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Studentenleben live

Institut für Kulturwissenschaften

Die Uni Leipzig hat mit der Wende vor gut 20 Jahren einen radikalen Wandel durchgemacht. Hunderte von Professoren wurden entlassen, ganze Institute geschlossen, nur um die Uni dann mit Neubesetzungen wie einen Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. So ist es auch meinem Institut für Kulturwissenschaften ergangen, das 1993 neu gegründet wurde. Nun haben einige Studenten bei uns eine sehr gelungene Ausstellung darüber gemacht. Auf den Tischen im Seminarraum kleben in Streifen die Titel von besonders ungewöhnlichen Abschlussarbeiten etwa „Wie Studenten Freunde finden – Netzwerkbildung im Studentischen Milieu“, oder „Milch in Transit – Menschen und Milchen – Markt und Subsistenz“, oder „Gender and the city – Medienrezeption und Geschlecht – eine Qualitative Rezeptionsstudie der Serie Sex and the City“. Mein Favorit aber: „WG-Frust durch das andere Geschlecht – Rollendenken in Wohngemeinschaft anhand der Bewältigung gemeinsamer Haushaltsaufgaben“.

Diese Titel zeigen, wie frei wir Kulturwissenschaftler sind. Aber was macht man, wenn man Experte derart spezifischer Themen geworden ist?! Dazu haben die Jung-Kuratoren der Ausstellung ein Plakat entworfen, um zu zeigen in welchen Berufen die Absolventen der letzten Jahre untergekommen sind: Die meisten sind an der Uni geblieben und arbeiten in Lehre und Forschung, viele sind Journalisten geworden, Redakteure, Verlagsmitarbeiter, Pressesprecher. Andere haben Unternehmen gegründet, sind in der Beratung, manche sind aber auch arbeitslos oder studieren nun noch was anderes.

Aber zurück zur Ausstellung: Vor den Büros schwebt ein Fußball an einer Angelschnur von der Decke herunter, darin ein Mp3-Player. Wer die Kopfhörer dazu aufsetzt, hört kurze Interviews mit einigen vom Fußballteam des Instituts. Um die Ecke steht eine Sitzbank. Scheinbar aus dem Nichts hört man dort eine Stimme. Sie listet einige Begriffe auf, die uns Studenten zum Institut eingefallen sind: „familiär, Kontingenz, hübsche Augen, Coffee and Cigarettes, endloses Gelaber ...“

Soviel zu dieser kleinen gelungenen Selbstreflexion unseres Instituts ... Ausstellungen machen lernt man hier wohl auch!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2013
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Rubrik: studium
Dec 16, 2013

Studentenleben live

Abschiede

Zum Erwachsenwerden gehört es auch, immer mehr Abschiede jeglicher Form mitzumachen. Der Abschied von daheim, dem Bekannten, aber auch von Freunden und Verwandten. Von Hobbys, Vereinen, Sportarten. Beziehungen zerbrechen, Freundschaften gehen auseinander, Menschen sterben. Ich stelle mir das oft als Ast mit vielen Zweigen vor. Immer, wenn ein Abschied ansteht, ist das so als würde ein Zweig abbrechen. Früher dachte ich, dass dann an dieser Stelle etwas Neues wachsen kann (gemäß dem Motto „Jeder Abschied geht mit einem Neuanfang einher“). Heute weiß ich, dass dieser Neuanfang oft an einer ganz anderen Stelle, in einer ganz anderen Richtung zu suchen ist. Viele Zweige (Möglichkeiten, Beziehungen, Wege) bleiben abgebrochen und man schafft es nicht immer, an dieser Bruchstelle wieder glücklich zu werden. Man sollte es oft nicht einmal versuchen, da man so die Augen vor all den anderen Stellen verschließt, an denen man vielleicht sein Glück findet. Zum Erwachsenwerden gehört deshalb auch, einzusehen, dass man nicht alles erklären und wieder gut machen kann. Dass die weiße Weste, mit der wir gestartet sind, einen Fleck nach dem andern bekommt, das Holz, aus dem wir geschnitzt sind, Stück für Stück weitere Einkerbungen bekommt, um uns zu dem zu machen, was wir sind. Und wenn die Schläge zu schnell auf einmal kommen, dann geht nichts über Freunde, die zwar nicht die Antworten auf alles haben, aber immerhin gemeinsam mit einem weitergehen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Dec 12, 2013

Studentenleben live

Bachelor- vs. Masterstudium

Unterscheidet sich das Masterstudium grundlegend vom Bachelorstudium? Allgemein würde ich sagen: nein. Zwar werden Vorkenntnisse vorausgesetzt, aber die wichtigsten Themen werden natürlich trotzdem umfassend wiederholt. Ich persönlich finde allerdings den Unterschied in Bezug auf den Workload sehr deutlich. Vielleicht liegt es an der Uni oder an dem Studiengang, aber ich habe nun schon mit mehreren Freunden gesprochen, die alle etwas Unterschiedliches studieren und auch andere Unis besuchen. Alle waren derselben Meinung: Im Bachelor war alles viel entspannter. Liegt es am Welpenschutz? Liegt es wirklich daran, dass sich die Professoren denken: Die kommen ja meist alle gerade frisch von der Schule oder aus der Ausbildung, da wollen wir mal nicht so hart sein? Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Bachelor meist sechs Semester umfasst und der Master drei bis vier? Wollen die Professoren im Master den bereits bekannten Stoff komprimiert auf höherem Level vermitteln? Auf Masterlevel sozusagen? Hört man die Professoren aus meinem Masterstudium sprechen, so wäre die Antwort: ja. Denn im Masterstudium erfolge schließlich alles auf einem Masterlevel. Man solle sich nicht mit dem Normalen zufrieden geben, sondern stattdessen nach der Extrameile streben. Nach dem Motto: Viel hilft viel. Manchmal trifft es ja zu, dieses „viel hilft viel“, aber im Moment ist mir dieses Viel einfach viel zu viel. Da bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Vorweihnachtszeit so richtig zu genießen. Aber die Weihnachtsferien sind ja schon zum Greifen nahe.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Dec 12, 2013
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Dec 12, 2013