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Studentenleben live

Youth Goes Europe

Seit fünf Tagen bin ich beim internationalen Trainingskurs „Inclusive Gender Rights“ im kleinen, idyllischen Ort Vrnja?ka Banja in Serbien. Das ganze Projekt findet im Rahmen des EU-Programms „Youth Goes Europe“ statt, welches die Zusammenkunft von Jugendlichen aus ganz Europa und deren Arbeit zu einem Überthema fördert. Die 22 Teilnehmer des Seminars kommen aus Albanien, Mazedonien, Rumänien, Kroatien, der Türkei, Italien, Spanien und Serbien. Aus Deutschland bin ich die Einzige.

Während der Seminareinheiten sprechen wir die meiste Zeit über die Vor- und Nachteile, die Personen aufgrund ihres Geschlechts erleben, und versuchen vor diesem Hintergrund Wirtschaftskonzepte zu erdenken, die gegen soziale Ungleichheit vorgehen.

Zwischen den Theorie- & Praxiseinheiten gibt es so viel und regelmäßig Essen, dass wir uns schon bald nur noch kugelnd fortbewegen werden. Den Länderabend haben wir aufgrund der Fülle von Köstlichkeiten in zwei Teile gesplittert. So bleibt auch mehr Zeit für jedes einzelne Land. Ich war positiv von den ansprechenden Präsentationen der anderen Teilnehmer überrascht und konnte einen Einblick in den Balkan als Region gewinnen.

Weitere Höhepunkte werden der freie Nachmittag zur Erkundung der Ortschaft und der Besuch einer Kafana, einer typisch serbischen Kneipe mit Bistro, am letzten Abend sein. Auch die allabendlichen Feiern, bei denen wir spielen oder tanzen, sind großartig. Sobald es ans Rumsitzen geht, fallen mir jedoch immer bald schon die Augen zu.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Mar 27, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Mar 27, 2014

Studentenleben live

Die Sprache der Liebe

Wer bisher dachte, Französisch oder Italienisch seien die romantischsten Sprachen der Welt, den muss ich jetzt enttäuschen. Die eigentliche Sprache der Liebe ist Slowenisch. Wie ich zu dieser Behauptung komme? Im Slowenischen gibt es zwar viele Laute, die wir als hart empfinden, daher kann es in puncto Klang wahrscheinlich mit den Romanischen Sprachen nicht mithalten – obwohl man bei Klängen und Musik bekanntermaßen unterschiedlicher Meinung sei kann. Dafür aber gibt es den Dual, womit keine der angeblichen „Liebessprachen“ dienen kann. Der Dual (Zweizahl) ist ein grammatisches Phänomen, das zwei Menschen oder Sachen bezeichnet. Er liegt zwischen unserem Singular und Plural und lässt sich auf Deutsch nicht ausdrücken. Slowenisch ist eine der wenigen Sprachen, in der es dieses Phänomen noch gibt. Mir war es bisher nur aus meinem Alt-Griechischstudium bekannt.

Zum lernen ist der „Formenreichtum“ natürlich mühsam. Man muss sowohl bei den Nomen eine Spalte mehr lernen (zwei Männer, zwei Frauen, zwei Kinder), als auch bei den Personalpronomen (wir zwei Männer, wir zwei Frauen, wir zwei Kinder und so weiter).

Für Slowenen, so versicherte mir eine Kommilitonin, sei es aber ein wichtiger Bestandteil der Sprache. So ist es zum Beispiel eine Beleidigung, zwei Leute in einem Café im Plural zu fragen: Was möchtet IHR trinken? Es müsste heißen: Was möchtet IHR ZWEI trinken. Diese für uns so fremde Form wird hier tatsächlich benutzt und ist nicht etwas, was nur im Lehrbuch steht und kein Einheimischer korrekt bilden kann.

Was kann es bitte Romantischeres geben, als von sich und der/dem Liebsten als „wir zwei“ (midva) zu sprechen? Eben.

P.S. Für alle Slowenischfans und die, die es werden wollen: Das Wort „Kind“ (otrok) ist natürlich maskulin, ich habe es hier nur als deutsches Beispiel für ein Neutrum benutzt.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Mar 25, 2014

Studentenleben live

Studentenjobs in Leipzig

Mein Mitbewohner scheint auf keinen grünen Zweig zu kommen. Da er sein BWL-Studium im vierten Semester abgebrochen hat, um dann doch was Pädagogisches zu machen, musste er erst einmal lange suchen, bis er eine Möglichkeit fand, seine Ausbildung zu finanzieren. Jetzt bekommt er Meister-BAföG, was schon mal nicht schlecht ist, aber wohl nicht so gut und flexibel wie das studentische BAföG. Obwohl Leipzig zum Glück keine so teure Stadt ist, muss er nebenbei noch jobben, um über die Runden zu kommen. Und die Job-Situation ist leider nicht so rosig. DHL und Amazon sind zwei große Arbeitgeber am Stadtrand – von beiden habe ich nicht viel Gutes gehört. Kellnern oder Call-Center ist für meinen Mitbewohner auch nichts – so extrovertiert ist er nun doch nicht. Also hat er bei einer Bäckerei in der Nähe angefragt. Jeden Samstag und Sonntag darf er dort früh morgens antanzen und für 6,50 Euro die Stunde je nach Bedarf sechs bis zehn Stunden arbeiten. Nach sechs Stunden hat er 39 und nach ermattenden zehn Stunden hat er 65 Taler. Freizeit? Fehlanzeige. Sechs oder sieben Tage die Woche muss der gute Kerl früh raus. Ein Mindestlohn von 8,50 Euro wäre schon eine deutliche Verbesserung für ihn. Denn seine Eltern um etwas Unterstützung zu bitten, dazu ist er zu stolz.

Spätestens im Herbst muss auch ich wieder arbeiten, dann trampe ich nach Frankreich zur Weinlese. Dort gibt es schon einen Mindestlohn von 9,53 Euro! Und ich kann noch mein Französisch aufbessern und ein bisschen Sonne tanken. Klingt gut, oder?

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Mar 21, 2014
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Rubrik: studium
Mar 21, 2014