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Was tun nach dem Abi?

Vom Studium zum FSJ, nicht andersherum

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

23.09.2014

Welch Ironie! Da statuiert man irgendwelche Sachen in seinem ersten Eintrag und behauptet, dass ein FSJ für sich selbst keinen Sinn machte. Und nun? Tja, hat sich alles geändert! Wie kam das bloß zustande?

Es war, als käme die Erkenntnis. Ganz plötzlich. Mein Plan war es, in diesem Jahr mit dem Medizinstudium zu beginnen, um ja keine Zeit zu verlieren. Wenn man darüber ein bisschen sinniert, ist es doch irgendwie sehr langweilig, wenn das Leben so linear verläuft. Schule, Studium, Beruf. Nichts dazwischen. Das kann es nicht sein. Aber dieser Gedanke kam mir nicht sofort, er entwickelte sich dadurch, dass mein Studienplatz nicht so sicher ist, wie es den Anschein gemacht hat. Verdammte Selbstüberschätzung! Passiert sogar dem Besten immer wieder.

Die Studienplätze für Medizin werden zentral über die Seite hochschulstart.de vergeben. Bei dieser muss man sich vor dem 15. Juli als Neu-Abiturient registriert haben, sodass man seine Unterlagen (Abiturzeugnis, Bestätigungen für Ortsanträge) einsenden kann. Man wählt in drei verschiedenen Verfahren bis zu sechs Universitäten aus, an denen man studieren möchte. Als Neu-Abiturient entfiel für mich der Weg über die Wartesemesterquote. Somit habe ich es hauptsächlich über die Abiturbestenquote versucht. Dort wählte ich sechs Universitäten aus und habe gehofft, dass ich mit meinem Schnitt von 1,0 direkt und ohne Probleme einen Platz bekomme. Das war aber nichts. Zum Glück reichte meine Arroganz nicht so weit, dass ich es nicht auch über das Auswahlverfahren der Hochschulen versucht habe. Aber hier holte mich etwas ein, das jedem Schüler während der gesamten Schulzeit vorgeworfen wird: mangelnde Information. Immer habe ich das abgestritten, es belächelt, so getan, als sei das nicht so. Hier also die Quittung.

Naiv, wie ich bin, habe ich mich darauf verlassen, dass mit der Anmeldung bei hochschulstart.de und mit dem Einsenden meiner Unterlagen alles zum Selbstläufer wird. Was ich aber übersehen habe ist, dass manche Hochschulen der Zentrale nicht alle Rechte einräumen und wollen, dass man sich bei ihnen zusätzlich anmeldet. So ist das in Heidelberg und Mannhein. Hier habe ich keine Möglichkeit mehr, an einen Studienplatz zu kommen.

Eine weitere Information, die mir fehlte, war das Datum des TMS (Test für medizinische Studiengänge), der nicht nur dazu dient, für sich selbst zu testen, ob man für das Medizinstudium geeignet ist, sondern der oft eine ganz hohe Relevanz bei den Universitäten hat. So auch für die Universität Marburg. Auch dort werde ich keinen Platz bekommen, da ich den TMS natürlich versäumt habe. Um drei Tage.

Zuletzt bleibt Oldenburg. Meine erste Ortspräferenz. Der Bescheid kommt spätestens am 24. September. Meine Unsicherheit wuchs jedenfalls. Und da kam die Idee: Mach doch ein FSJ!

Dann ging alles ganz schnell. Ich informierte mich über etliche Organisationen, schrieb Nachrichten, notierte mir Telefonnummern und habe sehr motiviert alles in die Wege geleitet. Ich bin zwar spät dran, doch vielleicht funktioniert das alles noch. Mit ein wenig Glück.

Eine Frage bleibt trotzdem: Ist das so richtig?

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