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Studentenleben live

Anwesend? Ja, nein vielleicht

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

12.11.2014

Bislang hieß es an der Uni immer: In Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht, in Seminaren schon. Zweimal unentschuldigt zu fehlen war okay, dreimaliges Fehlen konnte mit Attest oder kulantem Lehrkörper auch noch zum Bestehen des Seminars führen, war aber meistens mit zusätzlichen Arbeiten (längere Essays oder Protokolle) verbunden.

Dann kam das Hochschulzukunftsgesetz. Verabschiedet im September und in Kraft getreten am 1. Oktober war die erste Reaktion darauf erst einmal Verwirrung. In so kurzer Zeit ist es kaum möglich, sich zu überlegen, wie genau die Forderungen umgesetzt werden sollen, sodass sämtliche Dozenten in der ersten Sitzung etwas von „Ja, wir wissen auch nicht genau, wie sich diese Änderung auswirkt … ABER Sie müssen nicht mehr verpflichtend zur Uni kommen.“

Eine genaue Meinung habe ich mir zu den neuen Anwesenheitspflichten noch nicht gemacht. Auf der einen Seite finde ich es gut: Die Dozenten werden motiviert, ihre Seminare ansprechend genug zu gestalten, um die Studenten bei Laune und im Raum zu behalten. Auf der anderen Seite befürchte ich, dass in manchen Seminaren nicht mehr viel los sein wird, weil alle sich in der ersten Stunde ein Thema für Referat oder Essay holen, noch einmal kommen, um das Referat zu halten, aber ansonsten nicht hingehen. Allerdings muss man sich auch überlegen, was einem ein Seminar letztendlich bringt. Man studiert schließlich nicht nur, um sich seine Nachweise abzuholen und am Ende dann ein Zeugnis mit der Bescheinigung „Bachelor“ zu erhalten, sondern besonders deswegen, weil man sich mit Themen auseinandersetzen, Kompetenzen erarbeiten und Sachverhalte genauer betrachten möchte.

Nach zwei Wochen Uni habe ich festgestellt, dass ich kaum ein Seminar schwänzen kann und möchte. Fast alle Kurse, die ich bisher belegen konnte, sind ziemlich interessant und zum Thema eines Seminars möchte ich sogar meine Bachelorarbeit schreiben, da sollte ich also dringend hingehen.

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