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Studieren im Ausland

Favela Inn

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

20.07.2015

Das, was unseren Aufenthalt in Rio zu etwas wirklich Besonderem für mich machte, war unsere Unterkunft. Ein Freund hatte mir von dem Hostel Favela Inn erzählt und ziemlich von der Familie geschwärmt, die diese Unterkunft ins Leben gerufen hatte. Sie liegt im Stadtviertel Chapeu Mangueira, einer befriedeten Favela, die direkt an die Copa Cabana grenzt. Vom Strand aus muss man nur eine Straße überqueren und anschließend durch einen Spalt zwischen zwei Hauswänden gehen. Dann gelangt man an eine steile Treppe, die sich den Berg hinaufschlängelt. Nach einem rund zehnminütigen Aufstieg kommt man zu einem wunderschön bunt angestrichenen Haus – und man hat die Jugendherberge erreicht.

Vom ersten Moment an fühlte ich mich dort wie zu Hause. Obwohl es ein Hostel war, hatten wir eher das Gefühl, bei einer Familie zu leben. Mehrere Abende verbrachten wir mit den Besitzern und unterhielten uns bis spät in die Nacht. Und nicht nur sie kümmerten sich rührend um uns. Auch die Nachbarn waren sehr nett und gaben uns Tipps, was wir noch alles in Rio machen sollten. Eine Nachbarin lud uns sogar zu sich nach Hause ein und kochte an einem Abend für uns.

Zwei Tage bevor wir aus Rio abreisten, wurde auch endlich das Wetter besser, sodass wir einen kleinen Eindruck davon bekamen, wie schön Rio im Sommer sein kann. So verbrachten wir unseren vorletzten Tag einfach nur an der Copa Cabana, tranken Kokoswasser, aßen Krabben und genossen die wunderschöne Aussicht, die wir auf den Zuckerhut hatten. An unserem letzten Tag machten wir mit den Leuten vom Hostel schließlich noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir einen wunderbaren Blick auf die zweitgrößte Stadt Brasiliens hatten. Eins ist klar: Sollte ich irgendwann noch einmal nach Rio kommen, werde ich auf jeden Fall wieder im Favela Inn übernachten.

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