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Studentenleben live

Zurück in der Bibliothek

Und wieder einmal geht ein neues Trimester los. Ich war richtig schockiert, als mir klargeworden ist, dass ich jetzt schon im vierten Jahr bin! Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie es war, im ersten Trimester durch die Uni zu laufen. Nach ein paar Wochen kannte ich fast jedes Gesicht, habe jeden gegrüßt, manchmal eine halbe Stunde gebraucht, um aus der Uni rauszukommen, weil ich überall noch ein Pläuschchen gehalten habe. In die Bibliothek bin ich nur in den Wochen kurz vor den Klausuren gegangen, sonst war für mich nach der letzten Vorlesung zwischen 16 und 17 Uhr immer Feierabend.

Und jetzt, nach vier Jahren kenne ich kaum noch Gesichter, kann ich in der Mensa nicht zuordnen, wer Jurist ist, und wer ein Physiker vom Campus nebenan. Nach meinem Auslandssemester habe ich irgendwie den Anschluss an die unteren Jahrgänge verloren. Immerhin komme ich jetzt schneller aus der Uni raus!

In der Bibliothek habe ich mich inzwischen häuslich eingerichtet, kenne meine Nachbarn um meinen Stammplatz schon richtig gut und lerne jeden Tag acht Stunden. Im Dezember schreibe ich meine Schwerpunktklausur – die erste Klausur, die wirklich zählt. Ich merke, dass es nun ernst wird.

Während ich früher noch gestöhnt habe, weil ich so viel lernen musste, macht es mir gerade erstaunlich wenig aus. Ich gewöhne mich an die Aufgaben und Herausforderungen, die ich habe. Außerdem schwebe ich noch auf dem Motivations-Hoch nach der Sommerakademie und finde sowieso, dass ich den bestmöglichen Schwerpunkt gewählt habe: Völkerrecht. Sind Terroristen an das Kriegsrecht gebunden? Wie behandelt man einen „failed state“? Wie kann man Produktionsbedingungen durch Völkerrecht verbessern? Meiner Meinung nach eine perfekte Kombination aus Jura und Politik.

Und ganz so eintönig, wie es sich vielleicht anhört, ist mein Alltag gar nicht. Da ist hier ein interessanter Vortrag über den arabischen Frühling, dort ein Grillen auf dem Campus mit den internationalen Austauschstudierenden. Und wenn ich mal einen Tag zu viel von der Uni habe, treffe ich immer zufällig eine Person, mit der ich ewig nicht mehr geredet habe, und mir fällt wieder auf, wie nett hier alle sind. Unterm Strich ist also alles super!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2015
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 11, 2015

Studentenleben live

Internationales Treffen

Vergangene Woche war ich für meinen Verein „oikos Tübingen“ sechs Tage lang in der Schweiz. „oikos“ ist eine international tätige studentische Organisation, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre einsetzt. Weltweit gibt es über 40 sogenannte Chapter, also lokale Gruppen. In der Schweiz wurde von „oikos“ zunächst das „Presidents’ Meeting“ (Treffen der Vorstandsvorsitzenden der lokalen Gruppen) und anschließend das „FutureLab“ (ein Treffen, bei dem über zukunftsfähige Modelle nachgedacht wird) ausgerichtet.

Da ich Präsidentin des Chapters in Tübingen bin, verbrachte ich zunächst vier Tage lang mit den 30 Präsidenten der anderen Chapter. Wir lernten primär, wie man zu einer verantwortungsbewussten und ethischen Führungskraft wird. Dazu gehört es, empathisch zu sein, den Menschen und nicht nur den Profit in den Mittelpunkt zu stellen, zusammenzuarbeiten, auf seine Umwelt zu achten und diese zu schützen. Es war sehr spannend, mit den Vertretern der verschiedenen Nationen zusammenzuarbeiten und deren Ansichten kennenzulernen.

Anschließend besuchte ich zwei Tage lang das sogenannte „FutureLab“, das für alle Mitglieder von „oikos“ offen war. Hier lernten wir durch Vorträge und Lerngruppen, dass die Volkswirtschaftslehre keine Wissenschaft ist, die – wie etwa Physik – alles berechnen kann, sondern dass sie ohne Ethik nicht auskommt und das Verhalten des Menschen nicht genau voraussagen kann.

Im Vorfeld war ich sehr aufgeregt, wie gut ich mich während des Treffens zurechtfinden würde, kann aber im Nachhinein sagen, dass es eine tolle Erfahrung war. Ich habe sowohl fachlich als auch menschlich viel gelernt und werde die Gruppe im April in Indien bei einer Konferenz zum Thema „Minimalistic Sustainability“ wiedertreffen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2015
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Nov 11, 2015

Studentenleben live

Zu jung fürs Studium?

Für Studierende der höheren Semester kann die Zeit der Orientierungsphase, die hier in Göttingen drei Wochen andauert, gleichermaßen belustigend, aber auch nervig sein. Überall treffe ich auf aufgeregte Erstis. Gegen die 17- und 18-Jährigen komme ich mir fast vor wie eine alte Oma. Trotzdem beneide ich die Neuen nicht.

Wenn ich auf die letzten drei Jahre zurückblicke, muss ich sagen, dass ich ziemlich zufrieden damit bin, mein Abitur noch in 13 Jahren Schule gemacht zu haben. Als ich fertig war, war ich 19 Jahre alt und obwohl ein oder zwei Jahre Altersunterschied nicht gerade die Welt sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das Ganze mit 17 oder 18 genauso gut hinbekommen hätte. Nach meinen ersten zwei Semestern in Bonn entschied ich mich dazu, meiner Heimat wieder ein bisschen näher zu kommen und zog gemeinsam mit drei Freundinnen nach Göttingen. Klar, es ist immer aufregend, etwas Neues von der Welt zu sehen und Bonn ist wirklich eine wunderschöne Stadt, in der mir mein Studium auch immer Spaß gemacht hat. Trotzdem habe ich meine Entscheidung bis heute nicht bereut.

Als ich vergangene Woche in Frankfurt auf der Buchmesse war, traf ich abends an der Fernbushaltestelle zwei Jungs, die ebenfalls auf dem Weg nach Göttingen waren. Die beiden, die im Sommer gerade erst ihr Abitur gemacht haben, fangen nun an der Georg-August-Universität an zu studieren. Für mich war es ein tolles Gefühl, mein Wissen an die beiden Erstis weitergeben zu können, das ich während meiner Zeit in Göttingen gesammelt habe. Gleichzeitig fragte ich mich aber auch, wie sie ihren Unistart meistern und ob sie ihr Zuhause vermissen würden.

Heute bin ich froh, dass meine Heimatstadt nur eine halbe Zug- oder Autostunde entfernt liegt. Der Gedanke, jemals wieder weiter von meinem gewohnten Umfeld getrennt zu sein, macht mir keine Angst – schließlich kann ich nicht wissen, wohin es mich in Zukunft verschlägt –, aber gefallen tut er mir trotzdem nicht. Für mich war es genau das Richtige, nach Göttingen zu ziehen. Hier habe ich mein eigenes Leben, das ich mit neuen und alten Freunden jeden Tag aufs Neue gestalten kann. Trotzdem kann ich jederzeit nach Hause fahren, sollte ich eine Hühnersuppe von Mama oder einfach nur mal eine Umarmung brauchen. Ich denke, am Ende ist das keine Frage des Alters, aber ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es für mich zu früh gewesen wäre, mit 17 Jahren das heimische Nest endgültig zu verlassen.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2015
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Nov 10, 2015