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Barrierefrei studieren?

Ich fordere Gerechtigkeit (Teil 3 von 3)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

29.12.2009

Schon im Magisterstudiengang muss ich manchmal von früh bis spät lernen. Wochenlang. Und im Bachelor werden weit mehr Klausuren geschrieben. Außerdem fällt hier bei der Endabrechnung jede Note ins Gewicht.

In einer Sonderregelung soll daher festgelegt werden, dass Behinderte, bei denen nun einmal ein nicht zu bestreitender Härtefall vorliegt, die Regelstudienzeit überschreiten dürfen. Natürlich müssen sie das nicht. Und ich will es auch nicht. Ein Semester länger zu studieren oder auch zwei, das ist für mich kein Nachteilsausgleich. Das ist ein gestohlenes Jahr.

Aber welche Alternative gibt es?

Wahrscheinlich keine. Wer einen gleichwertigen Abschluss braucht, kann schließlich nicht weniger oder vereinfachte Prüfungen ablegen. Denn damit hätte er keine vergleichbaren Kenntnisse vorzuweisen.

Zudem hat nicht jeder Behinderte gegen die gleichen Erschwernisse anzukämpfen. Ein Rollstuhlfahrer oder auch ein Lahmer braucht beim Lesen nicht so lange wie ein Blinder. Er muss keinen Text einscannen. Aber auch er hat Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn es darum geht, pünktlich zu den Seminaren zu kommen. Die Wege sind manchmal lang, die Minuten, die zwischen einer und der nächsten Veranstaltung liegen, nur wenige.

Doch für jeden einen individuellen Rahmen für die abzulegenden Leistungsnachweise abzustecken, verbietet sich von selbst.

Gerechtigkeit ist und bleibt also ein großes Wort. Und sie herzustellen, ist eine Aufgabe, an der sich letztlich jeder, auch die Universität, die Zähne ausbeißt.

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