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Master live

Tapetenwechsel

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

10.02.2016

Früher habe ich nie verstanden, wieso alle unbedingt weg wollen. Weg von zu Hause, weg von ihren Freunden, weg von all dem, was sie kennen und was sie die letzten Jahre lang geprägt und ausgemacht hat. Heute ist das anders. So sehr ich mein Leben in Göttingen auch liebe, glaube ich dennoch, manchmal braucht man einfach eine Auszeit.

Nachdem ich das erste meiner beiden Praktika im Dezember beendet habe, genoß ich meine freien Tage gerade umso mehr. Außerdem war es ja nicht so, als hätte ich nichts zu tun gehabt. Ich traf mich in der Uni mit Freunden, arbeitete an meinem Praktikumsbericht und auch fürs Schreiben wollte ich mir endlich mal wieder ganz viel Zeit nehmen. Von mir hätte das ewig so weitergehen können. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass in nicht allzu ferner Zukunft mein zeitweiser Umzug nach München ansteht, und diese Gewissheit erfüllt mich mit Nervosität, aber auch gleichzeitig mit Vorfreude.

Diesmal werde ich zwar ein bisschen Geld durch meine Arbeit dazuverdienen, für ein WG-Zimmer würde dies aber trotzdem nie und nimmer reichen. Ein ähnliches Zimmer wie meines in Göttingen würde dort locker 100 bis 200 Euro mehr im Monat kosten. Ich habe echt keine Ahnung, wie das überhaupt jemand bezahlen soll. Zwar ist Göttingen auch nicht gerade günstig, was das Wohnen betrifft, und auch hier herrscht regelmäßig zu Semesterbeginn akute Wohnungsnot.

Umso glücklicher bin ich, in den acht Wochen meines Praktikums bei meiner Tante unterkommen zu können. Das Viertel, in dem sie wohnt, ist mir gut bekannt, bis zum Marienplatz sind es nur fünfzehn Minuten zu Fuß und auch bis zu meinem Arbeitsplatz brauche ich mit Bus und Bahn nur eine knappe halbe Stunde. Was das betrifft, könnte es für mich also nicht besser laufen. Jetzt muss ich nur noch die Sache mit dem Heimweh in den Griff bekommen. Denn so sehr ich mich auch auf diese neue Erfahrung freue, weit weg von all den festgefahrenen Gewohnheiten, weiß ich jetzt schon, dass ich mein Zuhause sehr vermissen werde – meine Freunde, die Gespräche und die entspannten Kaffeekränzchen.

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