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Studentenleben live

Mann oder Frau - oder was denn nun?

Gegen Ende meines Praktikums hatte ich die einmalige Gelegenheit, mit zwei siebten Klassen (also 46 Teenagern zwischen zwölf und dreizehn) auf Klassenfahrt nach Köln zu reisen. Klingt anstrengend. War es auch! Mir taten vor allem die „normalen“ Reisenden leid, die mit uns im ICE saßen. Gekreische hier, Gekicher da, und nachher sah es aus wie ein Schlachtfeld, obwohl wir mehrmals ermahnt hatten, allen Müll wegzuwerfen.

Davon abgesehen gab es zwei absolute Highlights auf dieser Fahrt, bei denen ich gemerkt habe, dass, auch wenn sich die Teenager sehr erwachsen fühlen, ihnen doch ein paar Jährchen an Lebenserfahrung fehlen.

Situation eins: 46 mehr oder weniger pubertierende Jugendliche aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald sehen einen Erotik-Shop. Es gab ein großes Hallo und es wurden dutzende Fotos mit den Smartphone-Kameras geschossen. Dass Köln nicht nur eine sehr alte römische Stadt mit einem wunderschönen gotischen Dom, sondern auch die heimlich Hauptstadt der „SchwuLesBiTrans“-Bewegung ist, wurde in den Vorbereitungen anscheinend verschwiegen.

Situation zwei: Wir stehen vor der Baustelle, an der das ehemalige Kölner Stadtarchiv eingestürzt ist. Plötzlich kommt eine Frau aus der Kneipe gegenüber dazu und erzählt uns aus erster Hand, was da damals passiert ist. Es ist doch hochinteressant, einen Augenzeugenbericht zu hören, könnte man meinen. Aber was die meisten Schülerinnen und Schüler leider nur interessiert hat ist, ob die Augenzeugin nun Mann oder Frau war. Ununterbrochen habe ich neben mir Getuschel gehört. „Nein, das ist ein Mann, das sieht man doch!“, „He, nein, guck doch mal genau hin, das ist eine Frau!“

Offensichtlich haben sie noch nie darüber nachgedacht, dass sich nicht alle Menschen in eine der beiden Kategorien Mann oder Frau einteilen lassen wollen. Und dass es doch in dieser Situation, in der ein Mensch uns einfach seine oder ihre Erlebnisse vom Einsturz des Stadtarchivs erzählen möchte, völlig egal ist, was für ein Geschlecht er oder sie hat. Aber gut, mit zwölf oder dreizehn Jahren ist es auch nicht schlimm, darüber noch nicht nachgedacht zu haben. Schließlich sind die meisten mit ihrer eigenen Entwicklung beschäftigt. Trotzdem konnte ich mir einen Kommentar nicht verkneifen und vielleicht ist ja doch bei dem einen oder anderen angekommen, dass alle Menschen unterschiedlich sind.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2014
Autor: Rose
Rubrik: studium
Dec 19, 2014

Studentenleben live

Neues Semester, neuer Studiengang

Der Semesterbeginn ist zwar jetzt schon etwas länger her, aber ich werde trotzdem drüber schreiben, denn für mich war es kein Semesterstart wie jeder andere – schließlich habe ich den Studiengang gewechselt. Nach zwei Semestern Medizin und langem hin und her, habe ich mich dazu entschlossen, zu Psychologie zu wechseln. Glücklicherweise habe ich im Nachrückverfahren einen Platz in Leipzig bekommen und kann hier bleiben.

Am Anfang des Semesters gab es viele schöne Veranstaltungen, die der Fachschaftsrat organisiert hat. Wir sind etwa zum Cospunder See geradelt, waren beim Brunch und haben einen Stadtspaziergang gemacht.

Aber nicht nur der Fachschaftsrat hat uns einen schönen Einstieg beschert, auch die Professoren haben jeweils am ersten Termin ihrer Vorlesungen noch mal erklärt, was ihr Fach eigentlich ausmacht und warum es sich lohnt, sich damit zu beschäftigen. Generell ist der Umgangston sehr angenehm und familiär. Aber klar. Wir sind jetzt insgesamt 80 Studierende im ersten Semester – in Medizin waren wir 360.

Ich habe mir für das erste Semester drei Module ausgesucht: Statistik, Biopsychologie und Einführung in die Psychologie. Besonders gefällt mir Statistik – endlich ist mal was richtig logisch! Biopsychologie ist bis jetzt eine Mischung aus Physiologie, Neurologie, Anatomie und Biologie. Das fühlt sich ein bisschen wie Medizin-Nachwehen an. Die Einführung in die Psychologie ist sehr spannend. Hier wir je Vorlesung ein Bereich der Psychologie vorgestellt. Letztes Mal war Entwicklungspsychologie dran. Dabei haben wir etwas über verschiedene Entwicklungstheorien gehört und gelernt, ab wann Babys Stimmen und Silben auseinanderhalten können.

Das Beste ist aber, dass mir nebenher Zeit für Salsa tanzen, im Fachschaftsrat mitwirken und für meine Freunde bleibt. Ich muss nicht jede Minute genau durchplanen, so wie das letztes Jahr bei Medizin der Fall war.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2014
Autor: Maja
Rubrik: studium
Dec 19, 2014

Studentenleben live

Praxisangebote im Master

Sehr positiv fällt mir an der Uni Tübingen auf, dass uns immer wieder die Möglichkeit geboten wird, mit Praktikern aus der Medienbranche in Kontakt zu kommen. Bisher haben wir mit einem Autor vom Spiegel gearbeitet, hatten eine Sitzung mit einem Mann, der für das SWR-Fernsehen Beiträge macht, und einen Fotografen zu Besuch. Außerdem hat eine Frau ein Seminar gehalten, die beim SWR-Radio arbeitet.

Gestern war ich bei Goeerki, einem jungen Mann, der es geschafft hat, von den Einnahmen seines Youtube-Channels leben zu können. Für uns ist es wichtig, mit solchen Personen zusammenzutreffen, damit wir uns besser vorstellen können, welche Richtung uns Spaß machen kann, ohne gleich überall ein Praktikum machen zu müssen. Außerdem können wir von den berichteten Erfahrungen und Tipps der Praktiker ganz anders profitieren als von grauer Theorie. So sagte Goeerki zum Beispiel, dass sein Erfolgsrezept in den sozialen Medien Authentizität sei. Zudem sei es wichtig, etwas zu machen, was es so noch nicht gibt.

Zusätzlich zu medienpraktischen Angeboten bietet die Uni Tübingen auch viele andere Möglichkeiten, sich fortzubilden. Gerne möchte ich noch am „Studium Oecologicum“ teilnehmen. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Veranstaltungen, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beschäftigen. Bei Teilnahme an drei Kursen erhält man sogar ein Zertifikat.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2014
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Dec 18, 2014