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Studentenleben live

Fahrradstadt

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

23.11.2015

Meinen Führerschein habe ich vor fast fünf Jahren bestanden. Zu Hause brauche ich ihn auch ziemlich häufig, denn ab acht Uhr abends fahren in der Kleinstadt kaum noch Busse, für Fahrrad und Füße spürt man für meinen Geschmack zu sehr die Nähe zum Bergischen Land. Um zu Freunden zu kommen, die mehr als fünf Minuten entfernt wohnen, oder bei den üblichen Treffen in der Innenstadt nehme ich deshalb lieber den fahrbaren Untersatz. Das ist bequemer, schneller und meine Freunde freuen sich, wenn ich sie später noch nach Hause fahren kann.

In Düsseldorf waren die Öffentlichen Verkehrsmittel mein hauptsächliches Fortbewegungsmittel. Ich finde, ein Auto in der Großstadt ist keine gute Idee, sobald man die ruhigeren Wohngebiete verlässt. Doch dafür, mich ausschließlich mit eigener Muskelkraft fortzubewegen, ist mir die Stadt einfach viel zu groß und bei so vielen Bahnen und Bussen komme ich selbst nachts um vier Uhr noch nach Hause – das Semesterticket macht es auch kostenlos möglich.

In Bonn bewege ich mich nun fast ausschließlich mit dem Fahrrad von A nach B. Selbst zur Mathematischen Fakultät, die zu Fuß keine fünf Minuten entfernt ist, fahre ich mit dem Drahtesel – zu den neuen Unifreunden, ins Kino oder zum Unihauptgebäude in der Innenstadt sowieso. Die Stadt ist flach, fahrradfreundlich und langsam merke ich sogar, dass sich meine Kondition etwas verbessert hat – beim wöchentlichen Ausflug zum Haus der Geschichte in der gemeinsamen Freistunde halte ich mittlerweile das Tempo meiner Unifreunde und muss nicht auf jede Ampel hoffen, an der ich sie einholen kann. Als Fahrradstadt ist Bonn wirklich auch gut geeignet, denn es gibt überall Fahrradwege und zusätzliche Rechte – als Fahrradfahrer darf man beispielsweise auch falsch herum in die meisten Einbahnstraßen fahren. Die Autofahrer sind auch darauf eingestellt, dass jeder zweite Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern durch die Gegend strampelt und nehmen daher mehr Rücksicht als in meinem Heimatort, wo es eben nicht so viele Radfahrer gibt.

So gut ausgebaute Radfahrmöglichkeiten haben eigentlich nur Vorteile: Man bleibt fit und umweltfreundlich ist es sowieso. Wenn ich "groß" bin, kaufe ich mir bestimmt mal ein Auto – momentan finde ich mein Fahrrad aber ehrlich gesagt ziemlich super.

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