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Mein Freiwilliges Jahr

Ein ganz normaler Tag im Leben eines FSJlers

„Andi Bad is frei!!!" brüllt meine Mutter ins Zimmer. Es ist 6.45 Uhr, Zeit zum Aufstehen. Ich wanke schlaftrunken in das Badezimmer und stoße mich dabei mindestens 5 mal an irgendwelchen offenen Schubladen. Im Badezimmer erfülle ich meine allmorgendlichen Pflichten, ziehe mich dann an und frühstücke erst mal richtig. Um 7.30 Uhr verlasse ich das Haus und setze mich aufs Fahrrad. Es ist schweinekalt und noch ziemlich dunkel. Der Weg zum Zug ist unglaublich nervig. Jede Menge Schlaglöcher belagern die ohnehin schon enge Landstraße. Außerdem ist starker Gegenwind. Ich muss ordentlich strampeln und bin schon verschwitzt, bevor ich überhaupt zum Zug komme. Im Zug sitzen wie jeden Tag genau die gleichen Leute. Genauso wie in der Straßenbahn 15 Minuten später. Um 8.30 bin ich endlich im Dokuzentrum. Hab' heute Infodienst. Ich gehe meine morgendliche Runde durch die Ausstellung und schalte alle Beamer an. Dann wird aufgesperrt.

Aus irgendeinem Grund hat heute die gesamte Welt beschlossen ihre Schulklassen herzuschicken. Innerhalb von einer Viertelstunde ist das gesamte Foyer voll. Habe alle Hände voll zu tun, Schüler von der Treppe und aus dem Aufzug zu verscheuchen, Schüler in der Ausstellung davon zu überzeugen doch ein wenig leiser zu sein und Schülern den Weg zu den Toiletten zu erklären. Außerdem muss ich noch Flyer auffüllen, Fragen beantworten und Gruppen begrüßen. Um 12 bin ich alle. Die halbe Stunde Mittagspause spiele ich, wie immer, Backgammon mit meinem FSJ-Kollegen, der heute einen eher ruhigeren Tag im Büro hatte. Und wie immer gewinnt er. Nach der Mittagspause gebe ich eine Dachführung. Etwas peinlich ist der Moment, als ich feststelle, dass ich mich und alle Teilnehmer ausgesperrt habe. Meine Kollegin rettet mich. Wieder unten angekommen, erfahre ich, dass ich ins Büro muss. Mein FSJ-Kollege ist schon heimgegangen und das Büro muss besetzt sein.

Jetzt verbringe ich erstmal 2 Stunden mit Nichtstun. Dann plötzlich eine Welle an Anrufen und Buchungen. Mindestens eine halbe Stunde telefoniere ich mit einem Franzosen, der weder deutsch noch englisch versteht. Dummerweise verstehe ich kein Französisch. Um 17 Uhr packe ich meine Sachen. Heftiger Tag heute. Der Rückweg ist ähnlich nervig wie der Hinweg. Außerdem ist es wieder dunkel. Daheim wird erstmal gegessen. Um 22.34 Uhr schlafe ich vor dem Fernseher ein.

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 9, 2008
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 9, 2008

Mein Freiwilliges Jahr

FSJ??? Bitte was?

Wenn mich Leute fragen „Was zum Hencker ist ein FSJ???" antworte ich meistens „Das gleiche wie Zivildienst nur länger und man kriegt weniger Geld". Aber im Grunde genommen ist ein Freiwilliges Soziales Jahr das gleiche wie ein langes Praktikum, denn auch Nicht-Zivis können ein FSJ machen. Was vor allem für Menschen interessant ist, die in einen Beruf reinschnuppern wollen, Zeit überbrücken möchten oder einfach noch nicht so genau wissen, was sie überhaupt wollen. Der Vorteil gegenüber den meisten Praktia ist der: Man wird bezahlt. Dafür dauert es aber auch ein Jahr, inklusive 25 Seminartage. Im Vergleich zu Zivis arbeite ich also länger, nämlich drei Monate. Das Geld, das ich bekomme, dürfte ähnlich wie ein Zivigehalt sein. Man bekommt zwar weniger ausbezahlt, dafür erhält man noch Kindergeld (was natürlich die Eltern behalten.. grrr) und wird versichert. Ich glaube im Großen und Ganzen lohnt sich das also auch von der finanziellen Perspektive.

Und man arbeitet da, wofür man sich auch interessiert.

Es gibt sogar noch einen Vorteil, wenn man - wie ich - in einem Museum arbeitet: Die meisten Leute, die einen rumscheuchen, haben fast den doppelten IQ...da lässt man sich doch gerne mal rumkommandieren.

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 13, 2007
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 13, 2007

Mein Freiwilliges Jahr

Zivi äh FSJler äh beides...

Als ich im letzten Jahr meinen Musterungsbescheid bekam, war ich etwas enttäuscht und entsetzt: ICH WURDE NICHT AUSGEMUSTERT!!! Trotz meinem netten Untergewicht und einer ordentlichen Stauballergie wollte mich die Bundeswehr als Soldat haben. Im Nachhinein würde ich sagen, dass das ganz gut so war, denn ich mache gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Das FSJ wird als Zivildienst angerechnet. Ich schätze, ich hätte das Jahr sonst nur vergammelt. Dass ich nicht zum Bund gehe, war für mich von vorneherein klar. Nur ... was sollte ich stattdessen machen? Alte Leute waschen? Mhm, nee. Kranke waschen? Nein, auch nicht. In Jugendhäusern rumhängen und Kotze wegputzen? Äääh, nein lieber auch nicht.

Im Rahmen meiner Facharbeit war ich ein paar Mal im Nürnberger Dokumentationszentrum. Das ist ein Museum über das Dritte Reich, seine Anfänge und Folgen (http://www.museen.nuernberg.de). Weil ich es dort sehr interessant fand, fragte ich nach, ob es dort auch Zivistellen gibt. Und badabum ... nein, gibt es nicht, nur FSJ-Stellen. Obwohl ich keinen Schimmer hatte, was genau ein FSJ ist - hatte ich wirklich nicht, nur so eine vage Ahnung - habe ich mich mal beworben. Und zwar beim Internationalen Bund, der in ganz Deutschland FSJ-Stellen verteilt,  in Krankenhäusern, Psychiatrien, Kindergärten, Kulturläden, Jugendhäusern und Museen. Nach der Bewerbung wird man zu einem Informationsgespräch eingeladen, bei dem man die verschiedenen Einsatzstellen kennenlernt und sich für zwei entscheidet, zu denen man gerne möchte. Nach einem Bewerbungsgespräch in den Einsatzstellen wird man genommen oder nicht und kann sich dann noch für eine andere Einsatzstelle entscheiden. Schön und gut, das Doku-Zentrum hat mich genommen, und zum Glück wird dieses FSJ als Zivildienst angerechnet, sonst hätte das alles wenig Sinn ergeben, oder?

Was ich in meinem FSJ so mache, werde ich Euch in den nächsten Wochen in meinem Blog erzählen.

Autor: Andreas  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 30, 2007
Autor: Andreas
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 30, 2007