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Bachelor live

Fitness-Tempel

Ich bin in München bei einer Fitnessstudiokette angemeldet. Von der Kette bin ich großer Fan, weil sie modern und sauber ist und meiner Meinung nach ein hohes Niveau bietet in Bezug auf die Geräte und die Betreuung. Für die Mitgliedschaft zahle ich im Monat 25 Euro und kann dafür alle sechs Studios nutzen, die in München zu der Kette gehören. Jedes Studio ist anders aufgebaut, hat andere Geräte und eine andere Atmosphäre. Diese Abwechslung finde ich toll.
Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich zu Weihnachten von meinem Mitbewohner einen Gutschein für eine andere Fitnessstudiokette bekommen habe. Kürzlich bin ich dann dazu gekommen, den Gutschein einzulösen. Es ist das größte Fitnessstudio der Stadt, was man bereits von außen erahnen kann. Hier wird auf drei Etagen und 3.000 Quadratmetern trainiert. Die Anmeldung lief ganz unkompliziert. Aber auf dem Weg zu den Umkleiden verirrte ich mich fast. Einen ellenlangen Gang, eine über zwei Stockwerke reichende Wendeltreppe und ein paar Abzweigungen später stand ich dann doch in einer Höhle aus Schließfächern im Keller des Gebäudes.
Das Studio ist unglaublich verzweigt. Um von einem Trainingsbereich in den nächsten zu gelangen läuft man locker ein paar hundert Meter – ein kleines Workout zwischen den Workouts. Leider habe ich den Fehler begangen, um 19.30 Uhr hinzugehen, denn zu dieser Zeit herrscht der größte Ansturm. Hätte man am Hauptbahnhof ein paar Geräte aufgestellt, wäre die Atmosphäre nicht anders gewesen. Ununterbrochen liefen Leute an mir vorbei und beinahe jedes Gerät war besetzt. Bei so vielen schwitzenden und atmenden Menschen ist es außerdem eine gute Idee, ab und an ein Fenster zu öffnen, selbst im Winter. Das war leider nicht möglich, was zur Folge hatte, dass ein saunaähnliches Klima herrschte. Beim Training traf ich dann zufällig zwei Kommilitonen, die mir erzählten, dass noch mehr aus unserem Studienjahrgang in dieses Studio gehen.
Ich für meinen Teil habe durch diesen Tapetenwechsel aber herausgefunden, dass ich mit meiner Kette doch sehr zufrieden bin. Die zehn Euro Ersparnis beim Monatsbeitrag ist mir das andere dann doch nicht wert. Lieber zahle ich etwas mehr und fühle mich beim Training wohl.

 

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Mar 4, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
Mar 4, 2019

Bachelor live

Freud und Leid

Vor dem Beginn meines Physikstudiums in Jena belegten wir Erstsemester einen Vorbereitungskurs. Was als Auffrischungskurs gedacht war, bot jedoch viel mehr Neues als erwartet. Da wurde plötzlich von komplexen Zahlen philosophiert, Polynomdivision gepaukt und vieles mehr – Dinge, von denen ich das erste Mal hörte. Entsprechend überfordert fühlte ich mich in den ersten drei Tagen.
Zum Glück ging es nicht nur mir so, beinahe alle angehenden Physikstudierenden machten diese Erfahrung. Das Gute daran war, dass uns diese Situation zusammenschweißte.
Doch trotz dieses Gemeinschaftsgefühls hatten wir, noch bevor die „richtigen“ Vorlesungen überhaupt losgingen, die ersten Verluste zu beklagen. Einige fühlten sich vom Vorbereitungskurs so abgeschreckt, dass sie die Reißleine zogen – ein Trend, der sich im weiteren Verlauf des Semesters fortsetzen sollte.
Als es richtig losging, wurde unser Stundenplan mit einem Grundpraktikum, Algebra und Analysis komplettiert, diese Fächer stellen sozusagen unseren Werkzeugkasten dar.
Den Rest des Semesters schwankte ich zwischen Faszination und Verzweiflung. Fasziniert war ich häufig von den Gesetzen der Physik: Habt ihr zum Beispiel gewusst, dass man sich mathematische Körper bauen kann, in denen 1 + 1 = 0 ist? Oder das sich reibungsfrei gelagerte Gewichte tatsächlich auf Grund von Gravitation anziehen? Verzweiflung erfuhr ich hingegen wegen der Fülle an Aufgaben, dem endlosem Durchforsten von Mathe-Foren im Internet auf der Suche nach der richtigen Lösung und den kryptischen Tafelaufschrieben des Analysis-Profs.
Jetzt, am Ende des Semesters kann man wohl sagen, dass sich die ganze Plackerei in Anbetracht des neuen Wissens doch gelohnt hat. Ob sich das nun auch in meinen Noten widerspiegelt, bleibt abzuwarten: Die Klausuren stehen noch an.

 

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2019
Autor: Hannes
Rubrik: studium
Feb 25, 2019

Bachelor live

München auf links

In Halle an der Saale, wo ich aufgewachsen bin, ist die Club- und Bar-Szene sehr alternativ – ein wenig schmuddelig, aber auch gemütlich. Mein aktueller Wohnort München ist da eher für das genaue Gegenteil bekannt: schicke Clubs, in denen man Hemd trägt und wo das Highlight des Abends die Konfettikanonen sind.
Bevor ich nach München zog hörte ich die Geschichte eines Designers, der einmal einen Auftrag in München hatte: Er sollte die Toiletten eines Clubs auf authentische Weise so aussehen lassen wie in einem Berliner Club. Das heißt die Wände beschmieren und Sticker und Kaugummis als Wandschmuck anbringen.
Bis zum vergangenen Wochenende hielt ich diese Geschichte für halbwegs exemplarisch und zutreffend für das Münchner Nachtleben. Als ich dann aber mit meinen Mitbewohnern ins „Kafe Marat“ ging, war ich davon nicht mehr überzeugt. Denn hier sehen die Toiletten tatsächlich so aus „wie in Berlin“. Die Wände sind schwarz gestrichen, überall kleben Sticker mit politischen Statements. Getreu des Mottos „für mehr Krach und Unordnung in unserer Stadt“ wird hier bester Underground-Punk gespielt. Und auch die Getränkepreise liegen weit unter dem Münchner Durchschnitt. Für das ausschließlich vegane und vegetarische Essen darf man so viel geben, wie es einem wert ist. Neben dem normalen Barbetrieb am Wochenende finden hier außerdem auch Vorträge, Konzerte und sonstige kulturelle Veranstaltungen statt. Dass es so einen Ort in München gibt, hat mich total überrascht. Ich habe mich aber sofort wohlgefühlt und mit meinen Mitbewohnern beschlossen, dass das nicht unser letzter Besuch war.
München ist vor allem für seine urigen Biergärten, das Oktoberfest oder die schicken und teuren Läden bekannt. Aber eine alternative Szene gibt es hier trotzdem, auch wenn man sie aktiv suchen muss. Trotz oder gerade wegen seiner konservativen Dominanz ist München auch eine Stadt der Gegenkultur und Weltoffenheit.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
Feb 20, 2019