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Bachelor live

Lost

Woher weiß man eigentlich, was man mit seinem Leben machen will? Einige wissen von Anfang an, wohin es für sie gehen soll. Für viele andere folgt die individuelle Sinnsuche wohl eher der Trial-and-Error-Methode. Ich stehe irgendwo dazwischen. Es gibt ein paar Sachen, die ich definitiv nicht machen möchte, und andere Dinge kann ich mir hingegen sehr gut vorstellen. Und viele Möglichkeiten kennt man noch gar nicht – wie soll man sich da entscheiden?
Die Arbeit bei der Europäischen Union reizt mich beispielsweise sehr, da ich ein großer Anhänger der europäischen Idee bin. Hierfür ist das College of Europe in Brügge das Sprungbrett. Es ist für mich ein unglaubliches Privileg, dort studieren zu können. Studium und Umfeld sind extrem spannend, es werden viele interessante Redner und Dozenten eingeladen. Aber dieses Privileg hat auch seinen Preis: Arbeit. Wie viel, das lässt sich von außen nur schwer einschätzen. Eine Studentin sagte mir jedoch, es sei nicht ganz so anstrengend wie das erste juristische Staatsexamen. Aber neben den üblichen Vorlesungen in drei Monaten eine Masterarbeit zu schreiben, hört sich nicht gerade nach einem Spaziergang an. Und so kurz nach dem Staatsexamen kann ich mir ein Leben nur mit Lernen schwer vorstellen.
Wäre eventuell der Richterberuf etwas für mich? Hier könnte ich meine eigene Meinung vertreten und hätte das letzte Wort (bis das Berufungsgericht kommt). Sicherlich eine herausfordernde Arbeit. Dann könnte ich zunächst promovieren und danach ins Referendariat. Denn die Vorstellung, jetzt sofort ins Ref zu gehen, schreckt mich ab – nicht so bald noch ein Staatsexamen! Auch dieser Weg hört sich verlockend an: Zunächst ein selbstbestimmtes Leben, in dem ich über Büchern brüte, endlich mal tief in ein Thema einsteigen kann und dann hoffentlich „erleuchtet“ bin. Auch die Aussicht auf ein ausgeprägtes Sozialleben mit viel ehrenamtlichem Engagement ist eine schöne Aussicht. Aber ist das eine gute Motivation für eine Promotion? Habe ich wirklich Lust, zwei bis fünf Jahre für ein einziges Thema aufzuwenden? Würde ich ein Thema finden? Würde ich die Dissertation überhaupt zu Ende bringen?
Wie bei der Studienwahl stehe ich an einem Wendepunkt in meinem Leben und muss mich zwischen zwei sehr attraktiven Optionen entscheiden. Vielleicht hilft mir ja ein bisschen Abstand und Ausruhen, deswegen heißt es nun: ab in den Urlaub!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 13, 2017

Bachelor live

Neuer Blick auf die eigene Sprache

Im Wahlbereich belege ich gerade ein Modul des Bereichs „Deutsch als Fremdsprache“. Dabei geht es unter anderem um die richtige Aussprache des Deutschen und um typische Fehler von Nicht-Muttersprachlern. Meine erste Erkenntnis war: „Hilfe, ich bin ein Dialektsprecher!“ Denn wer Chemie nicht mit „ch“ oder „k“ sagt, sondern von „Schemie“ spricht, der spricht offiziell nämlich schon kein Standarddeutsch mehr.
Das Kernstück des Moduls ist das Seminar „Kontrastive Phonetik“. Hier vergleichen wir die phonetischen Besonderheiten des Deutschen mit denen anderer Sprachen. Jeder der Studierenden muss eine umfangreiche Fehleranalyse erarbeiten und sie im Seminar vorstellen. Dazu nehmen wir zunächst einen Deutschlerner auf, der einen Text vorliest. Mit dem Schnittprogramm zerlegen wir die Aufnahme in einzelne Sätze und hören uns diese gefühlt hunderte Male an. Teilweise sind es nur Sekundenbruchteile, in denen man erkennen muss, ob das „a“ nun zu offen oder gespannt gesprochen wurde und ähnliches.
Ich habe mich bei meiner Analyse – natürlich – für eine tschechische Muttersprachlerin entschieden. Da sie schon sehr fortgeschrittenes Deutsch sprach, war es für mich gar nicht so leicht, die Fehler herauszuhören. Dennoch habe ich die typischen Auffälligkeiten eines tschechischen Muttersprachlers erkennen können: das gerollte Zungenspitzen-R und, dass die Endungen der Worte immer voll gesprochen werden, wobei diese ja in der Regel oft verschluckt werden.
Alles in allem bin ich sehr froh mit der Veranstaltungswahl und genieße es, den Blick auf die eigene Sprache wieder um einen Blickwinkel erweitern zu können.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jun 13, 2017

Bachelor live

Mein letztes Bachelorsemester

In den vergangenen Wochen überschlugen sich die Ereignisse, die Zeit schien zu rennen. Gerade waren noch Ferien und ich habe ein Praktikum absolviert. Jetzt ist schon Mitte des Semesters, die Abgabe meiner Bachelorarbeit rückt näher, die Prüfungen und Ferien auch und ganz nebenbei verstreichen die diversen Masterbewerbungsfristen. Ich bin also gut beschäftigt, dabei aber sehr zufrieden, denn ich habe glücklicherweise trotzdem genug Zeit für andere schöne Dinge.
Dieses Semester besuche ich kaum noch Veranstaltungen. Mein einziges Modul, klinische Kinder- und Jugendpsychologie, ist sehr spannend – so sehr, dass ich überlege, in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Praktikum zu machen. Das hätte ich früher kategorisch ausgeschlossen, weil mir das irgendwie zu extrem erschien, aber dank des Moduls kann ich es mir nun doch vorstellen.
Wenn ich nicht in der Uni bin, sitze ich im Max-Planck-Institut (MPI) und arbeite dort entweder in der Neurologie, wo ich eine Stelle als studentische Hilfskraft habe, oder schreibe an meiner Bachelorarbeit. Erst fand ich es nervig, dass ich immer ins MPI fahren musste, um mit Letzterer voranzukommen, weil ich nur dort die entsprechenden Computerprogramme nutzen konnte. Inzwischen finde ich es aber wunderbar, denn so kann ich Arbeit und Freizeit trennen. Der Aufwand für die Bachelorarbeit ist deutlich höher als gedacht, aber inzwischen bin ich optimistisch, dass ich sie im vorgegebenen Zeitrahmen beenden kann.
In den vergangenen Wochen habe ich außerdem erste Bewerbungen für das Masterstudium verschickt. Da ich noch nicht genau weiß, wo ich beruflich mal hin will, möchte ich einen allgemeinen Psychologie-Master machen und nicht einen spezialisierten wie „Klinische Psychologie“ oder Kognitionswissenschaften. Ich fühle mich hier in Leipzig so wohl, deshalb habe ich mich hier für den Master der allgemeinen Psychologie beworben. Für alle Fälle habe beziehungsweise werde ich mich aber auch noch in anderen Städten bewerben.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Jun 8, 2017