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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Ausflug ins Kernkraftwerk

Einer der interessantesten Kurse, die ich bisher belegen konnte, war der Kurs „Grundlagen der Kerntechnik“. Dort lernte ich alles über die relevante Technik, Sicherheitsrisikos und natürlich Sicherheitsmaßnahmen in einem Kernkraftwerk. Gegen Ende des Kurses kamen wir auf die Idee, uns das Gelernte im Kernkraftwerk Emsland nahe der Stadt Lingen in der Praxis anzuschauen.
Dort wurden wir von einem Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit im Infozentrum empfangen, der uns zuerst etwas über den Aufbau der Anlage erzählte. Da es sich in Lingen um einen normalen Druckwasserreaktor handelt, war uns das meiste bekannt, denn Funktionsweise und Sicherheitstechnik hatten wir ausgiebig im Kurs behandelt. Trotzdem lernte ich auch Neues, zum Beispiel über die Sicherheitskonzepte und Kommunikationswege.
Nach dem Vortrag stieß eine weitere Mitarbeiterin dazu und wir machten uns auf den Weg zum Kern der Anlage: zum Sicherheitsbehälter. Das ist ein riesiges Gebäude, in dem sich der Reaktor, das Abklingbecken, der primäre Wasserkreislauf und alle dazugehörige Technik befinden. Wir mussten durch mehrere Sicherheitsschleusen, bevor wir in einer Umkleidekabine kraftwerkseigene Overalls zum Anziehen bekamen, damit wir keine Partikel rein- und vor allem raustragen würden.
Nach zwei weiteren Sicherheitsschleusen gelangten wir schließlich in den Sicherheitsbehälter, gingen zwei Stockwerke nach oben und standen plötzlich vor dem Abklingbecken. Gespannt betrachtete ich von dort aus die Brennstäbe, die neun Meter unter uns im Wasser glänzten. Ein Blick auf den Geigerzähler, den jeder von in der Brusttasche tragen musste, verriet mir, dass die Wassersäule tatsächlich jegliche Strahlung abschirmte. Nachdem wir den KKW-Mitarbeiter mit Fragen gelöchert hatten, liefen wir zurück durch eine Luftschleuse, passierten zwei Dekontaminationsschleusen und gaben die Overalls wieder ab. Ein weiteres Highlight war zum Abschluss das Maschinenhaus, das eine 50 Meter lange Turbine, umhüllt von einem roten Gehäuse, beherbergt.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 18, 2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Stockholm

Mit dem Fernbus fuhren wir über Nacht von Oslo nach Stockholm. Dort angekommen, brauchten wir noch etwa eine halbe Stunde bis zur Studentenwohnung eines Freundes, wo wir für drei Tage wohnen würden. Obwohl wir recht früh dran waren, empfing er uns schon mit heißem Kaffee und guter Laune.
Gemeinsam mit ihm machten wir in Stockholm erst einmal eine Free-Walking-Tour und schlossen uns danach dem Tourguide an, um mit ihm in seiner Lieblingskneipe ein Bierchen zu trinken. Von ihm bekamen wir eine ganze Reihe Tipps für die nächsten zwei Tage, in denen wir an zwei weiteren, nicht minder spannenden Free-Walking-Touren teilnahmen und abends die traditionelle schwedische Küche ausprobierten.
Das unangefochtene Highlight der ganzen Reise war für mich aber das Vasa-Museum. Darin befindet sich ein komplettes Schiff aus dem Jahr 1628, das auf seiner Jungfernfahrt vom gefeierten Prestigeprojekt Schwedens zu einem traurigen Wrack auf dem Grund der Ostsee wurde. Zu unserem Glück ist das Schiff noch zu 98 Prozent erhalten und konnte in den 1960er-Jahren geborgen werden. Heute befindet es sich zu Konservierungszwecken aufwändig beschichtet in diesem Museum, das seine Besucher gekonnt in das Schweden des 17. Jahrhunderts entführt.
Unsere letzte Unternehmung war nicht ganz so spannend, aber trotzdem sehenswert: Wir fuhren mit der Fähre durch das völlig unübersichtliche Gewirr der Schären vor Stockholm. Eine Schäre ist eine kleine, felsige Insel, die während der Eiszeiten entstand. Das Leben dort kam mir sehr einsam vor. Von einer dieser Schären aus gelangten wir mit dem Bus zurück in die Stadt.
Für den Abend hatten wir geplant, uns mit einem Essen bei unserem Freund dafür zu bedanken, dass er uns einfach so für drei Tage aufgenommen hatte. Da wir schon einige Male auf dieser Reise daran gescheitert waren, Wein zu kaufen, hatten wir unsere Lektion gelernt: In Norwegen und Schweden kann man alkoholische Getränke nur bis 18 Uhr und nur in bestimmten Läden erwerben. Diesmal allerdings hatten wir diese Komplikation bedacht und den Wein zum Abendessen rechtzeitig gekauft.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 11, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
May 11, 2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Oslo

In Oslo wohnten mein Freund und ich bei Anette, einer Norwegerin, die ein Zimmer ihrer Wohnung vermietet. Da sie sehr nah am Zentrum wohnt und Oslo für eine Hauptstadt sowieso ziemlich überschaubar ist, konnten wir alle Wege zu Fuß zurücklegen. Als Erstes nahmen wir an einer Free-Walking-Tour teil, um uns einen groben Überblick über die Stadt zu verschaffen. Dabei machten wir einen kurzen Stopp im Rathaus, in dem der Friedensnobelpreis verliehen wird. Mit seinen modernen Wandmalereien, den prächtigen Sälen im Obergeschoss und dem freien Blick auf die Bucht ist es fraglos eines der schönsten Gebäude der Stadt.
Nach der Tour wollten wir das Parlament besuchen. In den meisten Städten Europas gibt es dafür Besucherzeiten, -führungen, oder zumindest irgendein Standardverfahren, um einen Blick in das Parlament werfen zu können. Hier allerdings kassierte ich nur einen verwirrten Blick, als ich einen Sicherheitsmann fragte, ob eine Besichtigung möglich sei. Nachdem wir dort also kein Glück hatten, verbrachten wir zwei Stunden im „National Museum of History“. Das konnte es aber leider bei Weitem nicht mit anderen derartigen Museen aufnehmen, die ich bereit besucht hatte, weshalb es auch hier bei einem kurzen Besuch blieb. Deutlich spannender dagegen war das Friedensnobelpreis-Zentrum direkt am Hafen. Zu einem vertretbaren Preis kann man dort in verschiedenen Ausstellungen Interessantes über vergangene und vor allem den aktuellen Preisträger erfahren. 2017 wurde die Organisation ICAN für ihre internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung ausgezeichnet. Am Abend trafen wir einen Freund aus Schulzeiten, der in Norwegen studiert und uns viel über seine bisherigen Erfahrungen mit dem Land und seinen Einwohnern erzählte.
Bevor wir diese Reise antraten, hatte ich wenig über Norwegen und Schweden zu sagen. Die beiden Länder waren für mich nicht einmal trennscharf. Mein jetziger Eindruck von Norwegen: Es ist ein Land voller E-Auto Fahrer, das sich allerdings durch seine Geschichte und seinen Ölreichtum von Schweden unterscheidet.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 4, 2018
Autor: Katha
Rubrik: studium
May 4, 2018