interaktiv

Studentenleben live

Blind sein

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

21.07.2016

Wie ist das eigentlich, blind zu sein? Manchmal sieht man ja sehbehinderte Menschen mit einem Blindenhund und einem Blindenstock in der U-Bahn oder in der Stadt. Oft bin ich wahnsinnig beeindruckt davon, wie selbstständig sie sich durch den Alltag bewegen können. Richtig vorstellen kann ich mir das aber nicht.
Vergangene Woche fand in meiner Lieblingsveranstaltungsreihe der Uni „Was ist wichtig“ ein Gespräch mit der Leiterin von „Dialog im Dunkeln“, einem Museum in Hamburg, statt. Dort wird man durch abgedunkelte Räume geführt, in denen Alltagssituationen nachgestellt sind, um einmal am eigenen Leib erfahren zu können, wie es ist, blind zu sein.
Die Leiterin weiß selbst, was es heißt, nichts mehr sehen zu können. Mit 26 Jahren wurde bei ihr eine unheilbare Augenkrankheit diagnostiziert, die ihr das Augenlicht nahm. Für die ausgebildete Artistin war es ein Schock: Nie wieder würde sie ihren Beruf ausüben können. Damals sah sie nur zwei Optionen: Entweder einen Weg zu finden, nicht zu erblinden – oder nicht mehr zu leben.
Aufrichtig und eindrucksvoll erzählte sie von ihrem schweren Weg, von den vielen Hoffnungsmomenten und Rückschlägen, als sie erkannte, dass all die Therapien, die sie ausprobierte, ihr auf Dauer nichts bringen würden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie allerdings gemerkt, dass ihre Freunde und Familie auch weiterhin zu ihr stehen würden – der Schlüsselpunkt, um langsam ihre Sehbehinderung zu akzeptieren. Notwendige Dinge wie Blindenschrift oder mit dem Blindenstock umzugehen, lernte sie erst, als sie tatsächlich nichts mehr sehen konnte. Sie war schließlich überrascht davon, wie viele Möglichkeiten ihr trotz ihrer Sehbehinderung blieben.
Dieser Vortrag war eine sehr inspirierende Veranstaltung darüber, wie man mit Schicksalsschlägen positiv umgehen kann. Ich bin nachhaltig beeindruckt.

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