interaktiv

Studentenleben live

Arbeit in der Bahnhofsmission

Autor:
Miriam

Rubrik:
studium

17.01.2014

Wie ich in dem Eintrag vorher berichtet habe, bin ich gerade circa zwei Monate bei der Bahnhofsmission Koblenz tätig. Obwohl ich den Anreiz dazu durch das Studium bekommen habe, wollte ich mich schon lange sozial engagieren. Zum einen möchte ich gerne etwas für die Leute tun, die weniger Glück im Leben gehabt haben, zum anderen ist es ein gutes Gefühl, mal etwas Praktisches und Sinnvolles zu tun. Wir schenken beispielsweise Kaffee aus, helfen gehandicapten Menschen beim Umsteigen oder hören einfach nur zu. Die Arbeit macht einen demütig und dankbar dafür, wie gut es einem selbst geht.
Schade finde ich allerdings, dass Ehrenämter nie bezahlt werden. Als wäre es eine weniger wertvolle Arbeit, sich um Menschen zu kümmern als etwa Brötchen zu verkaufen. Traurig macht mich auch, wenn ich sehe, wie sich zwar alle Leute theoretisch furchtbar tolerant geben und auch gerne spenden, sich im direkten Kontakt mit am Rande der Gesellschaft Stehenden jedoch ganz schnell zurückziehen oder unwohl fühlen. Wobei ich auch nicht von der Hand weise, dass es natürlich unangenehm ist, neben jemandem mit einer Fahne zu sitzen, der sich eine Weile nicht gewaschen hat. Allerdings waren die Gäste der Bahnhofsmission, die ich bislang getroffen habe, durchgehend friedlich. Mein Kollege sagt immer, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt‘s auch wieder raus. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass Obdachlose nicht als Menschen zweiter Klasse gesehen werden, sondern weiterhin als genauso wertvolle Menschen wie andere. Nur so können sie auch den Weg zurück in die Gesellschaft schaffen.

 

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