interaktiv

Studieren im Ausland

Wir müssen reden

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

06.06.2018

Vor ein paar Wochen war ich auf einer von der pro-europäischen Vereinigung „EU-topia“ organisierten Veranstaltung zur Rechtsstaatlichkeit in Ungarn. Auf dem Podium sprachen eine Journalistin, eine polnische Studentin vom Europakolleg und der ungarische Botschafter in Belgien. Diese Veranstaltung hat mir sehr deutlich gemacht: Man darf nie aufhören, zu reden. Der Botschafter wusste von Anfang an, dass er sich in dieser Runde in der Defensive befinden würde. Er wollte „dem Rest von Europa“ die ungarische Sicht auf die Dinge näherbringen, „sonst kommt man nicht weiter“. Und nachdem meine Perspektive durch seine Argumente deutlich erweitert wurde, kann ich nicht anders als ihm zuzustimmen.
Dieselbe Erkenntnis habe ich auch am Europakolleg gemacht. Erst heute erzählte mir eine Kommilitonin aus der Ukraine, dass sie sich trotz aller Spannungen zu den russischen Austauschstudierenden gesetzt hat, weil dies eine einmalige Gelegenheit zum Reden sei. Armenische und aserbaidschanische Studenten treffen aufeinander und sind gezwungen, sich miteinander zu arrangieren. Spanische Separatisten und Unionisten liefern sich am Mittagstisch hitzige Diskussionen. Und mit den Polen und Ungarn bedauert man die Probleme der Rechtsstaatlichkeit in ihren Heimatländern – oder debattiert darüber.
Eine weitere Erfahrung, die mir die Notwendigkeit – und auch die Vorzüge – des „Miteinander-Redens“ vor Augen geführt hat, sind die pro-europäischen „Pulse of Europe“-Demonstrationen. „Die EU ist nicht sozial.“ „Die EU? Bloß nicht!“ „Es geht denen eh nur ums Geld.“ Solche Äußerungen kommen immer wieder und zeigen, wie wichtig es ist, mit Menschen zu reden und ihnen eine andere Sicht auf die Dinge zu bieten.

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