Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Studentenleben

Ein bisschen überrascht habe ich nach meiner Ankunft festgestellt, dass ich hier ja tatsächlich auch zur Uni gehe – das Trimester war für mich schon als Spaß, Freizeit und Abenteuer abgestempelt. Doch so quälte ich mich am ersten Morgen in der Dunkelheit aus dem Bett, während der Tafelberg in Wolken gehüllt blieb, schmiss den kleinen Tata (ein indischer Kleinwagen) an und brauste zur Uni. Wie überall hier, wurde ich freundlich in Empfang genommen. Bei Schokomuffins mit Käse obendrauf und ganz viel gebratenem Fleisch wählte ich meine Kurse – zwei, damit ich mich nicht übernehme. Am Dienstagnachmittag habe ich jetzt also „Punishment and Human Rights“ und mittwochs übe ich beim „Mediation“-Kurs drei Stunden lang mein (legal) English. Eine Anwesenheitspflicht gibt es hoffentlich nicht, also warten mit diesem Stundenplan goldene Zeiten auf mich. Circa zehn andere Austauschstudenten wählen auch Jura-Kurse, darunter vier Deutsche und sechs Dänen.

Nach der Kurswahl stieg ich zusammen mit ein paar neuen Kommilitonen die Hügel hoch auf den Upper Campus, um weitere Formalitäten wie die Student-ID-Card und die Parkplakette zu erledigen. Bis jetzt läuft das Auslandssemester gut an, mit Fahrten an das Kap der guten Hoffnung, Wanderungen auf den Lion's Head (neben dem Tafelberg der zweite Hausberg Kapstadts) und dem einen oder anderen Strandbesuch. Wenn hier mal die Sonne scheint, wird es auch im Winter angenehm warm. Und weil auch in der ersten Woche die Kurse nur langsam anlaufen und wir alle noch nicht viel tun müssen, unternehmen wir gleich mal einen mehrtägigen Ausflug zur „Garden Route“ (eine Region an der Südküste Südafrikas). So könnte ich mir studieren in Deutschland auch vorstellen!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 13, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 13, 2014

Studentenleben live

Festival vs. Masterarbeit

Ich sitze an meinem Schreibtisch und versuche, mich auf das vor mir liegende Buch zu konzentrieren, doch es will nicht gelingen. Die Sonne scheint durch meine Fenster, der Himmel ist leuchtend blau, Menschen unterhalten sich auf der Straße und ... ja, und Musik klingt von den Straßen herein – es ist die Musik vom Upgrade-Festival.

Das Upgrade ist ein sehr kleines, eintägiges Festival in Magdeburg im Abtshof. Dieses Jahr traten dort unter anderem Volxstanz, The Footnotes und Nevertheless auf. Die erste Band war richtig gut und tanzbar. Mit der Musik im Hinterkopf durchflog ich rasch mein Buch – mehr oberflächlich als mit wahrem Interesse –, um alsbald die paar Straßenzüge entlangzulaufen und ein paar Stunden lang den Sommer zu genießen.

Ich kann wirklich niemandem empfehlen, die Masterarbeit im Sommer zu schreiben. Da gibt es immer Schöneres zu tun als am Schreibtisch auszuharren, während die Menschen rund um einen herum im See planschen. Der Sommer ist zu kurz und zu schön, um ihn für so eine Arbeit zu opfern.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Aug 12, 2014
Autor: Anni
Rubrik: studium
Aug 12, 2014

Studentenleben live

Ankunft

Ein trauriger Moment im Leben eines Studenten: Wenn man merkt, dass das Flugzeugessen besser schmeckt als der Fraß, den man sich in der halben Stunde Pause zwischen dem Lernen selber zusammenköchelt. Aber vielleicht habe ich auch einfach richtig Hunger und es schmeckt deswegen so gut. Oder South African Airways hat exzellente Köche an Bord.

Ich sitze im Flieger nach Südafrika, genauer gesagt Johannesburg, der Ort der Welt, der durch die höchste Mordrate Berühmtheit erlangt hat. Auf mich warten Tiger, Löwen, Giraffen und Elefanten; Zulu, Xhosa und Buren, Weiße und Schwarze, Arme und Reiche. Auf mich wartet ein riesiges Land mit Gebirgen und Meer, Wüste und Wald. Und ich? Bin nicht aufgeregt. Ein bisschen wundere ich mich über mich selbst, wie ich so tiefenentspannt im Sessel sitze und auf den Abräumdienst warte. Aber ich habe gute Laune und Vorfreude mit an Bord, zwei supernette Kommilitoninnen, die in der „Villa Bianca“, meinem nächsten Zuhause, auf mich warten, und die Hoffnung, die „afrikanische Lässigkeit“ zu erlernen. Damit fange ich jetzt gleich an: Statt den Reiseführer zu wälzen – dafür habe ich im hoffentlich nicht so kalten Winter Südafrikas bestimmt genug Zeit – stimme ich mich gedanklich auf die nächste Zeit ein.

In dieser Wolke aus Gelassenheit steige ich schließlich in Kapstadt aus dem Flieger. Regen klatscht mir ins Gesicht. Kaum zu glauben, dass in Deutschland die Sonne vom Himmel brennt, während in Afrika – Afrika, das Land der glühend rot untergehenden Sonne – ein kalter Wind weht. Lichtblick: Die strahlenden Gesichter meiner Kommilitoninnen, die mich zusammen mit unserem Vermieter vom Flughafen abholen.

Die Straße vom Flughafen führt an den ersten Townships vorbei, dann schlängelt sie sich um die Vorläufer des Tafelbergs. Ich erhasche den ersten Blicke auf die University of Cape Town, den riesigen Hafen, dessen Kräne an Hamburg erinnern, und lande schließlich in Oranjezicht, einem Weißen-Viertel der „Mother City“. Vor einem weiß-gelben Haus in englischem Stil hält der Vermieter an: „Welcome to Villa Bianca!“

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 11, 2014
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 11, 2014