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Studieren im Ausland

Essen für 30 Cent

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

11.05.2015

Der Streik der Professoren an der Uni in Fortaleza dauerte nun schon über drei Wochen – und ein Ende ist nicht in Sicht. Während sich meine französische Freundin darüber beklagt, dass sie nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß, bin ich überglücklich, endlich für die Dinge Zeit zu haben, die ich schon seit Langem machen will. Ich habe beispielsweise immer noch Bücher von einem Freund ausgeliehen und noch nicht in eins reingeschaut. Bei all den Klausuren, Referaten und Essays war ich einfach viel zu beschäftigt dafür. Also gehe ich nun jeden Morgen in die Bibliothek und verbringe den Vormittag damit, die Bücher zu lesen.

Mittags esse ich weiterhin wie gewohnt mit meinen Freunden in der Mensa. Das Essen (inklusive Salat, Nachtisch und Saft) kostet nur 30 Cent! Als Beilage gibt es immer Reis, Bohnen, Salat und gebratenes Maniokmehl, das ich in den ersten Wochen als trockene Sandkörner bezeichnet hatte, mittlerweile aber in riesigen Mengen auf meinen Teller hieve. Das ist definitiv etwas, das ich in Deutschland sehr vermissen werde. Dazu gibt es meistens Rind- beziehungsweise Schweinefleisch, Hühnchen oder Gemüse.

Ich liebe es, in der Mensa zu essen. Meistens gehe ich mit meinem besten Freund Rapha, aber auch wenn er mal keine Zeit hat, treffe ich dort immer irgendjemanden, den ich kenne. Da die Mensa nur aus einem einzigen Raum besteht und nicht wie in Köln auf drei Etagen mit jeweils zwei Essenssälen verteilt ist, ist das Ambiente sehr familiär. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sich die Leute hier mehr Zeit zum Essen nehmen. Es kann passieren, dass man sich um halb eins trifft und erst um zwei wieder geht. In der Zwischenzeit isst man ganz in Ruhe, unterhält sich und schmiedet Pläne für den Nachmittag oder Abend.

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