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Geschichte und Philosophie

Carsharing - zum ersten Mal mit dem Auto durch die Fahrrad erkundete Stadt

Damals, als ich zum ersten Mal an kostenlose Antiquitäten kam, hing nicht in der Uni - sonst wären die Möbel vielleicht schon weg gewesen - sondern in einem Bioladen ein großer Din A4-Zettel mit drei Bildern von einem Sofa, zwei Sesseln und einem kleinen, ovalen, klavierlackschwarzen Tisch, dazu ein weiterer kleiner zierlicher Tisch. Ein Tischlein mit vier kleinen und zwei größeren Schublädchen - früher stand eine Nähmaschine darauf. Auch hier der Hinweis „Bei Abholung zu verschenken" und unten eine Reihe Abreißer mit der Telefonnummer. Ich begnügte mich nicht mit einem kleinen Telefonnümmerchen, ich riss den ganzen Zettel ab. Konkurrenz ausgeschaltet.

Zu Hause kramte ich den Zettel heraus und wählte die Telefonnummer. Ja, die Möbel seien noch da, wann ich sie denn abholen wolle. Tja, erst jetzt fiel mir ein, dass ich ein Auto brauchen würde, kein kleines Auto, nein, einen Transporter. Ich bat mir etwas Zeit aus, um einen fahrbaren Untersatz zu finden. Hier in Leipzig gibt es sogenannte Studitransporter. Diese kann man halbtags und ganztags mieten und es ist recht günstig, aber man ist nicht besonders flexibel.

Auch gibt es ein Carsharing mit vielen Standorten; für Studenten beträgt die Monatsgebühr nur drei Euro. Die Fahrzeuge kann man viertelstündlich getaktet mieten und es schien mir recht unkompliziert. Ich meldete mich dazu an und zwei Tage später fuhr ich zum ersten Mal mit einem Auto durch diese Stadt, die ich eigentlich immer nur auf dem Fahrrad erkundet hatte - natürlich alle Verkehrsregeln (fast alle) nicht beachtend. Nun kam ich nicht drum herum - Einbahnstraßen waren nun auch tatsächlich Einbahnstraßen. Wie ich zu fahren hatte - der Schatz lag am anderen Ufer der Stadt - wusste ich dank Internet. Das ist nicht nur Aufgabe des Verstandes, es ist tatsächlich hilfreich, da in Stadtkarten Baustellen und Umleitungen nicht eingezeichnet und Einbahnstraßen nicht immer ersichtlich sind.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 15, 2009
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Rubrik: studium
Oct 15, 2009

Geschichte und Philosophie

Kairos am Schopf packen — kostenlose Antiquitäten

Gestern hing in der Uni an einer der vielen informationsbeklebten Wände eine kleine Postkarte. Darauf das Foto eines schönen Schranks, dazu der Hinweis, er sei zu verschenken und eine Telefonnummer. Meine Augen weiteten sich, erhellten sich. Ich nahm die Postkarte mit, rief gleich an. Ja, er sei noch da. Ich jubelte innerlich ganz leise. Ich würde ihn auf jeden Fall abholen, versprach ich.

Das tat ich heute mit der Hilfe meines Mitbewohners Arian. Er hat zufällig den Wagen seines Vaters für ein paar Tage mit nach Leipzig nehmen dürfen. Gerade so passte dieser tolle, sicher schon antike Schrank in den Kombi. Jetzt steht er in meinem Zimmer - wunderbar.

Ein schönes warmes Holz, die Einlegeböden und die beiden Schubladen nicht aus Pressspan, sondern aus massivem Holz. Er bietet, was ich brauche - viel Platz für lauter Schuhkartons, Unterhosen, Socken, Handtücher, Papierkrams und mehr. Es ist nicht das erste Mal, dass ich über eine Anzeige „Möbel zu verschenken" an alte, aber stilvolle Möbel gelange - Möbel mit Geschichte, Möbel, deren Halbwertszeit nicht zwei Jahreszeiten beträgt, Möbel, die aus einer anderen Sphäre stammen, so dass sie nicht dem Ikea-Diktat unterworfen sind.

Autor:   |  Rubrik: arbeitsmarkt  |  Oct 9, 2009
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Rubrik: arbeitsmarkt
Oct 9, 2009

Geschichte und Philosophie

Mensa hop - Mensa top

Seit knapp einem Jahr studiere ich hier in Leipzig. In die Mensa bin ich nur selten gegangen. Wie Kantinenfraß kam es mir vor. Heute jedoch wurde die neue Mensa am Campus in der Innenstadt eingeweiht. Adé, ihr drei Fertiggerichte à la Putenschnitzel mit Pommes und Erbsen oder Spaghetti mit Tomatensauce oder Bratwurst mit Kartoffelpüree und Leipziger Allerlei. Nein, nun kann ich mir mein Essen zusammenstellen.

Ich wähle zwischen verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten, zwischen mehreren Beilagen und Gemüsesorten und schaufele sie mir selber auf den Teller. Salat wenn ich mag. Oder ich gehe zum „Pastarondell", wo ich verschiedene Nudeln mit mehreren Saucen kombiniere und mir dann Emmentaler und Parmesan darauf streue. Dann gehe ich die Treppe hoch auf die Balustrade und schaue den staunend von einem Essen zum anderen irrenden Studenten nach, die sich wie ich erst einmal daran gewöhnen müssen, die Qual der Wahl zu haben.

Zum Schluss bringe ich das Tablett zu einem Förderband, das alles schluckt und auf gespenstische Art und Weise am Ende eines kurzen Tunnels nach unten abknickt und das Geschirr irgendwo zwei Stockwerke tiefer wieder ausspuckt. Die nächsten Tage muss ich mich mal durch das ganze Angebot futtern.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 2, 2009
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Rubrik: studium
Oct 2, 2009