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Geschichte und Philosophie

Ein morgendlicher Weg zur Uni

Autor:

Rubrik:
studium

02.11.2010

Die Haustür fällt ins Schloss. Vier mal halte ich mich mit der linken Hand am Geländer fest, um in der Drehung mit der Fliehkraft zu spielen. Ich ergreife mein Fahrrad, steige mit dem linken Fuß auf die Pedale, stoße mich mit dem rechten kräftig ab und schwinge mich so schon die ersten Meter rollend auf den Sattel. Der eisige Wind pfeift mir um die Ohren – der Rest ist gut eingepackt.

Auf meinem kurzen Weg auf der Straße komme ich an vier Bäckereien vorbei. Ich selber halte bei dem Obst- und Gemüseladen einer vietnamesischen Familie und kaufe große weiße Trauben, fast ein Kilogramm wiegen sie. Die kleine Frau lächelt mich an, legt die Tüte auf die Waage, schaut gar nicht hinein. Sie kennt mich und weiß, dass ich in den letzten Wochen jeden Morgen das gleiche in meine Tüte getan habe.

Kurz darauf biege ich in den Park ein. Kleiner, feiner Schotter knirscht und spritzt ab und zu gegen das Schutzblech. Kurz darauf fängt wieder der Asphalt an – die „Stadtautobahn für Fahrradfahrer“. Mein ganzer Weg zur Uni ist eine Parkdurchquerung. Die Ruhe und die Erhabenheit der großen Bäume lässt mich tiefer atmen, je nach Laune genieße ich den Anblick oder ich versinke in Gedanken – und keine Autos, die mich für die damit einhergehende Unaufmerksamkeit strafend überfahren.

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