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Gap Year

Wenn aus einem Jahr zwei werden

Neulich fiel mir in meiner Nachrichtenapp ein Artikel auf, der in dicken Lettern mit dem Wort „Gap-Year“ geworben hat. Sofort war meine Neugier geweckt und ich wollte den Artikel lesen. Doch leider war es nur einen Verweis darauf, dass diese Reportage in der Print-Ausgabe zu lesen sei. Meine Neugier ließ mich nicht los und so ging ich nach Jahren mal wieder in den alten Zeitschriftenkiosk, bei dem ich früher zur Fußballweltmeisterschaft kleine Klebebildchen gekauft habe. Ich las den Artikel, in dem es um zwei Jungs ging, die in ihrem Gap-Year „hängen geblieben“ sind. Beide brauchten mehr als ein Jahr, um sich selbst zu finden und haben sich erst nach zwei oder drei Jahren für einen Studiengang oder Ausbildungsplatz entschieden. Auch die Eltern kamen zu Wort und erzählten, wie sie die lange Pause ihrer Kinder fanden. Die Eltern unterstützten zwar die Pause ihres Nachwuchses, trotzdem war ihnen die lange Auszeit doch befremdlich.
Der Artikel hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Kann es mir auch passieren, dass aus meinem Gap-Year, mehrere Jahre werden könnten? Wäre das schlimm? Was würden meine Eltern sagen? Eigentlich habe ich einen festen Plan, doch es kann noch viel passieren, mit dem ich jetzt überhaupt nicht rechne. Aber schlussendlich kam ich dann zu dem Punkt, dass die Studienfach- oder die Ausbildungsplatzwahl einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben ist- Dass man das eher vorsichtig angeht, ist komplett nachvollziehbar für mich. Trotzdem sollte man auch keine Angst haben, Fehler zu machen. Ich bin noch jung und es ist absolut erlaubt, Fehler zu machen oder sich umzuentscheiden, nur so kann man wachsen und sich selbst und seine Fähigkeiten besser kennenlernen. Wenn es also länger dauern sollte, ist das nicht schlimm und kein Grund, deprimiert in die Zukunft zu blicken.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  May 29, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
May 29, 2019

Gap Year

Nein, ich möchte nicht Präsident werden

Egal ob auf der Arbeit oder auf der nicht enden wollenden Familienfeier – kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht gefragt werde, was ich denn jetzt später einmal machen will. Jeder junge Mensch, der gerade seinen Schlussabschluss in der Tasche hat, wird andauernd mit dieser Frage konfrontiert. Während es für den Neugierigen eine einfache Frage ist, kann es für denjenigen, der gefragt wird, eine schwierige Frage sein, die einen manchmal sogar in Sinnkrisen stürzen kann. Zum Glück kenne ich für mich schon die Antwort: „Ich möchte gerne Politikwissenschaften studieren.“ Und meistens kenne ich schon die Reaktion meines Gegenübers: „Wirklich? Ist das nicht ein wenig trocken?“ Um damit ein für alle Mal aufzuräumen, nein, Politikwissenschaften sind nicht trocken, zumindest nicht, wenn man Interesse an der gesamten Thematik hat. Wenn ich Pech habe, ist das Gespräch an diesem Punkt noch nicht beendet und ich darf mir die Zweifel meines Gesprächspartners über die Zukunftsfähigkeit meines Studiums anhören. Häufig gefolgt von dem immer selben Witz, dass ich dann ja Präsident werden könnte. Mit halber Lust versuche ich zu erklären, dass Politikwissenschaften mehr bieten als eine reine parteipolitische Karriere. Durch Nebenfächer oder kombinierte Studiengänge eröffnen sich viele weitere Chancen und Perspektiven. Häufig beende ich dann auch an dieser Stelle die Gespräche. Ich muss zugeben, ich bin mir auch nicht sicher, wo und in welcher Branche ich in zehn Jahren arbeite, aber ich blicke zuversichtlich in die Zukunft und falls Wege scheitern, kann man ja immer noch Präsident werden.

Autor: Noah   |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  May 21, 2019

Gap Year

One Day in Brighton

Manchmal macht man Dinge, ohne zu wissen, was genau auf einen zukommt. So ähnlich ging es mir als ich in den Zug von London nach Brighton, einer Stadt an der britischen Atlantikküste gefahren bin. Eine Freundin und ich kamen irgendwann im letzten Jahr auf die Idee, Brighton zu besuchen, und nach kurzer Internetrecherche war uns klar – wir müssen dort hin. Als wir nach London geflogen sind, planten wir also auch einen Tag für Brighton ein. Der Zug brauchte knapp eine Stunde bis er ankam und ohne richtiges Ziel im Kopf ging es erst mal in Richtung Meer. Der Atlantik war an diesem Tag wild und die Wellen sehr hoch und ungestüm. Es war großartig, sich die Seebrise um die Nase wehen zu lassen. Britische Meeresstädte, die etwas von sich halten, haben häufig einen sogenannten „Pier“, einen Vergnügungsort mit Attraktionen für die ganze Familie direkt am Meer. In Brighton fanden wir auf dem Pier etwas, von dem wir dachten, es wäre schon ausgestorben – eine Spielhölle für Kinder mit Attraktionen und Gewinnen, die auf deutschen Jahrmärkten wohl niemanden beeindrucken würden. Doch an diesem Sonntag in Brighton war die Halle voll von spielbegeisternden Kindern und Erwachsenen. Wir holten uns nur einen Kaffee, liefen die kilometerlange Strandpromenade entlang und erkundeten dann die kleinen Gässchen in der Innenstadt. Dort wimmelt es nur so von alten Plattenläden, Cafés und Kneipen. Und an jeder Fassade hängt irgendwo eine Regenbogenflagge. Uns war schnell klar, dass das nicht unser letzter Besuch in Brighton war. Schon in den wenigen Stunden, die wir dort verbracht haben, hat es uns diese Stadt nachhaltig angetan.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  May 6, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
May 6, 2019