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Medizin studieren

Touristenabzocke in Jogginhose

Die erste Woche Marokko verging wie im Flug. Kaum angekommen hatte ich mich schon mit dem äußerst angenehmen Klima angefreundet. Es waren tagsüber 25 Grad und nachts kühl und sternenklar. Umso befremdlich war es, die Marokkaner in dicken Daunenjacken herumlaufen zu sehen. Die langarmigen Klamotten liegen zwar teilweise auch an der religiösen Kultur – bekanntermaßen ist der Islam eher wenig freizügig – in diesem Fall haben sie wohl wirklich gefroren. Kein Wunder, immerhin sind sie bis zu 50 Grad im Sommer gewöhnt. Ein weiteres lustiges Merkmal im Kleidungsstil der Marokkaner ist die fast schon obligatorische Jogging- oder Pyjama-Hose. Schätzungsweise 70 Prozent laufen hier mit diesen Dingern rum, die aussehen als seien sie das letzte Mal vor einem Jahr gewaschen worden. Die restlichen 30 Prozent tragen Anzughosen, egal ob Bauarbeiter oder Kiosk-Verkäufer.

Die Amtssprache in Marokko ist Französisch, obwohl nicht alle es wirklich gut beherrschen. Das ist aber gar nicht so schlimm: Ich bin nämlich auch nicht so gut. Letzten Endes ist das aber nicht allzu tragisch, schließlich ist eine ausgestreckte, nach oben geöffnete Hand ein recht internationales Zeichen. Vor allem in den ersten Tagen bin ich ziemlich oft auf die Touristen-Abzocke reingefallen. Egal, wo man hinkommt, man wird von irgendwelchen Leuten angequatscht, die versuchen, einem Teppiche, Nüsse, Schmuck oder Gebäck zu verkaufen. Da diese Händler sehr aufdringlich sein können, habe ich zu Beginn definitiv mehr gekauft als nötig gewesen wäre. Aber im Laufe der Zeit kriegt man den Dreh raus, Leute ohne schlechtes Gewissen einfach zu ignorieren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Mar 12, 2014

Medizin studieren

Semesterende

Das Kopf-Hals-Testat verlief wider Erwarten für meine Gruppe aus dem Präparationskurs hervorragend, nur einer konnte den Anforderungen unseres Prüfers nicht ganz genügen. Damit war Semester zwei von zwölf auch endlich komplett gemeistert und wir konnten uns unseren wohlverdienten Semesterferien zuwenden.

Zunächst einmal hieß es allerdings, das Ende gebührend zu feiern. In einer kleinen Runde ging es daran, Burger zu machen, anschließend besuchten wir die berühmte „ Ex(s)itus-Party“, die von der Mediziner-Fachschaft speziell für die Zweitsemester zum Ende des Präpkurses organisiert wird. Die folgenden Tage verbrachte ich damit, den bevorstehenden Surftrip nach Marokko vorzubereiten. Wie vor einiger Zeit bereits erwähnt, hatte ich beschlossen, vor dem Physikum nochmal auf Reisen zu gehen, ohne dabei irgendwelche Verpflichtungen zu haben. Keine Surfcamps, bei denen ich Anfänger betreuen sollte – diesmal wollte ich mich in die Wellen stürzen.

Ein Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes ließ mich allerdings zu Beginn etwas zweifeln, wurde doch in den ersten drei Sätzen vor Terroranschlägen, Entführungen und Geiselnahmen gewarnt.

Aber gut, der Flug gebucht, ein Rückzieher war nicht drin. Außerdem beschränkten sich die Reisewarnungen auch eher auf die Grenzgebiete und da wollte ich ja nicht hin.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Mar 6, 2014

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WG gesucht

Warum will ich nach einem Semester schon umziehen? Das ist relativ einfach: Ich habe mit einem Pärchen zusammengewohnt, was per se zwar nicht ideal, aber auch nicht notwendigerweise schlecht ist. Unangenehm ist allerdings, wenn sich das Paar trennt und man extrem dünne, hellhörige Wände hat. Manche Dinge muss man einfach nicht live miterleben...

Da jedenfalls in unserer WG momentan alles nicht so einfach ist und dazu kommt, dass wir relativ unterschiedliche Lebensstile und -rythmen haben, habe ich beschlossen, dass jetzt in den Semesterferien der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mir ein neues Zuhause zu suchen. So habe ich also allen meinen Freunden geschrieben, ob sie von einer WG wissen, in der ein Zimmer frei ist und auch im Internet gestöbert. Vergangene Woche habe ich dann sämtliche Wohnungen angeschaut, die gerade auf dem Markt sind. Es ist erstaunlich, wie viele hässliche Wohnungen oder eher spezielle WGs es gibt. Und ich habe eigentlich nicht das Gefühl, extrem wählerisch zu sein.

Natürlich ist die Suche zum absoluten Chaos ausgeartet und es ist etwas sehr lustiges passiert: Ein Bekannter meinte, ich solle mir doch mal sein Zimmer anschauen, das frei wird, weil er mit seiner Freundin zusammenzieht. Also habe ich mit ihm einen Termin ausgemacht. Übers Internet hatte ich für diesen Tag noch einen zweiten Besichtigungstermin verabredet. Als ich noch mal auf meine hundert Zettel geschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich wohl zwei WGs im selben Haus anschauen werde, war aber nicht weiter verwundert, denn es gibt ja oft mehrere Wohngemeinschaften in einem Haus. Als ich dann aber dort ankam, merkte ich, dass die Nachnamen der beiden potenziellen Vormieter auf ein und demselben Klingelschild standen … Das war natürlich schon beim Eintreten ein großer Lacher.

Irgendwie haben wir uns auf Anhieb gut verstanden und die Wohnung gefällt mir auch spitze. Sie haben mich auch direkt gefragt, ob ich einziehen möchte! Das hat mich sehr gefreut, denn die Wohnung ist günstig und gut gelegen. Mein Zimmer geht nach Osten raus und ist schön groß. Wir haben einen Balkon, der den Blick in einen grünen Innenhof freigibt, und eine süße Katze.

In vier Wochen werde ich schon einziehen! Ich hoffe, dass ich mich in der neuen WG rundum wohlfühle.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Mar 3, 2014
Autor: Maja
Rubrik: studium
Mar 3, 2014