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Praktikum im Studium

Erste Gehversuche

Für meinen Bachelorabschluss fehlen mir noch zwei Dinge: mein Pflichtpraktikum und meine Bachelorarbeit. Ersteres mache ich im nächsten Jahr. Ich hoffe vor allem, dass es mich bei der Frage, was ich nach dem Studium machen möchte, einen Schritt weiterbringt.
Währenddessen denke ich ab und zu darüber nach, wie das mit der Bachelorarbeit funktionieren soll. Das letzte Semester, das ich in Seminaren an der Uni verbracht habe, war gleichzeitig mein Auslandssemester in Taiwan. Das war zwar eine tolle Erfahrung, aber das bedeutet auch, dass ich viele Kurse nicht an meiner Heimatuni, sondern eben im Ausland belegt habe.
Der Nebeneffekt: Ich kenne gar nicht so viele Dozenten an meiner Heimatuni, weil ich weniger Kurse in Bonn belegt habe als regulär vorgesehen. Wenn ich meine Bachelorarbeit beginne, wird es ein ganzes Jahr her sein, dass ich in einem Kurs in Bonn saß oder eine Hausarbeit geschrieben habe. Außerdem habe ich alle Basismodule in Bonn belegt und alle Aufbaumodule in Taipeh: Fortgeschrittene Hausarbeiten habe ich also eh nie in Bonn geschrieben. Alles in einem sind das nicht die besten Voraussetzungen, um in die Bachelorarbeit zu starten.
Viele lehnen ihre Bachelorarbeit an einen Kurs an, den sie zuhause belegt haben, aber das geht bei mir nicht. Dafür habe ich in Taiwan einen Kurs über Entwicklungsökonomie belegt und hätte große Lust, mehr darüber zu erfahren. Meinen Aufsatz habe ich damals über die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums auf die chinesische Gesellschaft geschrieben. Ich finde es cool, mich zwar auf Wirtschaftsthemen und insbesondere Wirtschaftswachstum zu konzentrieren, aber gleichzeitig den Blick auf die Gesellschaft nicht zu verlieren.
Während meiner Praktikumszeit in Zypern habe ich deshalb meinen Aufsatz noch einmal gelesen. Ich hatte damals nur knapp zehn Seiten zur Verfügung: Eigentlich ist das Thema dafür viel zu umfangreich. Daher würde es durchaus Sinn machen, das Thema auf eine Bachelorarbeit auszuweiten. Was ich dafür aber noch finden muss: einen Dozenten, der sich bereit erklärt, meine Arbeit zu betreuen.

Praktikum im Studium

Hotels, Restaurants und Taxis buchen

Die Stiftung, in der ich mein Praktikum mache, organisiert das Jahr über verschiedene Konferenzen: Für mich ist das wahrscheinlich die spannendste Zeit meines Praktikums. Beim Organisieren der Konferenzen gibt es so viel zu tun, dass ich Aufgaben eigenständig übernehmen darf.
In diesem Monat warteten gleich zwei Konferenzen auf uns: eine, bei der Experten aus Ländern des Nahen Ostens und der Türkei über Energiepolitik in der Region diskutierten, und eine, bei der sich Journalisten aus Zypern und Länder um Zypern herum austauschten. Die Vorbereitungen beginnen schon Monate zuvor: Als ich mein Praktikum begann, stand das ungefähre Konzept schon.
Meine Aufgaben bei der Organisation: Taxis bestellen, Restaurants finden, Hotelzimmer buchen. Um das eigentliche Programm der Konferenzen herum gibt es jedes Mal eine ganze Menge zu organisieren. Dem Taxifahrer müssen zum Beispiel die gedruckten Schilder, mit denen er die Gäste auf sich aufmerksam machen soll, gegeben werden und das Hotel möchte einige Tage vorher die Namen der Gäste, die dort übernachten, wissen. Außerdem müssen die Programmhefte für die Teilnehmender vorbereitet und die Technik in den Konferenzräumen, also zum Beispiel die Beamer und Mikrofone, müssen aufgestellt und vorab getestet werden.
Während der Konferenzen ging es für mich dann zuerst einmal ruhiger zu: Tagsüber ging alles so glatt, dass ich viel Zeit hatte, um der Konferenz zu lauschen. Für mich war das besonders spannend, weil ich dabei viel über die politischen Verflechtungen in der Region lernen konnte. Trotzdem haben wir wohl alle drei Kreuze im Kalender gemacht, als wir die letzte Konferenz für diesen Monat hinter uns gebracht hatten: Während der Konferenzen ist man schließlich den ganzen Tag abrufbar für den Fall, dass jemand auf einen anderen Flug umgebucht werden muss oder Inhalte der Workshops und Seminare kurzzeitig abgeändert werden müssen. Da gilt es vor allem, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Sep 24, 2019

Praktikum im Studium

Erasmus-Mythos

An meiner Uni gab es diesen Erasmus-Mythos: Wer für ein Semester ins europäische Ausland ging, der möchte vor allem Party machen, hieß es oft. Als ich nach dem Abi einen Freiwilligendienst in Spanien gemacht habe, meinte mein spanischer Mentor, dass das nicht stimmen muss: Er hatte zuvor ein Semester in Portugal studiert und hatte entgegen des Klischees fast nur Zeit mit Einheimischen verbracht und war mehr seinem Hobby, dem Klettern, nachgegangen als dem Feiern.
In meiner Zeit auf Zypern mache ich ein Praktikum und studiere nicht. Erasmusförderung bekomme ich trotzdem: Die EU unterstützt mich also mit einem Beitrag, der zwar nicht meine Lebenshaltungskosten deckt, aber zumindest dabei hilft. Ansonsten habe ich von Erasmus in Nikosia zunächst wenig mitbekommen. Während meines Freiwilligendienstes wurden zum Beispiel auch Seminare für uns organisiert. Für Praktikanten gibt es so etwas nicht.
Als ich dann doch etwas von Erasmus gehört habe, ging es ausgerechnet um Sushi: Eine Bar in Nikosia hatte sich nämlich einen Trick einfallen lassen, um die vielen Austauschstudierenden in der Stadt anzulocken. Donnerstags gab es offiziell eine Karaokeparty. Inoffiziell sprach sich unter Erasmusstudierenden – und auch unter meinen Mitbewohnern – schnell herum, dass es vor der Karaokeparty ein kostenloses Sushi-Buffet gibt. Bis heute habe ich keine Ahnung, wie dieses Geschäftsmodell funktioniert: Sonderlich hat uns die Bar nicht gefallen und wenn nicht gerade Donnerstag ist, gehen wir dort nicht hin. Das Sushi ist aber echt lecker!
Ansonsten lebe ich diesen Erasmus-Mythos nicht sonderlich: Meine Mitbewohner und ich gehen ab und zu feiern, aber nicht mehr als andere. An den Wochenenden reisen wir viel, da stimmt das Klischee dann wohl doch. Sonst genieße ich einfach, neben dem Praktikum viel Zeit für das zu haben, worauf ich spontan Lust habe: Direkt an meinem ersten Tag habe ich zum Beispiel bei einem Yogastudio nachgefragt, ob sie auch auf Englisch unterrichten. Das hat geklappt: Seitdem gehe ich fast täglich dorthin. Yoga entspricht zwar nicht ganz dem Erasmus-Mythos, der früher an meiner Uni die Runde machte, bereitet mir aber viel Spaß!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Sep 17, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Sep 17, 2019