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Studentenleben live

Wenn einer eine Wohnung sucht ...

… dann kann er was erleben.

Nachdem meine Wohnzeit im schönen Wohnheim Vauban nun endgültig abgelaufen ist, muss ich mir in Freiburg eine neue Bleibe suchen. Alle, die jemals in der gleichen Situation waren wie ich, wissen, was das bedeutet: Stress pur. Es gibt einfach mehr Menschen als Zimmer. Schon bevor ich mit der Suche angefangen habe, hatte ich eigentlich keine Lust mehr. Aber statt zu verzagen sagte ich mir, nehme ich es mal mit Humor und schaue, was für verrückte Menschen und Geschichten mir so über den Weg laufen.

Eine der ersten Wohnungen, die ich besichtigte, wurde von einem älteren Herrn vermietet, der so schwerhörig war, dass er mich am Telefon kaum verstehen konnte. Nachdem wir uns dann auf einen Termin zur Besichtigung verständigen konnten, erzählte er mir noch lang und breit von der Wohnung, in der er wohnte. Warum das für mich interessant sein sollte? Das fragte ich mich auch, bis er mir anbot, ich könnte dann auch seine Sauna mitbenutzen. Aha … Na, vielen Dank auch für dieses schmierige Angebot.

Die Zweite Wohnung war nett gelegen und auch die Mitbewohnerinnen sehr sympathisch. Leider war das Zimmer komplett verschimmelt und der Vermieter weigerte sich, etwas dagegen zu tun. Muss er leider auch nicht, in Freiburg wird jemand das verschimmelte Zimmer nehmen – mit Sicherheit. Eine Freundin von mir, die auch gerade auf Zimmersuche ist, erzählte von einer Wohnung mit Mäusen (freilaufend…). Da weiß ich jetzt auch nicht, was mir lieber wäre.

Bei der dritten Wohnung habe ich mich gefragt, ob ich im falschen Film bin – oder ob Freiburg wirklich so klein ist. Ich kam zu Tür rein und die eine Mitbewohnerin begrüßte mich: „Hallo, dich kenne ich, du warst schon mal hier zur Wohnungsbesichtigung.“ Nach ein paar Sekunden kam auch sie mir bekannt vor und ich erinnerte mich an meine allererste Woche in Freiburg, wo ich noch nicht einmal offiziell eingeschrieben war und nach Zimmern gesucht hatte … Oh mein Gott, das ist doch nicht die Wohnung von damals ohne Heizung? Doch, das war sie. In den vergangenen vier Jahren haben es die Vermieter wohl immer noch nicht geschafft, die Wohnung an die Zentralheizung anzuschließen.

Die vierte Wohnung habe ich gestern besichtigt. Am Telefon hatte mir die Vermieterin schon erklärt, dass es sich um eine besondere WG handelt. Es wohnen außer ihr nämlich noch ihre 15-jährige Tochter und zwei Studis in der Wohnung. Die wichtigste Voraussetzung sei natürlich gegenseitige Rücksicht. Außerdem dürfen ausschließlich Frauen einziehen, die sich vegetarisch ernähren. Puh. Nachdem sie mir noch gefühlte 100 weitere Regeln ihres Haushaltes erklärt hatte, schaltete sich auch die Tochter ein, die bis dahin still auf dem Sofa gesessen hatte. „Darf ich dir noch einen Tanz vortanzen? Ich liebe nämlich Bollywood und habe mir selbst einen ausgedacht.“ Also habe ich doch tatsächlich einem pubertierenden Mädchen mit fester Zahnspange im Sari und klappernden Armreifen beim Tanzen zugeschaut. Was erlebt man nicht alles bei der Zimmersuche in Freiburg.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Feb 18, 2015
Autor: Rose
Rubrik: studium
Feb 18, 2015

Studentenleben live

Danzig

Gerade habe ich meine Masterarbeit abgegeben. Es ist ein wirklich tolles Gefühl, nach Wochen der sehr intensiven Arbeit morgens nicht gleich als erstes an den Schreibtisch zu müssen und ihn erst späten Abend wieder verlassen zu können. Wenngleich dies ein triumphierendes Gefühl ist, konnte ich mich auch danach nicht so richtig frei fühlen in meiner Zeiteinteilung. Denn kurz nach der Abgabe musste ich schon mit der Vorbereitung für meine Reise nach Lima beginnen, wo ich im Januar ein Praktikum bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) anfange. Das heißt: Impfcheck beim Arzt, Auszug aus der Wohnung, (Auslands-)Versicherungen anpassen, Tasche packen, und den ganzen restlichen Kram. Eines wollte ich mir trotz allem nicht nehmen lassen: ein paar Tage Urlaub und mal etwas Abwechslung.

Die Wahl fiel auf Danzig, ein schönes Küstenstädtchen an der polnischen Ostsee, welches sich gut mit dem Zug erreichen lässt. Mein persönliches Highlight der Stadt war das Solidarnosc-Museum, welches erst vor paar Jahren eröffnet worden war. Das millionenschwere Prestigeprojekt der Stadt wartet mit einer modernen, stark auf digitalen Spielereien aufbauenden Sammlung auf und präsentiert die Geschichte der Gewerkschaft sehr anschaulich. Neben dem Museum haben wir uns durch die gastronomischen Einrichtungen geschlemmt. Haben heißes Bier, Suppe im Brot und viele Rote-Beete-Gerichte genossen, bevor uns der Zug Richtung Heimat und Weihnachten wieder davontrug.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Feb 17, 2015

Studentenleben live

Bewerbung mal anders

Wer kennt sie nicht, diese elendigen Bewerbungsgespräche für einen Job, ein Stipendium, einen Auslandsaufenthalt? Die Unsicherheit, der Wunsch, es am besten schon lange hinter sich zu haben, der Druck, sich irgendwie ganz anständig präsentieren zu müssen. Manche Menschen mögen diese angespannte Situation, sehen sie als Herausforderung, freuen sich sogar darauf. Für mich sind diese Gespräche ein Albtraum.
Was allerdings fast noch schlimmer ist: Wenn ich plötzlich Menschen auswählen sollte. Ich wusste nicht so recht wie mir geschah, so plötzlich hatte ich die Aufgabe aufs Auge gedrückt bekommen für einen Sprachkurs Lektoren auszuwählen. Ich schrieb also eine Stellenanzeige, wartete auf Rückmeldungen, las Lebensläufe, Motivationsschreiben, beantwortete mehr oder weniger überflüssige Fragen und sah mich tatsächlich irgendwann mitten im Bewerbungsgespräch – auf der Seite der Auswählenden!
Manchen Bewerbern war anzumerken, dass sie nervös waren und sie taten mir schrecklich leid. Anderen musste ich eine Absage erteilen, noch bevor ich mit ihnen gesprochen hatte, weil die Flut der Bewerbungen meine Kapazitäten überstieg. Sie taten mir noch mehr leid. Viele waren einfach super nett und ich wollte ihnen sofort beim Gespräch schon die Zusage geben – da fiel mir ein, dass ich ja nur eine Stelle zu vergeben hatte. Die Qual der Wahl ist fürchterlich, aber am allerschlimmsten ist es, Absagen zu verschicken. Ich muss mich bei den Leuten entschuldigen, ich würde sie am liebsten einfach alle nehmen! Diesen Job mache ich nie wieder!!!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2015
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 16, 2015