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Studentenleben live

Ein westälisches Publikum

„Bielefeld Slam 2013“. Die diesjährigen deutschsprachigen Poetry-Slam Meisterschaften, die im letzten Jahr in Mannheim und Heidelberg ein voller Erfolg gewesen waren, sollten nun im sagenhaften Bielefeld stattfinden. Nicht weit von zu Hause, in der Stadt, die es verschwörungstechnisch gar nicht gibt. Das feierten wir natürlich.
Im letzten Jahr hatte meine Schwester sich viereinhalb Stunden lang in den Zug gesetzt, um live mitzuerleben, wie die Stadthalle in Heidelberg tobte, während der Slamer auf der Bühne alles gab. Meine Erwartungen an das nördliche Revival der Veranstaltung waren dementsprechend hoch und wurden von den vortragenden Poeten auch nicht enttäuscht. Wir saßen hinten links in der Ecke, johlten und klatschten, wie es sich für einen guten Slam gehört, und stellten plötzlich fest, dass wir die einzigen waren. Es herrschte einfach Stille im Publikum. Beim Auf- und beim Abgang der Darsteller wurde höflich geklatscht, der Rest war Schweigen. Etwas schockiert von dieser Unlust schaute ich mich um. Ziemlich entnervte Gesichter ob der Randale, die aus unserer Ecke kamen. Offensichtlich war man hier nicht gewillt, den Abend zu feiern. Plötzlich war ich wieder zu Hause. Nicht in dem Zuhause, das ich mir manchmal in den buntesten Farben ausmale, wenn es in Heidelberg regnet, sondern da, wo die Leute steif auf den Stühlen sitzen und sich nicht begeistern lassen. Wo Ausgelassenheit als Frevel gilt und an Karneval die Sau rausgelassen wird, aber das auch nur im Münsterland und nicht in Ostwestfalen. Hier war ich doch nicht daheim! Und dann ignorierte ich die steifen Gesichter um mich herum und tat meinen Beifall kund, wie es sich gehörte für den größten Poetry Slam Deutschlands.

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Dec 19, 2013

Studentenleben live

Sport, Sport, Sport

In Mexiko wurde ich sehr oft gefragt, was ich denn vermissen würde. Meine Standard-Antwort war „Schokolade“. Doch mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass dies nicht stimmte. Es fehlte mir was ganz anderes: Das Schwitzen und Pochen in den Adern.

Seit meiner Rückkehr nach Magdeburg segle ich auf einer Welle der Glückseligkeit, denn ich kann wieder regelmäßig Sport treiben. Nach einem Jahr und zahlreichen missglückten Versuchen, ein geeignetes Fitnessstudio in Mexiko-Stadt zu finden, genieße ich es, hier wieder so viele Möglichkeiten zu haben, und koste dies voll aus.

Kein Smog mehr, der beim Laufen in der Nase brennt, keine Straßenkreuzung nach der anderen und keine Gefahr, wenn es schon dunkel ist. Die Laufschuhe stehen vor der Tür und nach den ersten anstrengenden Runden macht es wieder richtig Spaß. Magdeburg ist eine wunderbare Stadt zum Joggen. Sie ist wunderbar grün und durch Parks und über die Elbe schlängeln sich viele verträumte Wege.

... Und auch das Schwimmen. In Mexiko war dies beinahe unmöglich. Für die einzige staatliche Schwimmhalle in meinem Stadtteil hätte ich mich bewerben müssen, mit einem Gesundheitszeugnis, Passfoto, und so weiter. Die privaten Bäder sind nur über eine Clubmitgliedschaft zugänglich – ein sehr exklusives Unterfangen. Ein Hoch auf die öffentlichen Volksbäder in Deutschland, 50-Meter-Bahnen und Studentenrabatte. Ich bin begeistert!

.Aber was vermisse ich an Mexiko? Antwort: Quesadillas. Doch wer weiß, die Sonne, die Landschaften oder das Kulturangebot wären auch gute Antworten.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 17, 2013
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 17, 2013

Studentenleben live

Institut für Kulturwissenschaften

Die Uni Leipzig hat mit der Wende vor gut 20 Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht. Hunderte von Professoren wurden entlassen, ganze Institute geschlossen, nur um die Uni dann mit Neubesetzungen wie einen Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. So ist es auch meinem Institut für Kulturwissenschaften ergangen, das 1993 neu gegründet wurde. Nun haben einige Studenten bei uns eine sehr gelungene Ausstellung darüber gemacht. Auf den Tischen im Seminarraum kleben in Streifen die Titel von besonders ungewöhnlichen Abschlussarbeiten etwa „Wie Studenten Freunde finden – Netzwerkbildung im Studentischen Milieu“, oder „Milch in Transit – Menschen und Milchen – Markt und Subsistenz“, oder „Gender and the city – Medienrezeption und Geschlecht – eine Qualitative Rezeptionsstudie der Serie Sex and the City“. Mein Favorit aber: „WG-Frust durch das andere Geschlecht – Rollendenken in Wohngemeinschaft anhand der Bewältigung gemeinsamer Haushaltsaufgaben“.

Diese Titel zeigen, wie frei wir Kulturwissenschaftler sind. Aber was macht man, wenn man Experte derart spezifischer Themen geworden ist?! Dazu haben die Jung-Kuratoren der Ausstellung ein Plakat entworfen, um zu zeigen in welchen Berufen die Absolventen der letzten Jahre untergekommen sind: Die meisten sind an der Uni geblieben und arbeiten in Lehre und Forschung, viele sind Journalisten geworden, Redakteure, Verlagsmitarbeiter, Pressesprecher. Andere haben Unternehmen gegründet, sind in der Beratung, manche sind aber auch arbeitslos oder studieren nun noch was anderes.

Aber zurück zur Ausstellung: Vor den Büros schwebt ein Fußball an einer Angelschnur von der Decke herunter, darin ein Mp3-Player. Wer die Kopfhörer dazu aufsetzt, hört kurze Interviews mit einigen vom Fußballteam des Instituts. Um die Ecke steht eine Sitzbank. Scheinbar aus dem Nichts hört man dort eine Stimme. Sie listet einige Begriffe auf, die uns Studenten zum Institut eingefallen sind: „familiär, Kontingenz, hübsche Augen, Coffee and Cigarettes, endloses Gelaber ...“

Soviel zu dieser kleinen gelungenen Selbstreflexion unseres Instituts ... Ausstellungen machen lernt man hier wohl auch!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2013
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Rubrik: studium
Dec 16, 2013