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Geschichte und Philosophie

Carsharing - zum ersten Mal mit dem Auto durch die Fahrrad erkundete Stadt

Autor:

Rubrik:
studium

15.10.2009

Damals, als ich zum ersten Mal an kostenlose Antiquitäten kam, hing nicht in der Uni - sonst wären die Möbel vielleicht schon weg gewesen - sondern in einem Bioladen ein großer Din A4-Zettel mit drei Bildern von einem Sofa, zwei Sesseln und einem kleinen, ovalen, klavierlackschwarzen Tisch, dazu ein weiterer kleiner zierlicher Tisch. Ein Tischlein mit vier kleinen und zwei größeren Schublädchen - früher stand eine Nähmaschine darauf. Auch hier der Hinweis „Bei Abholung zu verschenken" und unten eine Reihe Abreißer mit der Telefonnummer. Ich begnügte mich nicht mit einem kleinen Telefonnümmerchen, ich riss den ganzen Zettel ab. Konkurrenz ausgeschaltet.

Zu Hause kramte ich den Zettel heraus und wählte die Telefonnummer. Ja, die Möbel seien noch da, wann ich sie denn abholen wolle. Tja, erst jetzt fiel mir ein, dass ich ein Auto brauchen würde, kein kleines Auto, nein, einen Transporter. Ich bat mir etwas Zeit aus, um einen fahrbaren Untersatz zu finden. Hier in Leipzig gibt es sogenannte Studitransporter. Diese kann man halbtags und ganztags mieten und es ist recht günstig, aber man ist nicht besonders flexibel.

Auch gibt es ein Carsharing mit vielen Standorten; für Studenten beträgt die Monatsgebühr nur drei Euro. Die Fahrzeuge kann man viertelstündlich getaktet mieten und es schien mir recht unkompliziert. Ich meldete mich dazu an und zwei Tage später fuhr ich zum ersten Mal mit einem Auto durch diese Stadt, die ich eigentlich immer nur auf dem Fahrrad erkundet hatte - natürlich alle Verkehrsregeln (fast alle) nicht beachtend. Nun kam ich nicht drum herum - Einbahnstraßen waren nun auch tatsächlich Einbahnstraßen. Wie ich zu fahren hatte - der Schatz lag am anderen Ufer der Stadt - wusste ich dank Internet. Das ist nicht nur Aufgabe des Verstandes, es ist tatsächlich hilfreich, da in Stadtkarten Baustellen und Umleitungen nicht eingezeichnet und Einbahnstraßen nicht immer ersichtlich sind.

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