interaktiv

Barrierefrei studieren?

Filme für Blinde

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

23.04.2008

Einer von vielen Höhepunkten während meines Praktikums war die Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises, zu der MDB Jörg Rohde in seiner Funktion als behindertenpolitischer Sprecher eingeladen war. Ich hatte das Glück, dabei sein zu können. Das Event gelang eindrucksvoll, da es auch Sehenden anschaulich verdeutlichte, wie sich Blindheit anfühlt. So lag auf jedem Stuhl eine Papier-Brille, die, wenn man sie aufsetzt, ein eingeschränktes Sehvermögen bewirkt. Wir wurden aufgefordert sie auszuprobieren. Dumm nur, dass wir in dem Saal über einige Stufen hätten stolpern können. Auf den Brillen stand zwar "Benutzung auf eigene Gefahr", doch darauf wurden wir nicht hingewiesen ;-).

Die Veranstalter gaben sich auch Mühe damit, den Sehenden zu zeigen, was ein Hörfilm für Blinde bedeutet. So spielten sie zunächst nur die ursprüngliche Tonspur eines kurzen Ausschnitts ab. In einem zweiten Durchlauf folgte zusätzlich der Hörfilm-Kommentar und erst beim dritten wurde auch das Bild dazu geschaltet. Hörfilme befähigen Blinde, Filme auch alleine anzuschauen. Oder anzuhören?

Ich sehe selten Filme und wenn, dann erschließt sich das Meiste früher oder später auch ohne Bildbeschreibung. Aber nach diesem Abend war mir vollständig klar, wie wichtig Hörfilme tatsächlich sind. Jetzt erst verstand ich die Begeisterung darüber, sich damit unabhängig von einer zweiten Person zu machen, die ansonsten daneben sitzen und erklären müsste, was zu sehen ist. Der Abend war also eine beeindruckende Erfahrung, auch für eine Blinde.

Diesen Artikel teilen