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Barrierefrei studieren?

Meine Rechte im Deutschen Bundestag

Neben den Arbeitsgruppen- und Arbeitskreissitzungen, die schon für sich ein Erlebnis sind, durfte ich auf Wunsch auch eine Sitzung der Arbeitsgruppe Außenpolitik besuchen. Diese ist von der Atmosphäre und den Abläufen her mit einer Ausschusssitzung des Bereichs Arbeit und Soziales vergleichbar. Denn jede AG, jeder AK und jeder Ausschuss ist ein Stück weit anders als alle übrigen, so dass man - je nach Resort - nur bestimmte Einblicke erhält. Doch auch wenn sich die Strukturen und Abläufe im Detail voneinander unterscheiden, so ist ihr Rahmen natürlich identisch und auch das Ergebnis ist stets das Gleiche ...

Nicht alle Praktikanten können bei einer Fraktionssitzung zuschauen, da die „Praktikanten-Plätze" hierfür begrenzt sind. Ich hatte erneut Glück mit „meinem" Büro, wo man daran rechtzeitig dachte und sich um die Anmeldung kümmerte. Was ich dann während der FDP-Fraktionssitzung erlebte, war erstaunlich, vielleicht sogar bestürzend ... Aber wer das genauer wissen möchte, sollte nicht mich fragen, sondern sich besser um ein Praktikum im Bundestag bemühen. Dort kann man auch Parlamentarische Abende erleben, bei einem Experten-Gespräch, zu dem eine Abgeordnete im kleinen Kreis eingeladen hat oder im größeren Kreis bei Experten-Anhörungen einer Fraktion dabei sein. Man kann mitgehen zu einer - wie die Fraktion hofft - pressewirksamen Veranstaltung oder eine Autorenlesung in der Bibliothek verfolgen; vorausgesetzt, diese Termine fallen mit dem Praktikums-Zeitraum zusammen wie bei mir.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 6, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 6, 2008

Barrierefrei studieren?

Verfahren

Was macht ihr, wenn ihr feststellt, dass ihr nicht in den richtigen Bus eingestiegen seid? Und was mache ich als Blinde, wenn ich in die falsche Richtung fahre? Noch dazu in einer mir nahezu fremden Stadt wie Berlin ...

Ich weiß nicht, ob ich die Auskunft falsch verstand oder ob der Passant, den ich ansprach, mir eine falsche Auskunft gab. Doch plötzlich kam mir die Stationen-Ansage überhaupt nicht mehr bekannt vor. Eine Nachfrage bestätigte, was ich schon befürchtete: Ich hatte mich in der Linie geirrt.

Also stieg ich sofort aus, um zurückzufahren. Nur dass sich die Haltestelle nicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand, sondern irgendwo anders. Ich fragte und suchte, fragte weiter und suchte weiter ... So etwas kostet Nerven, vor allem aber Zeit. Man muss Geduld haben. Und man muss kämpfen.

Dann, als ich endlich wieder an der Haltestelle war, an der ich am Anfang den falschen Bus genommen hatte, hieß es wieder fragen und suchen. Denn woher hätte ich auch wissen sollen, wie ich von dem Punkt, an dem ich nun ausstieg, zu dem gelangen konnte, an dem ich in die richtige Linie einsteigen musste?

Das klingt nicht nur kompliziert, sondern das ist es auch. Und es wird nicht einfacher dadurch, dass Leute, die helfen wollen, die sich aber auch nicht besser auskennen als ich, mich zu irgendeiner anderen Bushaltestelle bringen. Dort wartete ich lange auf meine Linie, bis ich erfuhr, dass sie hier überhaupt nicht vorbeikommen würde. Was für mich erneutes Fragen und Suchen bedeutete.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 29, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 29, 2008

Barrierefrei studieren?

Filme für Blinde

Einer von vielen Höhepunkten während meines Praktikums war die Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises, zu der MDB Jörg Rohde in seiner Funktion als behindertenpolitischer Sprecher eingeladen war. Ich hatte das Glück, dabei sein zu können. Das Event gelang eindrucksvoll, da es auch Sehenden anschaulich verdeutlichte, wie sich Blindheit anfühlt. So lag auf jedem Stuhl eine Papier-Brille, die, wenn man sie aufsetzt, ein eingeschränktes Sehvermögen bewirkt. Wir wurden aufgefordert sie auszuprobieren. Dumm nur, dass wir in dem Saal über einige Stufen hätten stolpern können. Auf den Brillen stand zwar "Benutzung auf eigene Gefahr", doch darauf wurden wir nicht hingewiesen ;-).

Die Veranstalter gaben sich auch Mühe damit, den Sehenden zu zeigen, was ein Hörfilm für Blinde bedeutet. So spielten sie zunächst nur die ursprüngliche Tonspur eines kurzen Ausschnitts ab. In einem zweiten Durchlauf folgte zusätzlich der Hörfilm-Kommentar und erst beim dritten wurde auch das Bild dazu geschaltet. Hörfilme befähigen Blinde, Filme auch alleine anzuschauen. Oder anzuhören?

Ich sehe selten Filme und wenn, dann erschließt sich das Meiste früher oder später auch ohne Bildbeschreibung. Aber nach diesem Abend war mir vollständig klar, wie wichtig Hörfilme tatsächlich sind. Jetzt erst verstand ich die Begeisterung darüber, sich damit unabhängig von einer zweiten Person zu machen, die ansonsten daneben sitzen und erklären müsste, was zu sehen ist. Der Abend war also eine beeindruckende Erfahrung, auch für eine Blinde.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 23, 2008