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Die Lehrer von morgen

Das letzte Stück

Das Coronavirus schränkt alle möglichen Aktivitäten ein. Dass es auch meine Examensprüfung betrifft, hätte ich nicht gedacht. Zunächst hieß es, wir sollten während der Prüfung nur so weit wie möglich auseinander sitzen. Dann schloss plötzlich, völlig unerwartet die komplette Universitätsbibliothek für fünf Wochen. Es besteht keinerlei Möglichkeit, sich Fachliteratur für die anstehenden Prüfungen auszuleihen, was mich allerdings wenig betrifft, da ich auf viele Bücher online Zugriff habe. Letztlich wurde das komplette Staatsexamen auf Eis gelegt. Es wären nur noch neun Tage nötig gewesen, dann hätte ich den Duft von Freiheit in der Nase gehabt. Jetzt weiß ich weder wann meine letzte Prüfung im Didaktikfach Mathematik stattfinden wird, oder wie ich meine weitere Zeit planen kann. Ich stehe wie so viele mit einem großen Fragezeichen da und meine Motivation, mich für einen Termin vorzubereiten, der in den Sternen steht, ist gleich null. Ich zwinge mich täglich, wenigstens ein bisschen zu lernen, habe aber schlichtweg keine Lust mehr. Kaum hätte jemand von uns gedacht, dass der Freistaat soweit gehen würde. Wir bekommen aufgrund von Korrekturen und bürokratischen Aufwand meist erst sechs bis acht Wochen vor dem Referendariatsantritt Bescheid, an welcher Schule wir unterrichten werden. Wie das nun in dieser aktuellen Situation gemeistert werden soll, weiß ich nicht. Dennoch habe ich Verständnis für die aktuelle Situation und versuche, damit umzugehen. Es gibt heftige Diskussionen unter meine Kommilitonen, die sich entweder über die Entscheidung, das Staatsexamen zu verschieben, beschweren, oder es gut heißen. Online wird sich in Foren über das weitere Vorgehen ausgetauscht. Letztlich denke ich, bedeutet die Situation für alle enormen Druck. Es bleibt uns jedoch nichts anderes übrig als abzuwarten.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 2, 2020
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 2, 2020

Die Lehrer von morgen

Workshop in der KiTa

Ich habe euch vor einiger Zeit erzählt, dass ich im Rahmen des Sonderpädagogischen Handlungsfelds (SPH) einen Workshop in einem Kindergarten aufgebaut habe. Dabei ging es darum, die Eltern von Kindergartenkindern dafür zu sensibilisieren, welche Sprachlernsituationen sich im Alltag ergeben und wie sie diese gut nutzen können. Am Anfang hatte ich noch Sorge, ob dieses Projekt überhaupt anlaufen würde. Der Förderung ihrer Kinder ist den Eltern meist wichtig und sie sind dankbar für Zusatzangebote. Wenn sie aber selbst etwas tun sollen, ist es schon schwieriger, sie dafür zu gewinnen, weil ihnen oft schlichtweg die Zeit fehlt. Ich habe mir deshalb sehr genau überlegt, wie ich den Workshop möglichst effizient, attraktiv und niederschwellig gestalten kann. In Kooperation mit einer tollen KiTa und ihrer sehr engagierten Leiterin ist das gelungen und ich habe bereits meinen zweiten Workshop dieser Art beendet. Zum ersten Kurs kamen vier, zum zweiten schon sechs Mütter. Für mich war die Beratung von erwachsenen Menschen ein guter Ausgleich zum Unterricht in meiner Klasse und außerdem etwas, in dem ich eine persönliche Stärke erkennen konnte. Der Kurs war etwas, für das ich konstant positives Feedback bekam und in dem ich mich sehr kompetent fühlte.
Über das SPH hatte ich anschließend zwei Prüfungen: Zum einen musste ich in den Weihnachtsferien eine Hausarbeit schreiben, zum anderen hatte ich im Februar ein Kolloquium. Das fand ich erst ziemlich nervig. Letztendlich war es aber auch irgendwie ein Geschenk: Man konnte in zwei Prüfungen über das erzählen, was man ohnehin schon die ganze Zeit gemacht hatte, ohne dass man dafür irgendetwas hätte lernen oder recherchieren müssen. Es ging vor allem darum, das Projekt zu reflektieren. Vor allem das Kolloquium erforderte kaum Vorbereitung und ich konnte alle Fragen aus dem Stegreif beantworten, weil ich mir darüber ohnehin schon viele Gedanken gemacht hatte. Am Ende bekam ich für die Prüfungsformate jeweils eine 1,0 und bin nun doch ganz froh um die doppelte Note. Es freut mich total, dass sich in der Bewertung widerspiegelt, wie gut mir mein SPH gefallen hat. Und weil ich auch im nächsten Schuljahr an meiner Ausbildungsschule bleibe und meine Rektorin vom Projekt überzeugt ist, wird es wohl sogar langfristig ein Teil meiner Arbeit als Sonderpädagogin bleiben.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Mar 27, 2020
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Mar 27, 2020

Die Lehrer von morgen

Vorbereitung auf das Referendariat

Es ist sehr erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Derzeit läuft bereits der Anmeldezeitraum für mein Referendariat im September 2020. Ich muss online einen Antrag ausfüllen, diesen ausdrucken und weitere Fragebögen handschriftlich bearbeiten. Es werden vor allem persönliche Daten abgefragt sowie Wunschbezirke. Erstaunlicherweise gibt es drei Seiten auf denen extremistische oder vom Extremismus beeinflusste Gruppen aufgelistet sind. Ich muss bestätigen, dass ich keiner dieser Gruppen angehöre beziehungsweise angehört habe. Auch Sekten werden abgefragt. Neben dem Antrag muss ich einen Lebenslauf erstellen. Dafür benötige ich ein Passbild, das nicht älter als ein halbes Jahr sein darf. Zusätzlich benötige ich eine beglaubigte Geburtsurkunde und ein erweitertes Führungszeugnis. Diese Unterlagen sind kostspielig und müssen beantragt werden. Eine weitere Pflichtabgabe ist ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis. Aufgrund des Coronavirus war die Telefonleitung des Gesundheitsamtes meines Landkreises ständig belegt. Als endlich am anderen Ende der Hörer abgehoben wurde, wurde ich an eine andere Stelle des Gesundheitsamtes verwiesen. Wieder erreichte ich vorerst niemanden. Erfreulicherweise meldete sich letztlich doch eine Frau und gab mir die Information, dass es derzeit eine Terminsperre gibt. Zum Glück kann ich das amtsärztliche Gesundheitszeugnis bis August nachreichen, was mir etwas mehr Spielraum verschafft. Meine Examensprüfungen fanden trotz des Virus statt. Ob mein letztes Examen geschrieben werden kann, steht noch in den Sternen. Dennoch leide ich mit allen Zulassungs- oder Hausarbeitsschreibern mit, da der Zugang zur Universitätsbibliothek in nächster Zeit verwehrt bleibt.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Mar 26, 2020
Autor: Eva
Rubrik: studium
Mar 26, 2020