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Master live

Zukunftsmusik

In etwa einem Jahr werde ich mit meiner Masterarbeit fertig sein und muss mir nun langsam überlegen, wie es danach für mich weitergehen soll. Aktuell setze ich mich mit der Frage auseinander, ob ich im klinischen Bereich als Therapeutin arbeiten möchte. Natürlich kann ich mir das einerseits gut vorstellen, da ich gerne Menschen begleiten und sie unterstützen möchte. Andererseits habe ich auch Vorbehalte. Gegen eine Ausbildung als Therapeutin sprechen für mich einige Erfahrungen, die ich während meiner Praktika in Kliniken gemacht habe. Damals hatte ich den Eindruck, dass man sowohl zeitlich als auch methodisch sehr enge Vorgaben zu erfüllen hat und wenig Spielraum für Individualität bleibt. Außerdem kann es auf Dauer sehr anstrengend und überfordernd sein, immer mit psychisch erkrankten Menschen zu arbeiten. Frustrierend fand ich es vor allem auf der Jugendstation. Hier müsste man wesentlich mehr mit den Eltern und eventuell Geschwistern arbeiten. Das ist aber im Rahmen der meisten Behandlungen finanziell und zeitlich nicht möglich.
Deswegen schaue ich mich aktuell nach Alternativen um. Zurzeit beschäftige ich mich mit einer Therapierichtung, die sich „systemische Familientherapie“ nennt. Hier wird davon ausgegangen, dass alle Menschen bestimmten Systemen angehören, zum Beispiel der Familie. Daher kommt der Ansatz, dass man die Angehörigen zur Therapie mit einladen sollte, um bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2018
Autor: Franca
Rubrik: studium
Dec 18, 2018

Master live

Schnaps und Orangensaft

In Leipzig findet jedes Jahr ein großes Dokumentar- und Animationsfilmfestival statt. Vor einigen Jahren habe ich dort schon einmal ehrenamtlich gearbeitet und auch dieses Jahr habe ich mich wieder dafür beworben. Ich hatte Glück und durfte für eine Woche das Festival als Kinohelferin begleiten. Das bedeutet, dass ich ungefähr die Hälfte der Festivalzeit in einem Kino am Eingang stand und Gäste begrüßt, Fragen geklärt und Tickets eingescannt habe. Die andere Hälfte der Zeit durfte ich mir kostenlos alle Filme anschauen. Das habe ich natürlich ausgenutzt und so in einer Woche 15 Lang- und ebenso viele Kurzfilme gesehen. Aufgrund der Themen der Dokus schwankten meine Emotionen dabei von einem Extrem ins andere.
Am Anfang der Woche habe ich mir eher schwere Kost zugemutet und Filme über Traumatisierung, Krieg und sexuelle Übergriffe angesehen. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass die Filme teilweise so intensiv sind, dass ich sie emotional schwer verkraften konnte. Ein Film war so tragisch und grausam, dass am Ende, als das Licht anging, niemand aufstand, sondern alle Menschen im Kinosaal wie gelähmt auf ihren Sitzen saßen – so etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Daraufhin beschloss ich, mir auch bewusst Filme mit leichteren Themen auszusuchen. Und ich wurde positiv überrascht! Ich muss zugeben, dass ich oft dachte, dass nur ernste Themen in einer Doku tiefgründig dargestellt werden können, aber ich habe mich getäuscht. Ich habe viele herzerwärmende, intensive und schöne Filme gesehen, die mich wirklich begeistert haben. Ein Freund meinte zu mir: „Das ist wie mit Alkohol – man kann mal ein kleines Glas Schnaps trinken, aber zwischendrin braucht man doch immer mal etwas Orangensaft.“

 

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Nov 26, 2018
Autor: Franca
Rubrik: studium
Nov 26, 2018

Master live

Siegfried der Drachentöter

Unweit von Bonn liegt das Siebengebirge. Über der Stadt Königswinter erhebt sich majestätisch der Drachenfels, wo Schloss Drachenburg thront. Hier soll Siegfried aus dem Nibelungenlied einen Drachen getötet und in seinem Blut gebadet haben, was ihn, bis auf die Stelle, wo ihn ein Blatt bedeckte, unverwundbar machte. Ich hatte mich schon immer für Geschichte und alte Gebäude interessiert und auch das Nibelungenlied war mir ein Begriff.
Da es sich bei der Region um ein beliebtes Ausflugsziel handelt, hörte ich auf meinem Weg zur Burg ein buntes Gewirr aus Sprachen und Dialekten. Der Oktober zeigte sich noch einmal von seiner schönsten Seite, daher waren viele Menschen unterwegs.
Dem wunderbaren Wetter war es geschuldet, dass ich den Großteil meiner Zeit auf den Aussichtsplatformen der Schlossanlage und in den Parks verbrachte, wobei ich mir tatsächlich einen Sonnenbrand holte. Das Schloss hat allerdings auch von innen viel zu bieten. Durch die Fenster hat man einen phänomenalen Ausblick auf den Rhein und die umliegende Umgebung, zudem befindet sich in dem Gebäude eine multimediale Ausstellung zur Geschichte des Schlosses, welches eine bewegte Geschichte hat. Ein Großteil der Räume widmet sich jedoch der Präsentation der Wohnkultur des 19. Jahrhunderts; viele Einrichtungsgegenstände sind Originale.
Das Schloss entstand im Zuge der Rheinromantik in den 1880er Jahren. Je nach Bauabschnitt erinnert es an eine Burg, eine Kirche oder ein Schloss. Dies ist wahrscheinlich dem Zeitgeist und der Mitwirkung mehrerer Architekten geschuldet. Das Gebäude und sein Park zogen mich so sehr in ihren Bann, dass ich dort bis zur Schließung der Anlage mehrere Stunden verbracht hatte. Der Drachenfels mit seiner Burg ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Nov 19, 2018
Autor: Nele
Rubrik: studium
Nov 19, 2018