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Ein Neuanfang nach einem Neuanfang

Autor:
Lee-Ceshia

Rubrik:
ausbildung

07.08.2018

Als ich vor knapp vier Jahren von meinem „Work & Travel“-Aufenthalt in Australien zurück nach Deutschland kam, holte mich meine Mutter am Flughafen in Hamburg ab. Auf der Autobahn nahm sie die vermeintlich falsche Ausfahrt: „Mama, wir müssen doch nach Bremen“, meinte ich, doch sie sagte: „Nein, wir wohnen nicht mehr in Bremen.“ Meine Eltern hatten sich getrennt.
Da saß ich nun, war ein Jahr lang weggewesen und statt in das allzu vertraute Dorfleben zurückzukehren, hatte sich alles radikal verändert. Ich zog zu meiner Mutter nach Hannover und stand vor einigen Entscheidungen und völlig neuen Aufgaben. Ich kannte weder die Stadt, noch Leute. Doch wie sich herausstellte, studiert eine Freundin von früher zufälligerweise hier und lud mich öfter zu sich ein, wodurch ich immer mehr Leute kennenlernte. Ich meldete mich außerdem im Volleyball-Verein an und versuchte, möglichst viele Touren mit dem Fahrrad zu erledigen, um mich mit der Stadt vertraut zu machen.
Doch es stand noch eine der wichtigsten Fragen offen: Was will ich beruflich machen? Damals sagte ich meinen Eltern: „Ich werde meine Passion im Ausland finden.“ Doch letztendlich stimmte das nur zum Teil. Ich wollte nicht schon wieder in die Fremde, um auf einer Farm oder einem Bauernhof zu arbeiten– damit hatte ich in Australien genügend Erfahrung gesammelt. Zum Studieren fühlte ich mich aber auch noch nicht bereit. Meine Lösung: eine Ausbildung.
Doch welche? Zuhause und auf meinen Reisen hatte mich immer eines begleitet: ein gutes Buch, beziehungsweise mehrere. Ich tauschte sie in Hostels, mit Backpackern, im Flugzeug, mit Einheimischen und konnte kaum an einer Buchhandlung vorbeigehen, ohne zu stöbern. Das Lesen ist meine Leidenschaft – deshalb war meine Wahl am Ende naheliegend: die Ausbildung zur Buchhändlerin sollte es sein.

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