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Studentenleben live

Bewerbung mal anders

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

16.02.2015

Wer kennt sie nicht, diese elendigen Bewerbungsgespräche für einen Job, ein Stipendium, einen Auslandsaufenthalt? Die Unsicherheit, der Wunsch, es am besten schon lange hinter sich zu haben, der Druck, sich irgendwie ganz anständig präsentieren zu müssen. Manche Menschen mögen diese angespannte Situation, sehen sie als Herausforderung, freuen sich sogar darauf. Für mich sind diese Gespräche ein Albtraum.
Was allerdings fast noch schlimmer ist: Wenn ich plötzlich Menschen auswählen sollte. Ich wusste nicht so recht wie mir geschah, so plötzlich hatte ich die Aufgabe aufs Auge gedrückt bekommen für einen Sprachkurs Lektoren auszuwählen. Ich schrieb also eine Stellenanzeige, wartete auf Rückmeldungen, las Lebensläufe, Motivationsschreiben, beantwortete mehr oder weniger überflüssige Fragen und sah mich tatsächlich irgendwann mitten im Bewerbungsgespräch – auf der Seite der Auswählenden!
Manchen Bewerbern war anzumerken, dass sie nervös waren und sie taten mir schrecklich leid. Anderen musste ich eine Absage erteilen, noch bevor ich mit ihnen gesprochen hatte, weil die Flut der Bewerbungen meine Kapazitäten überstieg. Sie taten mir noch mehr leid. Viele waren einfach super nett und ich wollte ihnen sofort beim Gespräch schon die Zusage geben – da fiel mir ein, dass ich ja nur eine Stelle zu vergeben hatte. Die Qual der Wahl ist fürchterlich, aber am allerschlimmsten ist es, Absagen zu verschicken. Ich muss mich bei den Leuten entschuldigen, ich würde sie am liebsten einfach alle nehmen! Diesen Job mache ich nie wieder!!!

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