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Mein Freiwilliges Jahr

Bestandsaufnahme

Autor:
Lydia

Rubrik:
orientieren

11.06.2018

Knapp vier Wochen, rund 20 Dienste und ein Seminar, dann ist mein Freiwilliges Soziales Jahr vorbei. Es ist wahnsinnig schnell vergangen. Ich hatte eine unfassbar gute Zeit, habe viel gelernt und bin aus meiner Komfortzone herausgekommen. Neben dem pflegerischen und medizinischen Wissen habe ich einige unerwartete Fähigkeiten erlernt, die man zwangsläufig in der Pflege braucht. Hier eine augenzwinkernde Auflistung:
1. Ein Frühdienst ersetzt das Fitnessstudio:
Pro Frühschicht laufe ich neun bis zehn Kilometer. Das gibt nicht nur platte Füße, sondern nebenbei auch hervorragende Beinmuskeln! Extra Laufrunden in der Freizeit kann ich mir also sparen.
2. Nichts trainiert eine volle Blase so sehr, wie eine volle Station:
Täglich schaue ich mir Urinflaschen von Patienten an und notiere, wenn eine andere Farbe oder etwas anderes Unübliches zu sehen ist. Ich denke mehr über anderer Leute Körperflüssigkeiten nach als über meine eigenen, fordere Patienten auf, regelmäßig auf Toilette zu gehen – und verkneife es mir selbst stundenlang trotz voller Blase.
3. Fünf Minuten Zeit können ein Segen sein:
Ab und an kommt es dann doch vor, dass ich kurz durchatmen und sogar die Toilette aufsuchen kann. In manchen Diensten ist das eine Seltenheit, dafür umso schöner!
4. Ich kann jetzt beim Wettessen mitmachen:
Trotzdem muss ich auch mal was essen, da ich sonst umkippe – ja, ich spreche aus Erfahrung! Das muss dann aber schnell gehen. Mittlerweile weiß ich: Ein Brot lässt sich gut in einer Minute essen, ein Joghurt in wenigen Sekunden runterschlingen. Wirklich genießen kann ich dabei nicht, aber immerhin landen Nährstoffe im Magen.
5. Ich bin die Tablettentante
Mehrmals am Tag achte ich penibel darauf, dass die Patienten ihre Tabletten pünktlich einnehmen. Geschieht dies zu spät, kann sich in manchen Fällen der Zustand des Patienten verschlechtern. Auf Station bin ich die akribische Tablettentante, meine eigenen Tabletten vergesse ich aber ab und zu – vielleicht sollte ich mir einen FSJler für diese Aufgabe suchen …

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