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Was tun nach dem Abi?

Weg von zu Hause

Autor:
Janna

Rubrik:
auszeit nach dem abi

24.09.2012

Jedes Jahr vor Silvester mache ich mir eine Liste mit genau zwanzig Vorsätzen für das kommende Jahr und gucke, dass ich mindestens die Hälfte davon auch wirklich schaffe. Dieses Jahr habe ich ein paar davon schon umgesetzt, ein paar andere stehen aber noch aus.

Vorsatz Nummer vier: Abitur schaffen. Erledigt!

Vorsatz Nummer acht: Endlich um Kontaktlinsen kümmern, damit ich nicht ewig von der blöden Brille abhängig bin. Erledigt!

Vorsatz Nummer zehn: anfangen zu studieren. Noch nicht ganz erledigt, aber in weniger als einem Monat kann ich auch da einen Haken setzen.

Und Vorsatz Nummer 17: von zu Hause ausziehen. Noch nicht erledigt. Was nicht daran liegt, dass ich festgestellt habe, dass es bei Mutti doch am schönsten ist, sondern daran, dass die Wohnungs- oder WG-Suche schwieriger ist, als ich es mir vorgestellt hatte.

Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, möchte ich so langsam hier raus. Man kennt das ja, auch wenn man volljährig ist, seinen Schulabschluss in der Tasche hat und (na ja, zumindest ein bisschen) erwachsen wird, bleibt man für seine Eltern doch noch eine ganze Weile das Kind – vor allem, wenn man keine älteren Brüder oder Schwestern hat, die einem den Weg aus dem Nest ebnen. Ich komme mit meinen Eltern und Geschwistern eigentlich ziemlich gut zurecht, aber manche Dinge gehen mir langsam auf die Nerven. „Janna, räum mal bitte dein Zimmer auf…und vergiss nicht die Spülmaschine!“ – „Warst du nicht heute lange genug am PC? Das macht dick, dumm und traurig!“

Irgendwann muss man ja auch mal lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, also bitte: Wo kann ich hin? Eine eigene Wohnung kommt für mich nicht in Frage. Alleine wohnen wäre zumindest jetzt noch nichts für mich, ich brauche Gesellschaft. Also WG oder Wohnheim. Natürlich war ich nicht so schlau wie zwei Mädchen aus meiner alten Stufe, die sich bereits letztes Jahr für sämtliche in Frage kommende Wohnheime auf die Warteliste haben setzen lassen, und jetzt die Zusage bekommen haben. Meine Bewerbung für einen Düsseldorfer Wohnheimplatz ging Anfang September raus. Umso schlimmer war für mich die Antwort: Aus einem mir nicht verständlichen Grund konnte der Antrag so nicht angenommen werden. Meine völlig verzweifelte E-Mail, ich wolle doch nur einen Wohnheimplatz in Uninähe und das möglichst bald, fand zum Glück Verständnis: „Ich habe Sie jetzt für ein Einzel-Appartement oder ein WG-Zimmer auf die Warteliste gesetzt. Hier sind die Aussichten ganz gut bis zum Semesterbeginn noch ein Zimmer zu bekommen.“ Eine Zusage des Wohnheims habe ich bisher aber nicht, genauso wenig wie Rückmeldungen von ein paar WGs, bei denen ich mich online beworben habe. Aber was das angeht, bleibe ich optimistisch. Bis zum Studienbeginn sind noch ein paar Tage. Und selbst wenn ich nicht pünktlich ab Oktober eine Unterkunft in Düsseldorf habe, ist das auch kein Drama. Eine Stunde lang morgens mit der Bahn unterwegs zu sein, ist zwar nicht gerade mein Traum, aber auszuhalten, und da drei Leute aus meiner ehemaligen Stufe ebenfalls in Düsseldorf studieren und ganz in meiner Nähe wohnen, wird die gemeinsame Fahrt nach Düsseldorf hoffentlich nicht allzu langweilig.

 

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