoilette? Muskelshirt oder Sommerkleid? Langes Haar oder Buzzcut? Wie kann es überhaupt sein, dass man sich immer und überall entscheiden muss, nur weil wir männlich und weiblich von Äußerlichkeiten abhängig machen?
Durch meine Recherche ist mir klar geworden, dass ich froh sein kann, mit meiner angeborenen biologischen Identität gefühlsmäßig übereinzustimmen und zufrieden zu sein. Es machte mich traurig, zu erfahren, welch große Ablehnung manche gegenüber ihrem äußeren Ich empfinden. Und noch viel trauriger macht mich die Tatsache, dass manche die Existenz solcher Menschen einfach verleugnen. Meine Freundin und Mitbewohnerin beispielsweise meinte letztens, dass sie Gender Studies schwachsinnig fände, weil es nun einmal nur Männlein und Weiblein und nichts dazwischen gebe. Mir dagegen ist es sehr wichtig, jedem Menschen ohne Vorurteile zu begegnen und nicht bloß in Schwarz-Weiß-Mustern zu denken.

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