interaktiv

Studentenleben live

Flexibel wie ein Stein

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

03.02.2016

Früher mochte es nicht, wenn sich Dinge änderten. Ich hatte gerne schon morgens einen Plan vom Tag und überhaupt: „spontan“ bedeutet doch, man überlegt sich was für übernächste Woche, oder? Ich war eigentlich ganz glücklich damit, manchmal hatte ich aber trotzdem ein bisschen das Gefühl, durch meine Unflexibilität etwas zu verpassen und mir die Chance auf tolle Geschichten zu verbauen, die ich meinen Enkelkindern erzählen kann.

Diese Janna ist definitiv Vergangenheit. Ich habe das Gefühl, mich in den letzten Monaten ziemlich verändert zu haben, weil ich momentan sehr locker an neue Situationen und Veränderungen herangehe. Besonders mag ich aber, dass ich wirklich spontaner geworden bin.

Ein Beispiel? Vergangene Woche saß ich eines Abends um halb zehn Uhr eigentlich in Jogginghose und Schlabber-T-Shirt mit einem guten Buch auf dem Sofa, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, da der ursprünglich geplante Mädelsabend abgesagt wurde. Dann bekam ich eine Nachricht von zwei meiner besten Freunden aus der Uni, die fragten, ob ich nicht vorbeikommen wollte. Zwölf Minuten später (inklusive Umziehen und Fahrradweg) stand ich vor ihrer Tür und konnte mich über einen Abend mit viel Lachen, aber auch tiefergehenden Gesprächen freuen.

Der vergangene Sonntag war in Sachen Spontaneität aber mein bisheriges Highlight: Ich hatte den ganzen Tag verschlafen, weil ich vom Lernen ein bisschen schlapp war und für abends drei Freunde eingeladen habe, damit ich nicht einen ganzen Tag ohne gesellschaftliche Interaktion auskommen musste. Spontan kamen dann noch drei weitere Freunde dazu. Eigentlich sollte das Ganze nicht so lange gehen. Das einzige andere Mädchen der Runde verabschiedete sich auch um halb elf, die anderen saßen aber weiter in meinem Wohnzimmer, leerten meinen Kühlschrank und erfanden Spiele, bis es plötzlich drei Uhr nachts war und eine Idee geboren wurde: Lasst uns doch alle die „Nudel-Challenge“ machen, bei der jeder zwei Packungen Nudeln essen muss.

Es war halb sieben Uhr morgens, als ich an jenem Tag mit dem guten Gefühl eingeschlafen, dass ich mich später an diese Dinge erinnern werde und mir sage: Hey, ich habe in meiner Jugend wirklich witzige Sachen erlebt!

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