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Bachelor live

Land der Kontraste

„Wohnt ihr in einem dieser umzäunten Häuser oder in einem Township?“, wurde ich immer wieder von Freunden aus Deutschland gefragt, als ich den Sommer in einem Workcamp in einem Vorort von Kapstadt verbrachte. Südafrika ist wohl berühmt dafür, dass es ein Land der Kontraste ist. Den Ausdruck hatte ich vor der Abreise unglaublich oft gelesen – und doch sah Südafrika dann ganz anders aus, als ich es mir vorgestellt hatte.
Wenn man es genau nahm, wohnten wir tatsächlich in „einem dieser umzäunten Häuser“, auf dem Grundstück einer Kirche, das von einem hohen Elektrozaun umgeben war. Aber bedeutet das Luxus? Nein. Wir teilten uns zu siebt ein Schlafzimmer, an der Decke hing Schimmel, die Küche war aufgrund eines kaputten Wasserhahns aufgeweicht und es gab weder Heizung noch Kamin. Einige Einheimische, die wir kennen lernten, wohnen etwas gehobener. Sie haben vielleicht auch keine Heizung und auch kein zweites Stockwerk, aber immerhin mehr Platz. Ihre Häuser stehen jedoch in wohlhabenderen Gegenden, in denen ein umzäuntes Grundstück nicht notwendig war.
Fuhr man von uns aus ein paar Straßen weiter, wurden die Straßen sandiger, enger und voller. Die Häuser dort waren ungefähr so groß wie das Wohnzimmer meiner Eltern, einen Zaun hätten sich die Bewohner vermutlich gar nicht leisten können. Fuhr man dagegen von uns aus ein paar Straßen in die andere Richtung, tauchten bald die ersten mehrstöckigen Häuser auf mit Garagen und gepflegten Gärten.
Südafrika ist nicht unbedingt ein Land der Extreme, denn es gibt immer noch das Zwischending. Es ist aber definitiv ein Land der Kontraste. An einem Tag war ich morgens in einer Suppenküche und nachmittags im Zentrum von Kapstadt. Die Unterschiede waren so riesig – hätte man mir zuvor Fotos aus beiden Gegenden gezeigt, hätte ich wohl vermutet, dass es sich um unterschiedliche Länder handelt. In meiner Schulzeit nahm ich an einem Schüleraustausch teil, nach meinem Abitur habe ich einen Freiwilligendienst im Ausland gemacht und jedes Mal fand ich es faszinierend, wie man ein Land und seine Menschen nach und nach immer besser versteht. Mit jeder Kleinigkeit, die ich über Südafrika lernte, hätte ich jedoch gleichzeitig mindestens zehn Fragen stellen können und mir wurde bewusst: Dieses Land ist so komplex und vielseitig, dass es wohl kaum möglich ist, es innerhalb von vier Wochen zu verstehen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 9, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 9, 2017

Bachelor live

Sommerschule Identität(en)

Denke ich an den September – Hilfe, es ist November! – denke ich an einen Monat voller Begegnungen. Auch dank der Sommerschule, welche vom Leipziger Institut für Slavistik organisiert wurde.
Zehn Tage haben sich hier Studierende aus drei Ländern mit dem Thema „Identität(en) im mitteleuropäischen Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien“ befasst. Bereits 2016 nahm ich an einer Sommerschule teil, damals in Prag. Dort ging es vor allem darum, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und im Land zu sein. Und nun? Eine Sommerschule in der eigenen Stadt? Ein voller Erfolg!
Das Thema der Identitäten betrachteten wir aus unterschiedlichen Perspektiven. Es ging um Sprache, um Exilliteratur von Juden, Deutschen und Tschechen in Prag, um Deutsche und Polen in Breslau, um Polen in Leipzig. Neben den Studierenden und den Vortragenden, die hauptsächlich aus den drei Städten stammten, kam auch der vielleicht meist gefeierte zeitgenössische Autor Tschechiens, Jaroslav Rudis, nach Leipzig. Es war ein Erlebnis, seine Texte, Kommentare und Anekdoten live zu hören. Wer hätte gedacht, dass Rudis Texte teilweise von Erlebnissen in Leipzig inspiriert sind?
Das vielleicht Schönste an der Sommerschule aber war die gemeinsame Zeit, die man an den Abenden und zwischen den Veranstaltungen mit den Kommilitonen der anderen Universitäten verbringen konnte. Sich über die Lehre und die Motive für das Slawistik-Studium zu unterhalten, war sehr spannend. Auch tat es gut, festzustellen, dass es vermutlich alle deutschen Slawistik-Studierenden auf die Palme bringt, wenn jemand auf ihre Studienwahl mit „Und was macht man dann damit?“ reagiert. Ebenfalls bereichernd war der Austausch mit den Breslauer und Prager Studierenden. Wann sitzt man schon mal mit Polen und Tschechen gleichzeitig an einem Tisch, kann zwischen drei Sprachen hin und her wechseln, dreisprachige Wortspiele gemeinsam entwerfen? Das geht wohl nur bei einer solchen Sommerschule oder ähnlichen internationalen Veranstaltungen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 9, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 9, 2017

Bachelor live

WG-Party!

Vor Kurzem hatte eine meiner Mitbewohnerinnen Geburtstag. Eigentlich wollte sie für ihre Party einen Raum mieten und dort feiern. Allerdings war kurzfristig alles ausgebucht, sodass als einzige Ausweichmöglichkeit unsere Wohnung blieb. Nachdem das mit allen Mitbewohnern abgeklärt wurde, konnten die Vorbereitungen beginnen.
Es war unsere erste größere WG-Party nach längerer Zeit, weswegen wir vorsorglich sämtliche Nachbarn vorwarnten, dass es möglicherweise etwas lauter wird. Glücklicherweise reagierten alle verständnisvoll und wünschten uns viel Spaß. Am Tag der Party räumten wir dann die komplette Wohnung auf und verrückten einige Möbel, um Platz zum Tanzen zu schaffen. Doch selbst dann war es mir ein Rätsel, wie knapp 40 Leute in unsere Wohnung passen sollten.
Abends trudelten nach und nach die Gäste ein. Das Zimmer des Geburtstagskindes diente als Hauptaufenthaltsraum, mein Zimmer wurde als Jacken- und Taschenlager genutzt und im Zimmer meiner anderen Mitbewohnerin standen der Schuhschrank und andere Möbel, die wir zuvor aus Flur und Küche weggeräumt hatten, sodass ihre Tür geschlossen blieb. Dafür konnten noch einige Gäste im Zimmer meines Mitbewohners sitzen. In der Küche befand sich das Buffet. Im Flur und auf dem Balkon war ebenfalls noch Platz zum Stehen und Sitzen.
Als alle da waren, wurde es in der Wohnung schon kuschelig, allerdings machte das überhaupt nichts. Die Stimmung auf unserer WG-Party war ausgelassen und ich fand es schön, die Freunde meiner Mitbewohnerin mal kennenzulernen. Zum Glück beschwerte sich auch keiner unserer Nachbarn, obwohl die Party bis spät in die Nacht ging. Da alles so gut und ohne Komplikationen geklappt hat, war das wahrscheinlich nicht unsere letzte WG-Party.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 8, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 8, 2017