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Bachelor live

Chinesische Schriftzeichen

Während ich diese Zeilen tippe, sind es nur noch acht Tage, bis ich im Flugzeug sitzen werde: Ab ins Auslandssemester! Als ich angefangen habe zu studieren, war für mich klar, dass ich ein Semester im Ausland verbringen werde. Frankreich oder Irland sollte es sein, da war ich mir damals sicher. Geworden ist es schließlich Taiwan – weil mich die Neugier auf die chinesische Sprache gepackt hat, weil ich mich für die Politik Ostasiens interessiere und auch weil die Partneruni dort gut zu meinem Studiengang passt.
Seit einigen Wochen habe ich nun eine App auf meinem Handy, mit deren Hilfe ich Chinesisch lernen will. Ein paar einfache Sätze hat sie mir schon beigebracht: Nachdem ich die Lektion „Tiere“ erfolgreich gemeistert habe, kann ich sagen, dass ich Schafe und Kühe mag, aber kein Fleisch esse, und dank der Lektion „Familie“ weiß ich, dass es im Chinesischen unterschiedliche Wörter für „kleine Schwester“ und „große Schwester“ gibt.
Nach meiner Ankunft in Taiwan werde ich zuerst zwei Tage im Hostel verbringen. Erst dann kann ich mein Wohnheimzimmer beziehen. Ich muss mich also vorher erkundigen, wie ich vom Flughafen zum Hostel komme. Mein „Buddy“, eine taiwanesische Studierende, die mir zugeteilt wurde, um mir in den ersten Tagen zu helfen, hat mir geraten, den Namen des Hostels in chinesischen Schriftzeichen auszudrucken und dem Taxifahrer zu zeigen.
Meine Kurse musste ich bereits vorab online wählen und bin dabei schon in den Genuss der taiwanesischen Onlinesysteme gekommen. Statt einer E-Mail-Adresse mit dem Namen der Uni und meinem Namen bekam ich kurzerhand eine E-Mail-Adresse mit dem Namen der Uni und einigen willkürlichen Zahlen. Seit ich diese E-Mail-Adresse habe und sie vorsorglich auf meine reguläre, deutsche Adresse umleiten lasse, trudeln täglich neue E-Mails ein – auf Chinesisch. Ich ignoriere sie bislang einfach – und hoffe, dass meine Uni mir alles Wichtige auf Englisch mitteilen wird.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 10, 2018

Bachelor live

September

Vor Kurzem musste ich meine erste Arbeit an der Uni in Seoul abgeben. Ich fand es schwierig, einen Essay zu schreiben, ohne zu wissen, was hier erwartet wird und worauf die Professoren besonders achten. Ich weiß schon jetzt, dass es kein entspanntes Semester wird. Nach der Abgabe wurden wir in Gruppen eingeteilt, um ein Projekt mit Präsentation vorzubereiten.
Dadurch, dass ich einen sehr koreanischen Namen habe und auch ganz gut koreanisch spreche, bin ich als Austauschstudentin in einer besonderen Situation. Zum Beispiel wurde ich als einzige Austauschstudentin in eine komplett koreanische Gruppe sortiert, damit ich mein koreanisch verbessern und mehr Koreaner kennenlernen kann. Ich merke immer wieder, dass ich zwischen zwei Welten und zwei Kulturen stehe. Ich sehe aus wie die Menschen hier, aber spätestens wenn ich anfange zu reden, sehe ich in verwunderte Gesichter.
Ich lebe im internationalen Wohnheim und bin die meiste Zeit mit anderen Austauschstudierenden unterwegs. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass von mir mehr erwartet wird als von anderen Deutschen, da ich einen koreanischen Hintergrund habe. Mein Ziel ist es, in den fünf Monaten so viel wie möglich aufzusaugen und mitzunehmen – nicht, um diesen Erwartungen gerecht zu werden, sondern um meinen Hintergrund tatsächlich besser zu verstehen.
Ansonsten fühle ich mich hier schon sehr wohl. Es herrschen sommerliche Temperaturen, das Essen ist fantastisch und günstig und jeder Tag ist ein kleines Abenteuer.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 8, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 8, 2018

Bachelor live

Bewegung an der Grenze

Es war ein laues Spätsommerwochenende, als wieder einmal junge Menschen aus Deutschland und Tschechien zusammenkamen, um gemeinsam zu diskutieren, zu arbeiten und voneinander zu lernen. Es war das nunmehr dritte Plenartreffen des Deutsch-tschechischen Jugendforums, das im oberpfälzischen Waldmünchen stattfand und auf dem ich als Sprecher des Forums dabei war.
Einen passenderen Ort konnte es für das Treffen mit dem Oberthema „Grenzen“ wohl kaum geben, denn Waldmünchen liegt unweit der tschechischen Grenze. Dem Thema näherten wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln an. So gab es Workshops zur Landschaftsarchitektur im deutsch-tschechischen Grenzgebiet und zu den ökologischen Grenzen unseres Planeten.
Höhepunkt war aber vor allem das World-Café: Hier stellten verschiedene Vertreter der deutsch-tschechischen und der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit ihre Projekte vor. Ein Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes erklärte zum Beispiel, wie es dazu kam, dass eine Frau einmal auf Deutsch und einmal auf Tschechisch für tot erklärt werden musste. Außerdem erzählte er, dass man, wenn man als Deutscher hinter der Grenze in Tschechien verunglückt und in ein deutsches Krankenhaus gebracht werden möchte, an der Grenze von einem tschechischen in einen deutschen Krankenwagen verladen werden muss, da die Krankenwagen nicht einfach ins Nachbarland fahren dürfen. Hier herrscht doch definitiv noch Nachholbedarf bei der Zusammenarbeit beider Länder. Außerdem gut zu wissen: Als deutscher Tourist in Tschechien wird man automatisch Organspender, da in Tschechien das Widerrufsrecht gilt.
Sehr interessant war auch die Vorstellung der Arbeit des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf. Das Zentrum ermöglicht zum Beispiel Einblicke in Akten und kümmert sich darum, dass ein Verbrecher, der mit dem Auto über die Grenze fährt, weiter verfolgt wird.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 5, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 5, 2018