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Studieren im Ausland

Digital detox 1 - Echte soziale Netzwerke

Neulich fragte mich jemand, ob wir denn eigentlich „befreundet“ wären. Ich war verdutzt ob dieser direkten Frage, stotterte herum. Dann stellte sich heraus, dass er nur diese Scheinfreundschaft im blauen Ozean des Internets meinte.
Es ist 2018. Ich erinnere mich noch, wie ich vor 15 Jahren mein erstes Handy benutzte. Das hatte noch das Spiel „Snake“. Mit in die Schule genommen habe ich es nie. Nur ab und an mal eine SMS versendet. Dann kam das Netzwerk schüler.cc. Vor sieben Jahren das erste Smartphone – andauernd abgestürzt das Mistteil. Ich war in so gut wie jedem sozialen Netzwerk angemeldet. Postete tatsächlich alles. Vor vier Jahren begann ich, einen bewussteren Umgang mit Medien und Kommunikationsmitteln zu pflegen.
Als ich mich 2014 von Facebook abmeldete, war das schon ein Schritt. Doch ich vermisste es nur kurz. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dort angemeldet zu sein. Veranstaltungstipps brauche ich keine, mein Kalender ist voll. Auf eine mit Werbung überschwemmte Nachrichtenplattform kann ich ebenso verzichten. Wenn mich jemand sprechen will, ruft er mich an, schreibt eine SMS oder eine E-Mail.
Klar, nicht auf Facebook zu sein, ist gerade bei Gruppenarbeiten manchmal hinderlich, doch bisher fand sich immer eine Lösung. Und auch im Studium und der neuen Stadt fand ich schließlich auch ohne das blaue Netzwerk Anschluss.
Zumeist wird es positiv aufgenommen, dass ich nicht bei Facebook bin. „Nicht schlecht, ich würde mich da auch gerne abmelden, aber ich kann nicht“, entgegnen aber die meisten. Wenn ich dann auch noch sage, dass ich kein WhatsApp habe, fragt mich manch einer: „Existierst du überhaupt?“ Und ich sage: „Ja, ich stehe doch vor dir!“ Häufigstes Argument, sich nicht bei Facebook und Co. abzumelden, ist, dass man dort mit so vielen Menschen in Kontakt ist. Doch eben das ist es, was mein Punkt dagegen war und ist. Mittlerweile unbekannte Klassenkameraden aus der Grundschule? Flüchtige Kneipenbekanntschaften? Viel lieber verbringe ich reale Zeit mit realen Menschen in meinem jetzigen Umfeld. Ich informiere diejenigen über die Dinge, die mich bewegen und über die ich auch tatsächlich informieren will.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jun 8, 2018

Studieren im Ausland

Wir müssen reden

Vor ein paar Wochen war ich auf einer von der pro-europäischen Vereinigung „EU-topia“ organisierten Veranstaltung zur Rechtsstaatlichkeit in Ungarn. Auf dem Podium sprachen eine Journalistin, eine polnische Studentin vom Europakolleg und der ungarische Botschafter in Belgien. Diese Veranstaltung hat mir sehr deutlich gemacht: Man darf nie aufhören, zu reden. Der Botschafter wusste von Anfang an, dass er sich in dieser Runde in der Defensive befinden würde. Er wollte „dem Rest von Europa“ die ungarische Sicht auf die Dinge näherbringen, „sonst kommt man nicht weiter“. Und nachdem meine Perspektive durch seine Argumente deutlich erweitert wurde, kann ich nicht anders als ihm zuzustimmen.
Dieselbe Erkenntnis habe ich auch am Europakolleg gemacht. Erst heute erzählte mir eine Kommilitonin aus der Ukraine, dass sie sich trotz aller Spannungen zu den russischen Austauschstudierenden gesetzt hat, weil dies eine einmalige Gelegenheit zum Reden sei. Armenische und aserbaidschanische Studenten treffen aufeinander und sind gezwungen, sich miteinander zu arrangieren. Spanische Separatisten und Unionisten liefern sich am Mittagstisch hitzige Diskussionen. Und mit den Polen und Ungarn bedauert man die Probleme der Rechtsstaatlichkeit in ihren Heimatländern – oder debattiert darüber.
Eine weitere Erfahrung, die mir die Notwendigkeit – und auch die Vorzüge – des „Miteinander-Redens“ vor Augen geführt hat, sind die pro-europäischen „Pulse of Europe“-Demonstrationen. „Die EU ist nicht sozial.“ „Die EU? Bloß nicht!“ „Es geht denen eh nur ums Geld.“ Solche Äußerungen kommen immer wieder und zeigen, wie wichtig es ist, mit Menschen zu reden und ihnen eine andere Sicht auf die Dinge zu bieten.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 6, 2018

Studieren im Ausland

Auf den Spuren der Prager deutschen Autoren - 2

Im vergangenen Winter war der Auftakt des Projekts zur „Prager deutschen Literatur“, organisiert von der Leipziger und der Prager Germanistik. Das Projekt widmet sich jedes Jahr einem anderen Autoren der Gruppe, über den am Ende ein Sammelband mit Artikeln verschiedener Arbeitsgruppen veröffentlicht wird. Zunächst trafen wir uns alle in Prag und machten uns mit dem Schriftsteller Oskar Baum vertraut und fanden Themen, die wir in unseren Beiträgen behandeln wollen. Nun fand in Leipzig das zweite Treffen statt.
Oskar Baum als enger Vertrauter von Max Brod und Franz Kafka ist aus meiner Sicht eine besonders spannende Persönlichkeit – gerade auch, weil über ihn bisher nur sehr wenig geschrieben wurde und seine Werke mitunter nur schwierig zu bekommen sind. Baum erblindete im Alter von elf Jahren vollständig, was er in seinen Werken thematisierte. Die Beiträge, die in Leipzig vorgestellt wurden, widmeten sich verschiedenen Facetten von Baums Leben und Wirken. Zwei Erzählungen wurden von der Gruppe aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Es war dabei nicht nur spannend, sich mit dem Werk näher vertraut zu machen, sondern auch, 20 verschiedene Studierende in ihren Referaten sprechen zu hören.
In meinem Beitrag werde ich gemeinsam mit einer Prager Studentin Baums Rolle im Prager Kreis, das heißt innerhalb der Prager deutschen Autoren, näher beleuchten. So war Baums Wohnung in Prag zentraler Treffpunkt des Kreises. Auch Kafka verkehrte hier regelmäßig und führte darüber hinaus – unter anderem während seines Aufenthalts bei seiner Schwester auf dem Land in Zürau – einen intensiven Briefwechsel mit Oskar Baum.
Die einzelnen Beiträge werden in den kommenden Monaten noch geschliffen, außerdem gibt es noch vieles zu recherchieren. Schon jetzt hat mir das Projekt einen ganz neuen Blick auf Prag und das Leben der Prager deutschen Autoren beschert.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jun 1, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jun 1, 2018