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Studentenleben live

Die Sprache der Liebe

Autor:
Rose

Rubrik:
studium

25.03.2014

Wer bisher dachte, Französisch oder Italienisch seien die romantischsten Sprachen der Welt, den muss ich jetzt enttäuschen. Die eigentliche Sprache der Liebe ist Slowenisch. Wie ich zu dieser Behauptung komme? Im Slowenischen gibt es zwar viele Laute, die wir als hart empfinden, daher kann es in puncto Klang wahrscheinlich mit den Romanischen Sprachen nicht mithalten – obwohl man bei Klängen und Musik bekanntermaßen unterschiedlicher Meinung sei kann. Dafür aber gibt es den Dual, womit keine der angeblichen „Liebessprachen“ dienen kann. Der Dual (Zweizahl) ist ein grammatisches Phänomen, das zwei Menschen oder Sachen bezeichnet. Er liegt zwischen unserem Singular und Plural und lässt sich auf Deutsch nicht ausdrücken. Slowenisch ist eine der wenigen Sprachen, in der es dieses Phänomen noch gibt. Mir war es bisher nur aus meinem Alt-Griechischstudium bekannt.

Zum lernen ist der „Formenreichtum“ natürlich mühsam. Man muss sowohl bei den Nomen eine Spalte mehr lernen (zwei Männer, zwei Frauen, zwei Kinder), als auch bei den Personalpronomen (wir zwei Männer, wir zwei Frauen, wir zwei Kinder und so weiter).

Für Slowenen, so versicherte mir eine Kommilitonin, sei es aber ein wichtiger Bestandteil der Sprache. So ist es zum Beispiel eine Beleidigung, zwei Leute in einem Café im Plural zu fragen: Was möchtet IHR trinken? Es müsste heißen: Was möchtet IHR ZWEI trinken. Diese für uns so fremde Form wird hier tatsächlich benutzt und ist nicht etwas, was nur im Lehrbuch steht und kein Einheimischer korrekt bilden kann.

Was kann es bitte Romantischeres geben, als von sich und der/dem Liebsten als „wir zwei“ (midva) zu sprechen? Eben.

P.S. Für alle Slowenischfans und die, die es werden wollen: Das Wort „Kind“ (otrok) ist natürlich maskulin, ich habe es hier nur als deutsches Beispiel für ein Neutrum benutzt.

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