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Studentenleben live

Institut für Kulturwissenschaften

Autor:

Rubrik:
studium

16.12.2013

Die Uni Leipzig hat mit der Wende vor gut 20 Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht. Hunderte von Professoren wurden entlassen, ganze Institute geschlossen, nur um die Uni dann mit Neubesetzungen wie einen Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. So ist es auch meinem Institut für Kulturwissenschaften ergangen, das 1993 neu gegründet wurde. Nun haben einige Studenten bei uns eine sehr gelungene Ausstellung darüber gemacht. Auf den Tischen im Seminarraum kleben in Streifen die Titel von besonders ungewöhnlichen Abschlussarbeiten etwa „Wie Studenten Freunde finden – Netzwerkbildung im Studentischen Milieu“, oder „Milch in Transit – Menschen und Milchen – Markt und Subsistenz“, oder „Gender and the city – Medienrezeption und Geschlecht – eine Qualitative Rezeptionsstudie der Serie Sex and the City“. Mein Favorit aber: „WG-Frust durch das andere Geschlecht – Rollendenken in Wohngemeinschaft anhand der Bewältigung gemeinsamer Haushaltsaufgaben“.

Diese Titel zeigen, wie frei wir Kulturwissenschaftler sind. Aber was macht man, wenn man Experte derart spezifischer Themen geworden ist?! Dazu haben die Jung-Kuratoren der Ausstellung ein Plakat entworfen, um zu zeigen in welchen Berufen die Absolventen der letzten Jahre untergekommen sind: Die meisten sind an der Uni geblieben und arbeiten in Lehre und Forschung, viele sind Journalisten geworden, Redakteure, Verlagsmitarbeiter, Pressesprecher. Andere haben Unternehmen gegründet, sind in der Beratung, manche sind aber auch arbeitslos oder studieren nun noch was anderes.

Aber zurück zur Ausstellung: Vor den Büros schwebt ein Fußball an einer Angelschnur von der Decke herunter, darin ein Mp3-Player. Wer die Kopfhörer dazu aufsetzt, hört kurze Interviews mit einigen vom Fußballteam des Instituts. Um die Ecke steht eine Sitzbank. Scheinbar aus dem Nichts hört man dort eine Stimme. Sie listet einige Begriffe auf, die uns Studenten zum Institut eingefallen sind: „familiär, Kontingenz, hübsche Augen, Coffee and Cigarettes, endloses Gelaber ...“

Soviel zu dieser kleinen gelungenen Selbstreflexion unseres Instituts ... Ausstellungen machen lernt man hier wohl auch!

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