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Freiwilligendienst im Ausland

Moin Moin und hallo

Autor:
Anni

Rubrik:
orientieren

04.12.2012

Ich bin Anni und komme aus Mecklenburg. Viele Jahre habe ich in Norddeutschland gelebt, wo die Ostsee rauscht, die Möwen kreischen und etliche Menschen ihren Urlaub verbringen. Nachdem ich im Juli 2010 jedoch endlich meinen Bachelor in der Tasche hatte, bin ich schnurstracks ins Ausland geflogen, da ich neugierig war, wie es ist, in einem ganz anderen Land zu leben, zu studieren und zu arbeiten. In einem Land, von dem ich bis dahin nur Frida Kahlo, scharfes Essen und Tequila kannte. So gelangte ich das erste Mal nach Mexiko und es ist kaum zu glauben, aber diese Zeilen schreibe ich gerade ebenfalls aus Mexiko.

Wie es dazu kam? Ganz einfach: Mein erster Mexiko-Aufenthalt hat mich in meinen Interessen stark geprägt und mich in meinem Master-Studien-Wunsch beeinflusst. Die Konflikte und soziale Ungleichheit, die bereits im Bachelor Soziologie thematisiert wurden, habe ich hier ungleich stärker erlebt als in Deutschland. Darum hegte ich den Wunsch, diese Konflikte besser zu verstehen. Aus diesem Grunde begann ich im Oktober 2011 mit der Friedens- und Konfliktforschung. Hört sich irgendwie exotisch an, oder? Aber so exotisch ist es gar nicht. In diesem Master werden verschiedene Themen aus Politik, Wirtschaft, Philosophie und Kultur behandelt, wobei ein wichtiger Schwerpunkt auf den Menschenrechten liegt.

Auf der Suche nach einem spannenden und finanzierbaren Praktikumsplatz („spannend“ hieß für mich zu diesem Zeitpunkt „Fokus Lateinamerika“) bin ich schließlich auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, das Studium mit einem Freiwilligendienst zu verknüpfen.

In einer Nacht- und Nebelaktion bewarb ich mich für zwei „Weltwärts“-Stellen – die eine in Nicaragua in einem Konfliktpräventionsprogramm und die andere in Mexiko-Stadt bei Amnesty-International. Wenige Wochen nach der Bewerbung erhielt ich schließlich einen Anruf von einer Betreuerin: Sie erzählte mir, dass die Nicaragua-Stelle auf einer Ortspartnerschaft beruhte und ich somit nicht in die engere Wahl kam.

Das war schade, doch gleichzeitig lud sie mich zu einem Auswahl- und Kennenlernseminar ein, da die Stelle bei Amnesty für meine Person in Betracht kommen könnte. Nach dem Seminar, welches sehr spielerisch und witzig verlief, stand für mich fest, dass ich diesen Freiwilligendienst bei Amnesty machen wollte und ich begann, all meinen Freunden und Bekannten immer wieder davon zu erzählen. Doch die endgültige Zusage ließ lange auf sich warten.

Erst drei Monate nach dem Seminar erhielt ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Zum Glück hatte ich mich vorher auf die klassischen Interviewfragen nach meinen Stärken, Schwächen, Zukunftswünschen etc. vorbereitet, denn die Skype-Verbindung war einfach furchtbar und ohne meine drei Interviewer zu sehen, wurde ich auf Spanisch mit Fragen beschossen. Doch es lohnte sich und eine Woche später erhielt ich die Zusage.

Das Warten und Hoffen hatte somit ein Ende und jetzt, ja … jetzt bin ich schon drei Monate hier in Mexiko-Stadt und arbeite in einer der größten und bedeutendsten Menschenrechts-organisationen der Welt. Was genau meine Tätigkeiten hier sind, wie das Leben in Mexiko-Stadt ist und warum ich dieses Land so liebe, möchte ich euch in den nächsten Wochen erzählen und würde mich freuen, euch auch ein wenig Lust machen zu können auf einen Freiwilligendienst in diesem fantastischen Land.

Bis bald, eure Anni

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