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Studieren im Ausland

Bestandsaufnahme

Nach dem Überfall schlich ich nach Hause. Ich hatte Glück, dass mein Mitbewohner zu Hause war und mich in die Wohnung lassen konnte. Denn natürlich war mein Haustürschlüssel in der gestohlenen Tasche. Als ich in der Tür stand, schaute mich Rafa ganz erschrocken an. Es war mir wohl deutlich anzusehen, dass etwas passiert war. Also erzählte ich ihm die ganze Geschichte. Erst als er mich fragte, was alles in meiner Tasche war, fing ich an, darüber nachzudenken. Und wie es aussah, hatte ich echt Glück. In letzter Zeit hatte ich häufig meinen Fotoapparat dabei, doch ausgerechnet an diesem Tag ließ ich ihn daheim. Gestohlen wurde mein altes Handy, das noch nicht einmal ein Farbdisplay hat, mein Portemonnaie (es enthielt allerdings nur umgerechnet sieben Euro), mein Schlüssel und mein Studierendenausweis. Der einzige doofe Verlust war der Ausweis, weil ich mit ihm jeweils nur den halben Preis in Bus, Theater und Kino bezahlen musste und es schon beim ersten Mal vier Monate gedauert hat, bis er mir endlich ausgestellt wurde. Ansonsten hatte ich nur Klopapier (da es in der Uni fast nie welches gab), meine Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide sowie Schreibzeug und ein langärmeliges Top in der Tasche. Als ich das Rafa sagte, lachte er nur. Und irgendwie hatte er Recht: Es hätte viel schlimmer kommen können. Ich bin auch gar nicht so traurig über den Verlust meiner Sachen; nur der Tasche trauere ich hinterher. Sie war ein Souvenir aus Rio, und obwohl sie nur drei Euro gekostet hat, mochte ich sie sehr.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 21, 2015

Studieren im Ausland

Und dann passierte es ...

Mir passierte es an einem ganz normalen Dienstagnachmittag. Morgens war ich in der Uni gewesen und hatte mich mit einem meiner kapverdischen Freunde zum Kreolunterricht getroffen. Nachdem wir zusammen in der Mensa gewesen waren, machte er sich zu seinem Englischnachhilfeunterricht auf und ich beschloss, wieder nach Hause zu fahren. Die drei Stunden bis zu meinem Tanzunterricht wollte ich nutzen, um die Wohnung etwas auf Vordermann zu bringen, Kleider zu waschen und ein Nickerchen zu machen.

Wie immer fuhr ich mit dem Bus, stieg an meiner Haltestelle aus und begann die sieben Häuserblocks bis zu mir nach Hause zu laufen. Die Mittagshitze brannte vom Himmel und nur wenige Leute waren auf der Straße.

Zwei Blocks von meiner Wohnung entfernt fuhr ein Motorrad an mir vorbei und bog in eine Seitenstraße ab. Als ich an der Straße vorbeilief, sah ich, wie ein Mann von seinem Motorrad abstieg und es abschloss. Da dies eine alltägliche Szene für mich war, dachte ich mir nicht viel dabei und lief ganz normal weiter. Doch als ich eine Minute später plötzlich jemanden hinter mir rennen hörte, war mir klar, dass es ein Überfall war. Der Motorradfahrer hatte immer noch seinen Helm auf, sodass ich ihn nicht erkennen konnte. Er hielt eine Pistole in der Hand (ob sie echt war, kann ich nicht sagen, doch natürlich wollte ich es nicht darauf ankommen lassen) und schrie mich an, dass ich ihm meine Tasche geben soll, weil er mich ansonsten erschießen würde. Wie versteinert stand ich vor ihm. Er riss mir meine Tasche von der Schulter und rannte davon. Auf dem Weg fiel sie ihm noch einmal auf den Boden, er hob sie hektisch auf, rannte weiter in die Seitenstraße zu seinem Motorrad und fuhr davon. Geschockt stand ich auf der Straße. Langsam kamen die Leute, die in der Nähe gestanden hatten, auf mich zu und fragten mich, ob es mir gut ging. Mir war Gott sei Dank nichts passiert, aber der Schock saß tief.

Autor: Esther  |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2015
Autor: Esther
Rubrik: studium
Aug 18, 2015

Studieren im Ausland

Krank versichert

Mit dem Ende des Studiums läuft auch meine bisherige Krankenversicherung aus. Ich habe mich arbeitssuchend gemeldet und bin bei meinen Eltern untergekommen, bis mein Praktikum in England beginnt. Ich habe wohl leider keinen Anspruch auf irgendwelche Leistungen – und mein geplanter Auslandsaufenthalt macht die Sache noch komplizierter. Bis jetzt war ich immer über die Familienversicherung meiner Eltern mitversichert, das geht aber nur bis 25 – und wäre im Ausland vielleicht ohnehin schwierig geworden. Da in Deutschland eine Versicherungspflicht besteht, musste ich mich auch rückwirkend für die Zeit seit der Exmatrikulation freiwillig versichern und Beiträge zahlen. In Großbritannien hatte ich zuvor den NHS (National Health Service) genutzt. Nun war mir nicht ganz klar, ob ich für die drei Monate unbezahltes Praktikum Anspruch darauf hätte, beziehungsweise wie sich das auf die Versicherungslage in Deutschland auswirken würde.

Nach Gesprächen mit meiner Krankenversicherung, mehreren Telefonaten mit dem DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland) und einer direkten Anfrage beim „NHS Overseas Team“ für Europa, wurde mir erklärt, dass der Anspruch auf die Dienstleistungen des NHS aufenthaltsbedingt ist. Nur wer in Großbritannien wohnt, hat Anspruch auf Versicherungsleistungen. Das müsste also klappen. Nun muss ich nur noch meiner Krankenversicherung in Deutschland deutlich machen, dass ich dort auf jeden Fall versichert sein werde. Dafür muss ich eine Praktikumsbescheinigung, einen Aufenthaltsnachweis oder einen Registrierungsnachweis einreichen. Falls jemand von euch nach dem Studium ein Auslandspraktikum plant: Informiert euch rechtzeitig!

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Aug 17, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Aug 17, 2015